Mähnenspringer Ammotragus lervia Barbary Sheep Mouflon á manchettes


Mähnenspringer Ammotragus lervia Barbary Sheep Mouflon á manchettes
Bewertung

Mähnenspringer

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Mähnenspringer
Foto:
Zoo Neuwied
Ordnung: Artiodactyla (Paarhuftiere)
Familie: Bovidae (Antilopen, Rinder, Büffel, Bison, Ziegen und Schafe)
Gattung: Ammotragus (Mähnenspringer)
Art: Ammotragus lervia
Status: vom aussterben bedroht, geschützte Art
englisch Barbary Sheep
französisch Mouflon á manchettes
Verbreitung: Ursprünglich: Adrargebirge in Mauretanien, Hoggargebirge in Algerien, Tassili-Djado- und Aïr-Gebirge in Niger, Adrar-des-Iforhas-Gebirge in Mali, Tibesti-Ennedi-Massiv im Tschad und im Meibob im Sudan
Verwildert: Nordamerika
Lebensraum: felsige Wüstengebirge
Maße und Gewichte: Schulterhöhe (Männchen): 112 cm
Schulterhöhe (Weibchen): 100 cm
Gewicht (Männchen): 145 kg
Gewicht (Weibchen): 70 kg
Hornlänge (Männchen): 85 cm
Hornlänge (Weibchen): 50 cm
Alter: Durchschnitt: 12 Jahre
Maximal: 24 Jahre
Fortpflanzung: Die Brunftzeit der Mähnenspringer fällt sowohl auf dem afrikanischen wie auch auf dem amerikanischen Kontinent in den Herbst. Während der Brunft kämpfen rivalisierende Männchen um das Recht der Fortpflanzung. Mähnenspringer erwiesen sich dabei als völlig skrupellos. Der Angriff mit gesenktem Kopf gegen einen Rivalen ist auch von anderen Schafarten durchaus bekannt, Mähnenspringer nutzen aber auch jede andere Möglichkeit, den lästigen Gegner zu besiegen. So stechen sie zum Beispiel auch gerne mit den scharfen Hornspitzen zu, wenn sich die Gelegenheit bietet. Auch „Hörnerhakeln“ ist eine beliebte Kampfweise. Dabei stellt sich ein Bock seitlich zum Gegner, verhakt seine Hörner bei diesem und versucht anschließend den Konkurrenten durch heftiges Zerren und Reissen aus dem Stand zu bringen. Diese Kampfform hat im Laufe der Zeit bei den männlichen Mähnenspringern zu einer extrem starken Halsmuskulatur geführt. Nach einer Tragezeit von 154 – 161 Tagen bringt die Mutter dann ein, manchmal zwei Junge zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt bereits voll entwickelt und können bereits nach wenigen Stunden ihrer Mutter über Stock und Stein folgen.

 

Mähnenspringer bevorzugen zerklüftetes Gelände mit steilen Felswänden und Geröllfeldern. Dank ihrer harten Hufe und ihrer ungewöhnlich starken Beine bewegen sich die Tiere auch in steilstem Gelände rasch und sicher. Ein großer Vorteil dieser Lebensweise liegt auf der Hand: Der Mähnenspringer kann Feinden wie Leopard oder Löwe relativ mühelos entkommen. Ein weiterer Vorteil wird erst bei näherem Hinsehen klar. Die hinsichtlich ihrer Nahrung nicht sehr wählerischen Tiere besetzen eine Nische in der Nahrungskette, die vielen ihrer huftragenden Verwandten verweht ist.

Seltsamerweise hat der Mensch nie versucht, den Mähnenspringer zum Haustier zu machen, obwohl die Tiere relativ einfach zu zähmen sind und sich einfach halten lassen. Als Fleischlieferant wurde der Mähnenspringer von alters her immer nur durch Bejagung genutzt. Die traditionelle Jagd hat den Beständen nicht geschadet, aber auf der Suche nach Bodenschätzen und Erdöl kamen immer mehr Menschen in die entlegenen Wüstengebiete und versorgten sich „vor Ort“ mit Fleisch. Diesem massiven Jagddruck hielt die Population nicht lange stand und innerhalb weniger Jahrzehnte wurde dieses herrliche Wildschaf fast vollständig ausgerottet.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch in Zoos gehalten, ist es in Amerika zur Verwilderung der Mähnenspringer gekommen. Ob die ersten Tiere einfach entflohen sind oder mit Absicht in Freiheit gesetzt wurden, werden wir wohl nie erfahren, aber das Klima und das Nahrungsangebot der nordamerikanischen Wüstengebiete kam den Tieren sehr entgegen und so leben heute sowohl in Texas, als auch in Kalifornien und Neumexiko beträchtliche Bestände.

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