Eisbär (Ursus maritimus)

Eisbären, das größte Raubtier der Arktis, sind ein starkes Symbol für die Stärke und Ausdauer der Arktis. Ursus maritimus bedeutet auf Lateinisch „Seebär“ und das nicht von ungefähr: Diese spektakuläre Bärenart verbringt die meiste Zeit im, am oder auf dem Meer – meist auf dem Meereis.

Der Lebensraum der Eisbären zwischen Pack- und Treibeis erfordert extreme Anpassungen an die dort herrschende Witterung. Bei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius und Stürmen mit über 200 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit ist überleben nicht einfach. So wärmt der wasserdichte, weiche Pelz die Tiere nicht nur einfach, das Haarkleid produziert aktiv Wärme. Die Haare sind nämlich nicht weiß, sondern durchsichtig. Dadurch leiten sie Sonnenlicht bis auf die dunkle Haut, die es in Wärme umwandelt. Im Wasser schützt eine 10 Zentimeter dicke Fettschicht vor Erfrierungen während sich die darüber liegende Haut an die Außentemperatur angleicht.

Eisbär Steckbrief

Klasse:Mammalia (Säugetiere)
Ordnung:Carnivora (Fleischfresser)
Familie:Ursidae (Bären)
Gattung:Ursus (Bären)
Art:Ursus maritimus
alias: Polarbär
Verbreitung:rund um den Nordpol (Arktis)
Lebensraum:Meereis (Eisschollen) in der Nähr von Küsten oder Inseln
Maße und Gewichte:Körperlänge: bis 300 cm
Schulterhöhe: bis 150 cm
Gewicht (Männchen): bis 650 kg und mehr, die Weibchen deutlich leichter
Geschwindigkeit: 5,5 km/h im kurzen Spurt bis 40 km/h
Fortpflanzung:Eisbären paaren sich im April. Die Männchen suchen über große Entfernungen nach Weibchen ohne Junge. Die meisten Weibchen pflanzen sich nach drei Jahren fort.

Merkmale der Eisbären

Das Fell von Eisbären ist durchsichtig und erscheint nur im Licht weiß. Ihre Haut ist hinter dem dicken Fell schwarz.

Eisbären können mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h pro Stunde schwimmen, indem sie ihre Vorderpfoten zum Paddeln und ihre Hinterbeine als Ruder benutzen. Ihr hoher Körperfettanteil und ihr wasserabweisendes Fell schützen sie vor Kälte und Wasser. Mehr als die Hälfte ihrer Zeit verbringen Eisbären mit der Jagd. Je nach Jahreszeit und anderen Faktoren fängt ein Eisbär vielleicht nur eine oder zwei von zehn Robben. Sie fressen Ringel- und Bartrobben, weil sie Fett zum Überleben brauchen. Auf dem Meereis finden Reisen, Jagd, Erholung, Paarung und Mutterbau statt.

So hervorragend gegen Kälte geschützt, haben Eisbären häufig ein ganz anderes Problem: Sie müssen sich vor einem Hitzeschock schützen. Schon bei einer Laufgeschwindigkeit von nur sieben Kilometer pro Stunde erzeugen die Muskeln genügend Wärme, um im Körper des Tieres „Fieber“, also eine erhöhte Körpertemperatur über 37 Grad Celsius, auszulösen. So unsinnig das für ein arktisches Tier im ersten Moment klingt, aber die unbehaarten Partien wie Gesicht, Mund und Nase dienen der Abgabe überflüssiger Körperwärme.

Eisbären gehören zu den gefährdeten Arten

Eisbären wurden im Mai 2008 in den USA im Rahmen des Gesetzes über gefährdete Arten (Endangered Species Act) als bedrohte Art eingestuft, da ihr Lebensraum auf dem Meereis aufgrund des Klimawandels weiter abnimmt und auch künftig abnehmen wird. Eisbären verbringen mehr Zeit an Land, da sich das Meereis im Frühjahr früher zurückzieht und sich im Herbst später bildet. Der WWF kämpft für das Überleben des Eisbären und den Schutz seines Lebensraums. Die IUCN-Spezialistengruppe für Eisbären hat im Oktober 2019 eine neue Bewertung der Eisbärenpopulationen vorgelegt und festgestellt, dass vier Teilpopulationen in letzter Zeit zurückgegangen sind und für acht Populationen derzeit keine Daten vorliegen. Die gute Nachricht ist, dass fünf Populationen konstant sind und zwei zunehmen.

Fortpflanzung der Eisbären

Eisbären paaren sich vorzugsweise im April. Die Entwicklung des befruchteten Eis ruht allerdings bis Oktober. Sollte das Weibchen im Sommer nicht genügend Nahrung gefunden haben, wird das Ei wieder vom Körper resorbiert und der Nachwuchs bleibt aus. Durch diese Maßnahme der Evolution wird sichergestellt, das Mutter und Jungtier den Winter überleben. Eisbären halten normalerweise keinen Winterschlaf, ganz im Gegensatz zu anderen Bärenarten. Nur die trächtigen Weibchen graben sich eine meist an einem Südhang liegende Schneehöhle, in der sie überwintern und im Januar ihre Jungen zur Welt bringen. Eisbären bekommen zwischen 1 und 4 Junge, die blind geboren werden und im Durchschnitt 600 gr wiegen. Die Augen öffnen sich innerhalb des ersten Monats nach der Geburt. Schon nach 2 Monaten besitzt der Nachwuchs ein dichtes weißes Fell. Ende März bis Mitte April verlassen die Jungbären zum ersten mal die Höhle. Sie sind dann bereits 10 bis 15 kg schwer. Die Jungen werden insgesamt etwa 20 Monate lang gesäugt, beginnen aber im Alter von 3 bis 4 Monaten damit, auch von der Beute der Mutter zu fressen. Die Muttermilch mit ihrem hohen Fettanteil von 33 % und der Robbenspeck aus der Jagdbeute der Mutter lassen die Jungen binnen 8 Monaten bereits 50 kg wiegen.

Video über den Eisbär

Tierenzyklopädie

Tierenzyklopädie – das kompakte Tierlexikon

Social