Mähnenwolf Chrysocyon brachyurus


Mähnenwolf Chrysocyon brachyurus
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Mähnenwolf

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Mähnenwolf
Fotos:
Ralf Schmode
Ordnung: Carnivora (Fleischfresser)
Familie: Canidae (Hunde, Wölfe, Koyoten, Schakale und Füchse)
Gattung: Chrysocyon (Mähnenwölfe)
Art: Chrysocyon brachyurus
Verbreitung: Vom Nordosten Brasiliens bis zum Norden Argentiniens.
Lebensraum: Savanne, Grasland und Steppe
Maße und Gewichte: Kopf – Rumpflänge: ca. 110 cm
Schulterhöhe: ca. 85 cm
Gewicht: 20 – 25 kg
Fortpflanzung: Die Paarungszeit der Mähnenwölfe fällt in die Monate von Oktober bis Dezember. Nach einer Tragezeit von 62 bis 66 Tagen bringt das Weibchen dann zwischen ein und fünf Junge zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt blind und wiegt etwa 500 g. Die wenigen bekannten Forschungsergebnisse deuten darauf hin, daß die Jungen zwei bis drei Monate gesäugt werden und im Jahr nach ihrer Geburt fortpflanzungsfähig werden. In Zoos und Tierparks erreichen die scheuen Tiere ein Alter von bis zu 12 Jahren. Vergleichbare Daten über das Leben in freier Wildbahn liegen leider nicht vor.

 

Mähnenwolf Der Mähnenwolf ist ein Bewohner der weiten Buschsavannen im zentralen Südamerika. Etwas irreführend ist sein deutscher Name. Zwar ist der erste Teil recht bezeichnend, denn das Tier verfügt über eine dunkle Schultermähne, die bei Auseinadersetzungen mit Rivalen drohend aufgerichtet wird. Mit einem Wolf haben diese hochbeinigen Hunde allerdings nichts gemein. Das Gesicht mit der spitzen Schnauze und das orangefarbene Fell erinnern da eher an einen Fuchs. So werden die Tiere in Paraguay auch „aguara guazu“ – zu deutsch „großer Fuchs“ genannt.

Das auffälligste Merkmal der Mähnenwölfe ist aber nicht etwa ihre Mähne, sondern die überlangen, schwarz gefärbten Beine. Viele Forscher gingen wegen dieser Beine von einem schnellen Jäger aus. In Wirklichkeit stellt dies eine Anpassung an das Leben in der Savanne dar. Mit einer Schulterhöhe von rund 85 cm verschaffen die langen Gliedmassen dem Mähnenwolf einen guten Überblick über das Grasmeer der südamerikanischen Steppe. Merkwürdigerweise läuft der Mähnenwolf im Passgang. Das ist im Tierreich ohnehin schon ungewöhnlich und für ein Raubtier extrem selten. Bei dieser Gangart werden jeweils Vorder- und Hinterbein der gleichen Körperseite angehoben und nach vorne bewegt. Die daraus resultierende schaukelnde Bewegung des Körpers ist sicher jedem vom Kamel her bekannt.

Mähnenwölfe gehören nicht gerade zu den geselligen Vertretern des Tierreichs. Zwar bewohnt ein Paar zusammen ein Revier, aber außerhalb der Paarungszeit geht hier jeder seine eigenen Wege. Trotz des an einen Windhund erinnernden Körperbaus sind Mähnenwölfe keine Hetzjäger. Bei der Jagd nach kleinen Beutetieren wie wilden Meerschweinchen, Ratten, Mäusen oder Teju-Echsen schleichen sich die Tiere an, um ihre Beute mit einem Satz anzuspringen und zu verschlingen. Neben der Kleintierjagd leben Mähnenwölfe aber auch von Insekten, Schnecken, Vogeleiern, Früchten und Wurzeln aller Art. So weisen auch die für Raubtiere ungewohnt breitkronigen Backenzähne (Mahlzähne) auf einen recht hohen Pflanzenanteil in der Nahrung hin.

Seit 1978 bemüht sich der WWF (World Wildlife Found) besonders um diese Art. Trotz gesetzlichem Schutz der Tiere in Brasilien und Argentinien steht der Mähnenwolf auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Der stete Rückgang der Population beruht einzig und allein auf der Zerstörung der Lebensgrundlage. Mähnenwölfe sind scheue Tiere, die die Weiten der Savanne durchstreifen. Tagtäglich aber legen Menschen in eben diesen Grasländern neue Pflanzungen an, umzäunen neue Viehweiden und breiten sich weiter und weiter aus. Auf dem Rückzug vor der Pionierwut und der ungezügelten Vermehrung des Menschen (allein 1999 nahm die Erdbevölkerung um 80 Millionen Menschen zu) werden diese ungewöhnlichen Tiere wohl, wie so viele Arten, bald der Vergangenheit angehören.

Mähnenwolf
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