Schneeeule Nyctea scandiaca


Schneeeule Nyctea scandiaca
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Schneeeule

Klasse: Aves (Vögel) Schnee-Eule
Fotos:
Ralf Schmode
Ordnung: Strigiformes (Eulen)
Familie: Strigidae (Eulen)
Gattung: Nyctea (Schneeeulen)
Art: Nyctea scandiaca
Verbreitung: Schnee-Eulen finden sich sowohl in Europa als auch in Amerika und Asien. Die Vögel leben einzig in den nördlichsten Regionen nahe dem Polarkreis, wo während der meisten Zeit des Jahres eine dicke Schneeschicht liegt.
Lebensraum: Tundra und Hügel in arktischen Regionen.
Maße und Gewichte: Körperlänge: 53 – 66 cm
Flügelspannweite: 140 – 165 cm
Gewicht: 1,2 – 2,4 kg
Fortpflanzung: Da Schneeeulen außerhalb der Brutzeit ein einzelgängerisches Leben führen, findet jedes Frühjahr aufs neue eine Paarbildung statt. Es ist bis heute nicht erforscht, ob sich jeweils dieselben Partner zusammenfinden. Das Eulenpaar besetzt anschließend ein eigenes Territorium, aus dem alle Artgenossen vertrieben werden. Die Größe eines solchen Gebietes kann stark schwanken und hängt ursächlich mit dem Nahrungsangebot zusammen. Der eigentliche Beginn der Brut hängt von den regionalen klimatischen Bedingungen ab. Meistens fällt der Brutbeginn allerdings in den Mai, denn dann kommt im hohen Norden die Schneeschmelze so richtig in Gang. Der Nestbau ist bei den Schneeeulen allein Sache des Weibchens. Das einfache Nest besteht dabei aus einer mit den Füßen freigescharrten Mulde im Boden. Vorzugsweise legen die Vögle ihre Nester auf einer erhöhten Stelle wie kleinen Erdhügel oder Felsen an.

Schneeeulen betreiben regelrechte Familienplanung. Die Anzahl der Eier schwankt zwischen 3 und 11 Stück und ist vom Nahrungsangebot anhängig. Darüber hinaus werden die glatten, glänzend weißen Eier in einem Abstand von rund 48 Stunden gelegt. Gleich nach Ablage des ersten Eis beginnt das Weibchen mit dem Brüten. Das hat zur Folge, daß der Altersunterschied zwischen dem ältesten und dem jüngsten Nestling bis zu zwei Wochen betragen kann. Gibt es reichlich Futter, spielt der Altersunterschied keine Rolle. In mageren Jahren aber kommen die jüngeren Tiere beim Verteilen des Futters immer zu kurz und verhungern am Ende. Uns Menschen erscheint es vielleicht grausam, wenn Eulen es zulassen, daß ein Teil ihrer Nachkommen verhungert. Aus der Sicht der Arterhaltung ist dies jedoch unabwendbar, denn zwei oder drei kräftige Jungeulen haben in Zeiten mit geringem Nahrungsangebot weitaus bessere Überlebenschancen als sechs bis acht unterernährte Kümmerlinge.

Das Weibchen verläßt das Nest während der Brutzeit nicht. Es ist Aufgabe des Männchens seine Partnerin und den Nachwuchs mit dem nötigen Futter zu versorgen. 30 bis 33 Tage dauert es, bis ein Junges aus seinem Ei schlüpft. Beim Schlüpfen tragen die Nestlinge ein kurzes, weißes Dunenkleid, das bald durch ein längeres graues ersetzt wird. Im Alter von sechs bis sieben Wochen verfügen die Jungen schließlich über ein ausgebildetes Jugendgefieder und sind von nun an flugfähig. Weitere drei bis vier Wochen verbringen die Jungeulen damit all das zu lernen, was zum Überleben im hohen Norden notwendig ist.

In freier Wildbahn erreichen Schneeulen ein Alter von bis zu 15 Jahren. In menschlicher Obhut können die Vögel durchaus 28 Jahre und älter werden.

 

Schneeeule Schneeeulen sind wie kaum eine andere Vogelart an das Leben in arktischen Regionen angepaßt. Ihr weißes beziehungsweise schwarzweißes Gefieder wirkt in den von Felsen durchbrochenen Schneelandschaften der Tundra wie ein Tarnanzug. Das Weibchen ist beim Brüten am Boden kaum zu sehen. Ebenso ist das rein weiße Männchen bei der Jagd über den Schneefeldern fast unsichtbar. Um der extremen Kälte ihres Lebensraumes zu trotzen, verfügen Schneeeulen über das dichteste und längste Gefieder aller Eulenarten. Selbst die Füße sind bis zu den Spitzen ihrer Krallen mit wärmenden Federn umgeben. Dazu kommt eine unter Eulen einzigartige Fähigkeit: Schneeeulen können Körperfett speichern. Dies ermöglicht den Vögeln auch in harten Wintern zu überleben, wenn durch Nebel oder Schneestürme eine Jagd oftmals gar nicht möglich ist.

Ganz im Gegensatz zu unserer landläufigen Vorstellung von Eulen sind Schneeeulen tagaktive Tiere. Auf einem Felsbrocken oder einer anderen erhobenen Stelle im Gelände sitzend, überwacht die Schneeeule ihre Umgebung mit ihren scharfen Augen. Entdeckt sie bei dieser Überwachung ein Beutetier, fliegt sie lautlos und dicht über dem Boden darauf zu. Ist die Beute in Reichweite, stößt sie auf ihr Opfer hinab und packt es mit ihren starken Greiffüßen. Fast augenblicklich versetzt der Hakenschnabel seinem Opfer einen tödlichen Biß in Nacken oder Kopf. Obwohl fast fünfzig verschiedene Säugetiere und neunzig verschiedene Vogelarten zur Beute der Schneeeule gehören, sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, daß Schneeeulen untrennbar mit der Population der Lemminge verbunden sind. Fast 80% ihrer Nahrung besteht aus den kleinen Nagern.

 

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