Kondor Vultur gryphus Andean Condor Condor des Andes


Kondor Vultur gryphus Andean Condor Condor des Andes
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Kondor

Klasse: Vögel (Aves) Kondor
Foto:
Eva Hejda
Ordnung: Falconiformes (Greifvögel)
Familie: Cathartidae (Neuweltgeier und Kondore)
Gattung: Vultur (Kondore)
Art: Vultur gryphus
englisch Andean Condor
französisch Condor des Andes
Verbreitung: Südamerika, hauptsächlich in den Anden
Lebensraum: Gebirge sowie Klippen an Küsten
Maße und Gewichte: Körperlänge: bis 110 cm
Gewicht (Männchen): 12 kg
Gewicht (Weibchen): 9,5 kg
Spannweite: bis 320 cm
Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h
Fortpflanzung: Der Kondor baut sein Nest auf Felsen, häufig an Orten, die allen Wind- und Wettereinflüssen ausgesetzt sind. Das Gelege eines Kondorpärchens besteht meistens aus einem, selten aus zwei großen Eiern, welche durchschnittlich 280 g wiegen. Die Brutdauer beträgt 55-65 Tage und die Eltern wechseln sich beim Brüten regelmäßig ab. Auch um den Nestling kümmern sich beide Elternteile. Der Jungkondor erreicht nach sechs Monaten fast das Gewicht und die Größe seiner Eltern und wird etwa zu dieser Zeit flugfähig. In Gefangenschaft erreichen Kondore ein Alter von bis zu 85 Jahren. In freier Wildbahn geht man von einem Durchschnittsalter von etwa 40 Jahren aus.

 

Kondore unterscheiden sich in zwei Arten von Neuweltgeiern. Den hier vorgestellten Andenkondor und den kalifornischen Kondor (Gymnogyps californianus). Der kalifornische Kondor ist ein sehr seltener Raubvogel. Um 1980 lebten noch ca. 40 Tieren in einem kleinen Teil Kaliforniens.

Die Geschichte des Kondor reicht weit zurück. Die ältesten Fossilienfunde von Vorfahren heutiger Kondore sind rund 60 Millionen Jahre alt. Dieser Teratornis Incredibilis genannte frühe Kondor hat eine Flügelspannweite von fünf bis sechs Meter.

Kondore sind abwechslungsreich gefärbt; sie sind zwar überwiegend glänzend schwarz, haben aber eine flaumige, weiße Halskrause, und die oberen Flügeldecken sowie die Armschwingen sind glänzend silberweiß. Kopf und Hals sind nackt und blut- bis dunkelrot. Außerdem haben die Männchen einen fleischigen Kamm, welcher von der Schnabelbasis bis über den Scheitel reicht, sowie weiche, rote Hautlappen an der Kehle. Die Männchen haben graue Augen, die Weibchen rote.

Der Andenkondor ist zwar ebenfalls vom Aussterben bedroht, ist aber über ein relativ großes Gebiet verbreitet und könnte daher als Art überleben. Er bewohnt die Anden von Venezuela bis Patagonien (Feuerland), aber seine Zahl ist im Vergleich zu früher ebenfalls stark zurückgegangen. Dank ihrer riesigen Flügel sind die Kondore ausgezeichnete Segler und imstande, sich auch durch geringe thermische Aufwinde dahintragen zu lassen. Infolge der großen Flügel haben die Kondore jedoch einen großen Wenderadius. Bei regnerischem Wetter können sie ihre Flugkünste nicht ausreichend entfalten und halten sich lieber auf dem Boden auf. Für solch große Segler wie die Kondore sind natürlich hohe Gebirge mit ihren ständig wechselnden Luftströmungen der einzig richtige Lebensraum. Der Andenkondor ist nicht nur der größte aller flugfähigen Vögel, er läßt auch mit bis zu 7000 Meter Flughöhe jeden anderen Vogel unter sich zurück.

Selbst im Tod scheint der Kondor ein außergewöhnlicher Vogel zu sein. Immer wieder berichteten Menschen davon, daß ein Kondor so hoch wie nur irgend möglich aufsteigt, um dann in einen rasenden Sturzflug überzugehen. So beendet er sein Leben zerschmettert an einer Felswand, anstatt Opfer eines Jägers zu werden oder einfach irgendwo zu sterben. Obwohl bei diesen Berichten die Verehrung indigener südamerikanischer Einwohner für den Kondor eine Rolle spielen, sind sie auf Grund von Knochenfunden nicht völlig von der Hand zu weisen.

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