Lippenbär Melursus ursinus Sloth Bear Ours Lippu de l’inde


Lippenbär Melursus ursinus Sloth Bear Ours Lippu de l’inde
1 (20%) 1 vote

Lippenbär

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Lippenbär
Foto: unbekannt
Ordnung: Carnivora (Fleischfresser)
Familie: Ursidae (Bären)
Art: Melursus ursinus
englisch Sloth Bear
französisch Ours Lippu de l’inde
Verbreitung: Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal und Sri Lanka
Lebensraum: Subtropische und tropische Waldgebiete, Regenwald
Maße und Gewichte: Körperlänge: 140 bis 190 cm
Gewicht: 90 bis 135 kg
Schwanzlänge: 10 bis 12,5 cm
Schulterhöhe: 60 – 92 cm
Fortpflanzung: Die Paarungszeit der Lippenbären fällt in die Monate Juni und Juli. Nach einer Tragezeit von rund 6 Monaten werden ein bis zwei Junge mit einem Gewicht von je 400 – 530 g geboren. Der Nachwuchs nimmt im Alter von neun bis zehn Wochen erste feste Nahrung zu sich. Die nächtlichen Streifzüge auf der Suche nach Nahrung verbringen die Kleinen auf dem Rücken ihrer Mutter. Auch wenn die Jungen bereits zu groß sind, um alle auf ihrer Mutter zu reiten, kämpfen die Jungen bei der geringsten Störung um einen sicheren Platz auf dem Rücken ihrer Mutter. Lippenbären werden im Alter von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren geschlechtsreif.

 

Die dämmerungs- und nachtaktiven Lippenbären leben als Einzelgänger in festen Revieren. Lippenbären weichen in ihrer Erscheinung stark von den übrigen Echten Bären ab. Sie haben eine auffallend lange, spitze und sehr bewegliche Schnauze und sind kleiner und rauhhaariger als etwa Kragenbären. Das Fell ist sehr lang und struppig, an Oberkopf, Hals und Nacken noch länger als auf den übrigen Körperteilen und auf dem Rücken zu großen Knäueln verfilzt, wodurch es scheint, als ob die Tiere Höcker trügen. Die Färbung ist dunkel rötlichbraun bis schwarz, und auf der Brust befindet sich oft ein gelblichweißer, hufeisenförmiger Fleck.

Bemerkenswert ist die Ernährungsweise der Lippenbären. Sie können ihre Lippen weit vorstrecken und mit ihnen eine Art Röhre bilden, und da sie außerdem in der Mitte des Ober- und Unterkiefers eine große Zahnlücke haben, können sie wie Staubsauger durch die Lippenröhre blasen und saugen. Wie man beobachtet hat, reißen die Bären mit ihren mächtigen Krallen die Bauten von Termiten und Ameisen auf, blasen immer wieder in die Öffnung und saugen danach so geräuschvoll ihre Beute auf, daß man es auf 200 m Entfernung noch hören kann. Ein weiteres Merkmal ihrer Gebisse sind die kleinen Backen- und Mahlzähne, welche für einen Verzehr von aus Früchten bestehender Kost typisch sind. Als geschickte Kletterer holen sich Lippenbären ihren pflanzlichen Anteil ihrer Nahrung direkt aus den Bäumen. Dazu erklimmen die Bären durchaus sechs bis acht Meter hohe Dattelbäume, um an die begehrten Früchte zu kommen.

Eigentlich sind Lippenbären von Natur aus friedliche Gesellen, die aber einen sehr tiefen Schlaf haben. Werden sie hierbei, etwa durch einen Menschen, gestört, bleibt ihnen keine Zeit mehr zur Flucht, und sie können so zu furchtbaren Gegnern werden. Sie richten sich dann auf ihre Hinterbeine auf und können mit ihren Pranken tiefe Wunden in die Körper ihrer Gegner schlagen.

Lippenbären sind heute vom Aussterben bedrohte Tiere. Die rigorose Zerstörung des Waldes lassen zusammen mit der Jagdwut der Menschen diesen kraftvollen Tieren keine Chance zum überleben.

Processing your request, Please wait....

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.