Tiger (Panthera tigris)

Tiger sind die größten Katzen Asiens. Im Bau von Skelett und Schädel unterscheiden sich die Tiere kaum von Löwen. Ganz im Gegensatz zu Löwen bevorzugen Tiger allerdings dichtbewachsenes und deckungsreiches Gelände. Durch ihre charakteristische Streifenzeichnung fallen die Katzen im Wechsel von Licht und Schatten zwischen Bäumen und Sträuchern kaum auf. Die Streifenzeichnung ist von schwarzbrauner bis tiefschwarzer Farbe auf der rötlichbraunen Grundfärbung des Fells. Die Unterseite des Bauches und des Schwanzes sowie die Innenseite der Beine, die Schnurrhaare und der Backenbart sind dagegen weiß.

Tiger sind nachtaktive Tiere, jagen aber, wenn sie Hunger haben, auch bei Tage. Normalerweise ruhen die Tiere sich aber während der heißesten Tagesstunden aus. Die Großkatzen sind ausgezeichnete Schwimmer und suchen zur Kühlung gerne Wasser auf. Zu den Beutetieren des Tigers zählen verschiedene Hirscharten, Wild- und Stachelschweine, Affen und zahlreiche weitere Arten. Reißt ein Tiger eine große Beute, die er nicht komplett fressen kann, kehrt er immer wieder zu dem Aas zurück bis auch der letzte Rest verzehrt ist. Ein ausgewachsener Tiger frisst täglich durchschnittlich rund 9 kg Fleisch.

Wird ein Tier plötzlich überrascht, sucht es, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, sein Heil in der Flucht. Es stößt dabei Laute aus, die wie ein erschrecktes Bellen klingen. Die Gesamtzahl der Tiger in der Welt liegt nun, am Rande des 21. Jahrhunderts, bei wenigen Tausend Tieren. Obwohl die Art stark vom Aussterben bedroht ist, werden die Tiere immer noch von gierigen Trophäensammlern oder zur Herstellung obskurer „traditioneller“ chinesischer Medizin gejagt.

Tiger Steckbrief

Klasse:Mammalia (Säugetiere)
Ordnung:Carnivora (Fleischfresser)
Familie:Felidae (Echte Katzen)
Gattung:Panthera (Großkatzen)
Art:Panthera tigris
Verbreitung:Indien, Sumatra, Java, Malaysia, Sibirien und Südchina.
Lebensraum:Die meisten Waldarten.
Maße und Gewicht:Körperlänge: bis 260 cm einschließlich Schwanz
Gewicht: bis 190 kg
Schwanzlänge: 90 cm
Fortpflanzung:Tiger beginnen die Balz normalerweise mit Kreisen und Lauten. Die Paarung dauert fünf oder sechs Tage und erfolgt schnell. Weibliche Tiger sind induzierte Ovulatoren, d. h. sie geben bei der Paarung ein Ei zur Befruchtung frei. In freier Wildbahn bleiben Tigerjunge bei ihren Müttern, bis sie etwa zwei Jahre alt sind. Tigerweibchen in freier Wildbahn haben normalerweise nur alle zwei bis drei Jahre einen Wurf Jungtiere. Im Alter von etwa 6 Monaten werden die Tigerjungen von der Muttermilch entwöhnt.

Äußerliche Merkmale des Tigers

Tiger sind die größte Katzenart der Welt. Tiger werden bis zu 3,3 Meter lang und bis zu 330 kg schwer.

Tiger sind oft orange oder rötlich-orange gefärbt, mit auffälligen, ungleichmäßigen schwarzen Streifen und weißen Flecken auf der Brust, der Kehle, dem Bauch und den Innenseiten der Beine. Die Streifen dienen der Tarnung und machen es schwierig, sie inmitten der Bäume und Pflanzen des Dschungels zu entdecken. Weibchen sind kleiner, wiegen 100-167 kg und werden 2,6 Meter lang. Männliche bengalische Tiger (Panthera tigris tigris) wiegen rund 220 kg und sind etwa 2,9 Meter lang. In freier Wildbahn können Tiger bis zu 26 Jahre alt werden. Tigerweibchen bekommen oft zwei bis vier Junge auf einmal und können alle zwei Jahre gebären.

Vorkommen und Lebensraum des Tigers

Indien, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Myanmar, Russland, China, Thailand, Malaysia, Indonesien, Kambodscha, Laos und Vietnam sind derzeit die einzigen 13 Länder, in denen Tiger vorkommen. Indien allein beherbergt etwa 70 % des weltweiten Wildtigerbestands.

Tiger leben in einem breiten Spektrum von Lebensräumen, darunter Regenwälder, Grasland, Savannen und sogar Mangrovensümpfe. Leider sind aufgrund der zunehmenden menschlichen Aktivitäten 93 Prozent der historischen Tigergebiete verschwunden. Die Rettung von Tigern bedeutet auch die Rettung von Wäldern, die für die Gesundheit des Planeten von entscheidender Bedeutung sind.

Tiger verzehren ein breites Spektrum an Beutetieren, von Insekten bis hin zu Elefantenkälbern. Große Beutetiere mit einem Gewicht von 20 kg oder mehr, wie Elche, Hirsche, Schweine, Kühe, Pferde, Büffel und Ziegen, sind ein wichtiger Teil ihrer Ernährung.

Rudel- und Sozialverhalten

Tiger sind territorial und Einzelgänger. Visuelle Signale, Geruchsmarker und Laute verbinden sie sozial mit anderen Tigern. Tiger sind nur dann sozial, wenn sie sich nur paaren und ihre Beute teilen. Selten jagen Tiger wie Löwen gemeinsam.

Der Ort, die Jahreszeit und die Beutedichte beeinflussen die Größe des Tigerterritoriums (die Menge der Beute in einem bestimmten Gebiet). An Orten mit reichlich Beute sind die Tigerreviere kleiner, weil die Beute näher ist. In Ranthambhore, Indien, ist die Beutetierdichte hoch, und männliche Tiger halten ein 5 bis 150 km2 großes Revier. In Sibirien ist die Beutetierkonzentration geringer und die Reviere der männlichen Tiger sind 800 bis 1200 km2 groß. Die Saisonabhängigkeit beeinflusst die Beutewanderungen, die Nahrungsverfügbarkeit und die Größe der Tigergebiete.

Fortpflanzung und Sexualverhalten des Tigers

Tiger beginnen ihr Werben normalerweise, indem sie umeinander kreisen und sich gegenseitig ihre Stimme geben. Die Paarung ist kurz und erfolgt mehrmals im Laufe von fünf oder sechs Tagen. Tigerweibchen sind induzierte Ovulatoren, das heißt, sie geben nach der Paarung ein Ei zur Befruchtung frei. Tigerweibchen bekommen oft zwei bis vier Junge auf einmal und können alle zwei Jahre ein Junges zur Welt bringen.

Das Weibchen bringt ihre Jungen etwa dreieinhalb Monate nach der Paarung mit einem männlichen Tiger zur Welt. Normalerweise bringt sie ihre Jungen an einem versteckten und geschützten Ort zur Welt. Die Geburt eines Wurfes dauert in der Regel etwa eine Stunde.

Tiger haben keine feste Paarungszeit. Das Weibchen bringt ihre Jungen etwa dreieinhalb Monate nach der Paarung mit einem männlichen Tiger zur Welt. Normalerweise bringt sie ihre Jungen an einem versteckten und geschützten Ort zur Welt. Die Geburt eines Wurfes dauert in der Regel etwa eine Stunde. Wie groß der Wurf auch ist, in der Regel erreichen nur ein oder zwei Junge das Erwachsenenstadium. Kränkliche oder lebensschwache Jungtiere werden von der Mutter beseitigt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt blind, bereits gut beharrt und wiegt zwischen 1 und 1,5 kg. Während der ersten sechs bis acht Wochen werden die Jungen ausschließlich mit Muttermilch gesäugt. In den darauf folgenden 4 Monaten werden die Jungen mit einer Mischkost aus Fleisch und Muttermilch versorgt. Mit ungefähr 7 Monaten versuchen sich die Jungtiere zum ersten mal mit eigenen Jagdversuchen. Die Geschlechtsreife erreichen weibliche Tiger im Alter von 3 bis 4 Jahren, die Männchen erst mit 4 bis 5 Jahren.

Gefährdung des Tierart

Tiger werden in der Roten Liste der bedrohten Arten der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) weltweit als „gefährdet“ geführt. Die Unterarten Malaien- und Sumatra-Tiger sind als „kritisch gefährdet“ eingestuft. Wilde Tiger werden gejagt, um den Bedarf des 20 Milliarden Dollar schweren illegalen Wildtiermarktes zu decken.

Video über den Tigers

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