Waschbär (Procyon lotor)

Waschbären sind vorwiegend Einzelgänger. Die Männchen beanspruchen feste Territorien mit einer Größe bis zu 50 Km2. Die Tiere ernähren sich von einer Mischung aus pflanzlicher Nahrung wie Beeren, Trauben oder Eicheln und einem gewissen Nahrungsanteil tierischen Ursprungs wie etwa Eier, Insekten oder Schalentiere. Andere Wirbeltiere gehören eigentlich nicht zu Ihrer Nahrung der Waschbären. Obwohl die Tiere keinen Winterschlaf halten, fressen sich Waschbären im Sommer und Herbst eine Fettschicht für den Winter an. Seinen Namen hat das Tier von der Angewohnheit, seine Nahrung vor dem Verzehr zu waschen. Wenn der Waschbär dazu kein Wasser finden kann, reibt er zumindest das Futter mit seinen Pfoten ab, um groben Schmutz zu entfernen. Waschbären bevorzugen die Nacht zur Futtersuche.

Waschbär Steckbrief

Klasse:Mammalia (Säugetiere)
Ordnung:Carnivora (Fleischfresser)
Familie:Procyonidae (Waschbären, Katzenbären und Coatis)
Gattung:Procyon (Waschbären)
Art:Procyon lotor
Verbreitung:vom Süden Kanadas bis nach Panama
Lebensraum:Laubwald, Nadelwald und gemäßigtes Grasland
Maße und Gewichte:Körperlänge: bis 60 cm
Gewicht: bis 12 kg
Fortpflanzung:Die Paarung der Waschbären erfolgt im Frühling oder Frühsommer. Nach einer Trächtigkeit von rund 9 Wochen bringt das Weibchen etwa 5 Junge zur Welt. Die Jungen sind nach etwa 17 Wochen entwöhnt. Die Geschlechtsreife erreichen Waschbären im Alter von 2 Jahren.

Äußerliche Merkmale des Waschbären

Waschbären sind für ihre Intelligenz und ihr gutes Gedächtnis bekannt und sind in der Lage, Rätsel zu lösen.

Der Waschbär hat ein graubraunes Fell mit einem dichten Unterfell, das das Tier vor Kälte schützt. Sein Schwanz hat fünf bis acht helle und schwarze Bänder, die sich abwechseln. Waschbären bewegen sich oder laufen mit den Hinterbeinen, die länger sind als die Vorderbeine, wodurch sie geduckt wirken. Waschbären messen vom Kopf bis zum Hinterteil zwischen 40 und 70 cm, ohne den buschigen Schwanz, der bis 25 cm lang ist, selten länger. Die Schulterhöhe ist maximal bei 30 cm. Die Lebenserwartung eines Waschbären beträgt in freier Wildbahn etwa 2 bis 3 Jahre, in Gefangenschaft können sie jedoch bis zu 20 Jahre alt werden.

Vorkommen und Lebensraum des Waschbären

Waschbären sind in Nordamerika und im nördlichen Südamerika beheimatet. Sie bevorzugen ein mildes Klima. In freier Wildbahn leben sie in hohlen Bäumen, Holz- oder Grasstapeln und sogar in unbesetzten Fuchsbaue.

Waschbären halten sich gerne in bewaldeten und feuchten Umgebungen auf. Man findet sie aber auch auf dem Land, in Vorstädten und in Städten. Waschbären bauen ihre Höhlen bevorzugt in Bäumen, obwohl sie auch Stollen, Höhlen, Minen, verlassene Gebäude, Scheunen, Garagen, Regenkanäle oder Häuser nutzen können. Sie fühlen sich in der menschlichen Umgebung wohl.

Krebse, Frösche, Fische, Schnecken und Muscheln gehören zu den Lieblingsspeisen der Waschbären. Auch Insekten, Eier, Obst, Gemüse, Nüsse und sogar tote Tiere werden gerne gefressen. Waschbären sind nicht besonders gut darin, Beute zu fangen, aber gelegentlich schnappen sie sich eine kleine Maus, eine Ratte oder ein Eichhörnchen.

Rudel- und Sozialverhalten

Waschbären ziehen es vor, zusammenzuhalten, um sich vor der Umwelt zu schützen, gemeinsam zu jagen und Nahrung auszutauschen. Sie sind auch sicherer vor anderen Raubtieren, die kalt, verzweifelt und hungrig sind, wenn sie in Gruppen reisen und jagen. Früher nahm man an, dass Waschbären einsame Geschöpfe sind, aber heute weiß man, dass sie halb-sozial sind und ihr Revier mit einer kleinen Gruppe anderer Waschbären teilen. Sie verbringen nicht unbedingt viel Zeit miteinander, aber sie treffen sich an Rast- und Futterplätzen, ohne in einen Kampf zu geraten.

Waschbären sind neugierige und intelligente Tiere, aber sie können auch ein Ärgernis für Hausbesitzer sein. Auf ihrer Suche nach Nahrung können diese nachtaktiven Säugetiere Gärten zerstören, durch das Umkippen von Mülltonnen ein Ärgernis darstellen und Bauschäden verursachen.

Fortpflanzung und Sexualverhalten des Waschbären

Die Paarung findet an einem zentralen Ort statt, an dem eine große Anzahl von Waschbären zusammenkommen kann, um einen Partner zu finden. Die Paarung kann bis zu einer Stunde dauern und mit derselben Person mehrmals im Laufe mehrerer Nächte durchgeführt werden. Waschbären haben ihre Brutzeit normalerweise zwischen Januar und Juni. Etwa im Alter von einem Jahr beginnen die meisten Weibchen mit der Fortpflanzung.

Nach einer 65-tägigen Tragezeit bringt das Weibchen zwei bis fünf Junge zur Welt, in der Regel im Frühjahr. Eine Waschbärenmutter trennt sich normalerweise von ihren Jungen und zieht sie allein auf. Im späten Winter oder frühen Frühjahr paaren sich Waschbären. Die Trächtigkeitsphase dauert etwa 63 Tage. Die Weibchen haben einen jährlichen Wurf von 1-8 (durchschnittlich 2-5) in der Höhle, die im Falle von Baumhöhlen eine minimale Einstreu aus geschreddertem Holz enthalten kann.

Gefährdung der Tierart

Der Waschbär gehört zu den häufigsten Säugetieren Nordamerikas und ist damit nicht gefährdet.

Video über Waschbären

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