Giraffe (Giraffa camelopardalis)

Giraffen sind ausgesprochen friedfertige Tiere. Sie ernähren sich von Blättern, Knospen, Trieben und Gräsern. Aufgrund ihrer enormen Größe sind die Tiere in der Lage ihre Nahrung direkt aus den Baumkronen zu fressen. Zu den Lieblingsspeisen der Giraffen gehört hierbei die Schirmakazie, die in vielen Teilen Afrikas wächst. 

Erstaunlicherweise sind Giraffen, trotz des ungewöhnlichen Halses, Wiederkäuer. Dabei wird der im Netzmagen vorverdaute Speisebrei mit Hilfe der muskulösen Speiseröhre in das Maul zurückbefördert. Zum Trinken oder zum Fressen von Gräsern oder Kräutern spreizt die Giraffe ihre Vorderbeine weit auseinander, um mit dem Kopf überhaupt den Erdboden zu erreichen. Direkte Feinde haben Giraffen nicht. Mit ihren Hufen könnten sie jedes sich nähernde Raubtier zerschmettern. Im Gehen sind die Tiere Passgänger, das heißt sie heben Vorder- und Hinterbein der gleichen Körperseite gleichzeitig an. Beim Laufen dagegen bewegen Giraffen Vorder- und Hinterbeine jeweils aufeinanderfolgend. 

Giraffe Steckbrief

Klasse:Mammalia (Säugetiere)
Ordnung:Artiodactyla (Paarhuftiere)
Familie:Giraffidae (Giraffen und Okapis)
Gattung:Giraffa (Giraffen)
Art:Giraffa camelopardalis
Verbreitung:unregelmäßige Verteilung in ganz Afrika südl. der Sahara
Lebensraum:offene Savanne
Maße und Gewichte:Körperhöhe: 4,50 – 5,80 m
Gewicht: 500 – 800 kg
Laufgeschwindigkeit: bis maximal 60 km/h
Fortpflanzung:Eine durch die Jahreszeiten bestimmte Paarungszeit gibt es bei Giraffen nicht. Nach einer Tragezeit von 400 – 460 Tagen kommt ein 1,70 – 1,90 m großes Junges zur Welt, dessen Geburtsgewicht bei stattlichen 45 – 70 kg liegt. Weibliche Giraffen werden mit etwa 3,5 Jahren, männliche Tiere mit etwa 4,5 Jahren Geschlechtsreif. Das Junge wird zwar ein ganzes Jahr lang von der Mutter gesäugt, knabbert aber schon nach wenigen Wochen an Blättern und Knospen herum. Ausgewachsen sind Giraffen erst mit etwa 10 Jahren.

Äußerliche Merkmale der Giraffen

Die Giraffe ist das größte Säugetier der Welt. Der bis zu 2,5 Meter lange Hals ist zwar lang, aber zu kurz, um den Boden zu erreichen. Giraffen brauchen nur alle paar Tage Wasser.

Giraffen sind die größten Säugetiere unserer Welt. Der extrem lange Hals hat trotz einer Länge von bis zu 2,50 m nur 7 Halswirbel wie bei den meisten Säugetieren. Mindestens ebenso erstaunlich wie der Hals, aber nur schlecht sichtbar, ist die Zunge. Sie ist von blauer Farbe, extrem beweglich und kann einen halben Meter lang sein! Auch das Herz der Tiere leistet extrem viel: Mit einem Gewicht von etwa 12 kg und circa 8 cm dicken Wänden pumpt dieses Organ rund 60 Liter Blut pro Minute durch den Körper. Der Blutdruck von Giraffen ist dabei 3 mal so hoch, wie bei einem Menschen. 

Verhalten von Giraffen

Die vermeintlich stummen Tiere sind durchaus in der Lage, sich über weite Strecken zu verständigen. Die extrem tiefen Töne liegen im Infraschallbereich, also weniger als 20 Hz, und damit für Menschen nicht hörbar. Der Lebensraum der Tiere wird heutzutage durch die Jagd und die Landwirtschaft leider ständig kleiner.

Gehen tun die Giraffen, indem sie beide Beine einer Seite bewegen. Im Galopp stoßen sich die Hinterbeine ab, und die Vorderbeine berühren praktisch gleichzeitig den Boden. Der Hals beugt sich, um das Gleichgewicht zu halten. Lange Strecken mit 50 km/h sind möglich, aber kurze Strecken mit 60 km/h.

Vorkommen und Lebensraum

In exterritorialen Gruppen von bis zu 20 Tieren teilen sich Giraffen ein gemeinsames Trockengebiet, das bis zu 1.500 km² groß sein kann, während es in Regengebieten viel kleiner sein kann. Die Tiere sind gesellig, was es ihnen ermöglicht, auf Raubtiere besser aufzupassen. Sie haben ein außergewöhnliches Sehvermögen: Wenn eine Giraffe einen Löwen aus einem Kilometer Entfernung sieht, folgen ihr die anderen. In freier Wildbahn werden Giraffen bis zu 26 Jahre alt, in Gefangenschaft etwas länger.

Giraffen lieben junge Triebe und Blätter, vor allem dornige Akazienblätter. Kühe mögen energiereiches, ballaststoffarmes Futter. Ein großer Erwachsener verzehrt täglich etwa 65 kg Nahrung. Die Zunge und das Innere des Mundes sind durch starkes Gewebe geschützt. Die Giraffe greift die Blätter mit ihren Greiflippen oder ihrer Zunge. Sie „kämmt“ die Blätter vom Stängel, indem sie sie über die unteren Eck- und Schneidezähne zieht. In der Trockenzeit trinkt die Giraffe alle drei Tage. Ihre Vorderbeine müssen ausgestreckt werden, um den Boden zu erreichen.

Fortpflanzung der Giraffen

Vier oder fünf Jahre alte Weibchen können sich fortpflanzen. Obwohl die meisten Kälber in den Trockenmonaten geboren werden, können Geburten zu jeder Zeit des Jahres stattfinden. Das Jungtier ist etwa 2 m groß und wiegt um die 100 kg. Die Mutter leckt und krault ihr Kalb eine Woche lang, um den Geruch des jeweils anderen zu lernen. Diese Sozialisierung findet statt, während die Mütter in verschiedenen Abständen von ihren Kälbern auf Nahrungssuche gehen. Wenn Löwen oder Hyänen ein Kalb angreifen, steht die Mutter über dem Kalb und tritt mit beiden Beinen nach den Raubtieren. Da die Kühe Nahrung und Wasser brauchen, müssen sie sich stundenlang von der Aufzuchtgruppe entfernen, und Löwen und Hyänen töten die Hälfte der jungen Kälber.

Video über Giraffen

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