Suppenschildkröte (Chelonia mydas)

Die Suppenschildkröte ist nach der Lederschildkröte die zweitgrößte Meeresschildkröte der Welt. Dabei unterscheidet sich die Suppenschildkröte in ihrer Ernährung bereits ganz erheblich von ihren Verwandten. Während alle anderen Meeresschildkröten „Raubtiere“ sind und von Fischen, Schnecken, Krabben etc. leben, ist die erwachsene Suppenschildkröte eine reine Vegetarierin. Sie ernährt sich hauptsächlich von Seegras und in kleinerem Umfang auch von Meeresalgen. Ihre Lieblingsspeise wird sogar treffend Schildkrötengras genannt. Diese Seegrasart bilden in tropischen Gewässern ausgedehnte unterseeische „Wiesen“, welche neben den Suppenschildkröten auch von den Seekühen gerne beweidet werden. Aber nicht in jedem Alter leben Suppenschildkröten von rein vegetarischer Kost. Während ihrer Jugend lebt sie hauptsächlich von Krebsen und anderen Wirbellosen Kleintieren.

Suppenschildkröte Steckbrief

Klasse:Reptilia (Reptilien)
Ordnung:Chelonia (Schildkröten)
Familie:Cheloniidae (Meeresschildkröten)
Gattung:Chelonia (Suppenschildkröten)
Art:Chelonia mydas
Alias: grüne Meeresschildkröte
Status:akut vom Aussterben bedroht
Verbreitung:Atlantischer, Pazizifischer und Indischer Ozean. Mittelmeer und Schwarzes Meer.
Lebensraum:Warme Meere in der ganzen Welt
Maße und Gewichte:Körperlänge: bis 140 cm
Gewicht: bis 450 Kg
Fortpflanzung:Weibchen können sich alle drei bis vier Jahre fortpflanzen, während erwachsene Männchen sich jedes Jahr fortpflanzen können. Eine weibliche Grüne Meeresschildkröte erscheint einige Wochen nach der Paarung am Strand und gräbt ein Loch in den Sand für ihre Eier. Sie legt 75 bis 200 Eier in das Loch und bedeckt es anschließend mit Sand.
Die Männchen paaren sich mit den Weibchen auf der Nahrungssuche, entlang der Wanderrouten und außerhalb der Niststrände. Grüne Meeresschildkröten legen etwa 110 Eier pro Nest und nisten mehrere Monate lang alle zwei Wochen, bevor sie zu ihren Futterplätzen zurückkehren. Die Jungtiere brechen ihre Schalen auf und schlüpfen nach etwa zwei Monaten aus den Eiern, wobei sie einen besonderen „Eizahn“ benutzen. Die meisten Arten legen jedes Jahr Eier, einige wenige Arten legen jedes zweite Jahr, und einige wenige Arten legen zweimal in einer einzigen Nistsaison. Meeresschildkröten legen in jeder Nistsaison oft mehrere Gelege.

Äußerliche Merkmale der Suppenschildkröte

Die grüne Schildkröte ist die größte Art der hartschaligen Schildkröten und die zweitgrößte aller Meeresschildkröten. Sie sind bis 120 cm lang und bis zu 160 kg schwer.

Grüne Meeresschildkröten haben den größten Panzer aller hartschaligen Meeresschildkröten, aber einen kleinen Schädel. Ein typischer Erwachsener ist zwischen 80 cm und 1,20 m groß und wiegt zwischen 150 und 175 kg. Ihr Panzer ist dunkelbraun, grau oder olivfarben und hat eine hellere gelb-weiße Unterseite. Die größte grüne Schildkröte der Welt war 152 cm lang und wog 395 kg. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 110 und 190 kg. Grüne Schildkröten haben eine lange Lebenserwartung von mindestens 70 Jahren. Weibliche Meeresschildkröten erreichen die Geschlechtsreife im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Alle 2 bis 5 Jahre machen sie Fortpflanzungswanderungen und kehren zur Eiablage an denselben Strand zurück, an dem sie Jahrzehnte zuvor geschlüpft sind.
Die Meeresschildkröte ist Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Seegräsern und Algen, was sie zu einer Besonderheit unter den Meeresschildkröten macht.

Vorkommen und Lebensraum der Suppenschildkröte

Grüne Meeresschildkröten sind im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean sowie im Mittelmeer in subtropischen und gemäßigten Klimazonen zu finden. Grüne Meeresschildkröten sind in küstennahen Gewässern von Texas bis Maine, auf den US-Jungferninseln und in Puerto Rico im Atlantik und im Golf von Mexiko zu finden. Schildkröten verbringen die meiste Zeit ihres Lebens schwimmend.

Mit Schwimmhäuten an den Füßen oder Flossen und einem stromlinienförmigen Körper sind sie gut an das Leben im Wasser angepasst. Meeresschildkröten verlassen das Wasser nur, um ihre Eier an den Strand zu legen. Süßwasserschildkröten leben in Teichen und Seen und klettern aus dem Wasser, um sich in der Sonne auf Baumstämmen oder Felsen zu sonnen. Algen und Seegräser machen den größten Teil ihrer Nahrung aus, aber sie fressen auch Schwämme, Krebstiere und weggeworfene Fische. Tierische Beute wird von der ostpazifischen grünen Schildkröte in größeren Mengen verzehrt als von anderen Gruppen.

Rudel- und Sozialverhalten

Grüne Meeresschildkröten sind Einzelgänger, versammeln sich jedoch regelmäßig in flachen, seegras- oder algenreichen Meeren, um nach Nahrung zu suchen. Echte Karettschildkröten und Grüne Meeresschildkröten kehren häufig zum Schlafen in dieselbe Gegend zurück.
Obwohl man Meeresschildkröten nicht oft als gesellige Tiere betrachtet, kommen mehrere Arten vor der Küste in Gruppen zusammen. Meeresschildkröten versammeln sich, um sich zu paaren. Die Mitglieder einiger Arten wandern gemeinsam zu ihren Brutgebieten. Wenn die Jungtiere ins Wasser kommen, bleiben sie in der Regel allein, bis sie eine Partnerin gefunden haben.

Fortpflanzung und Sexualverhalten der Suppenschildkröte

Suppenschildkröten führen die meiste Zeit ihres Lebens ein einzelgängerisches Leben. Nur etwa alle drei Jahre verspüren erwachsene Suppenschildkröten-Weibchen den Drang, zu ihrem Geburtsort zurückzukehren, um dort Eier abzulegen. Die Paarung mit einem Männchen findet in der Nähe des Heimatstrandes statt. In einer der darauf folgenden Nächte begibt sich das Weibchen an Land und schleppt sich langsam den Sandstrand bis weit oberhalb der Flutmarke hinauf. Dort hebt die Schildkröte mit ihren Hinterflossen eine Grube aus und legt ihre kugelrunden weißen Eier ab. Anschließend schaufelt sie das Loch wieder zu. Damit hat das Weibchen seinen Anteil an der Fortpflanzung bereits erledigt und kriecht langsam und erschöpft wieder dem Meer entgegen.

Während einer Fortpflanzungssaison wiederholt sich diese Paarung in Intervallen von 10 bis 15 Tagen. Suppenschildkröten bringen es in einer Saison so auf zwei bis drei, manchmal sogar bis zu sechs verschiedene Gelege. Pro Gelege werden dabei zwischen 20 und 200 Eier abgelegt. Vom Sand geschützt und von der Sonne ausgebrütet schlüpfen die jungen Schildkröten nach ungefähr zwei Monaten aus ihren Eiern. Die Jungen brechen dabei alle miteinander und meistens nachts aus ihren Gelegen hervor und hasten unverzüglich in Richtung Meer. Die nur fünf bis sechs Zentimeter langen Schildkrötenbabys wissen instinktiv um die drohenden Gefahren. Sie sind eine leichte Beute für Möwen, Fregattvögel, Reiher, Echsen und sogar für Füchse.

Aber auch im Wasser sind die Winzlinge keineswegs sicher. Hier lauern Haie, Muränen, Kraken und andere Raubfische bereits auf die leichte Beute. Tatsächlich überleben nur wenige der kleinen Schildkröten die ersten Lebenstage. Um diese enorme Verlustrate auszugleichen, legt ein Suppenschildkröten-Weibchen im Laufe ihres Lebens insgesamt etwa 3000 Eier damit wenigstens ein paar Jungen erwachsen werden und für die Arterhaltung sorgen können.

Gefährdung des Tierart

Die Schildkrötenpopulationen sind im letzten Jahrhundert aufgrund der menschlichen Nachfrage nach Fleisch, Eiern, Haut und Panzern zurückgegangen. Die Zerstörung der Futter- und Nistplätze sowie die Verschmutzung der Weltmeere richten bei den verbleibenden Schildkrötenpopulationen verheerende Schäden an. Grüne Schildkröten, die das Seegras abweiden, sind ein wichtiges Mittel, um Seegraswiesen gesund zu erhalten. Und gesundes Seegras kommt vielen Arten zugute und speichert Kohlenstoff.

Während vieler Millionen von Jahren waren Suppenschildkröten mit die erfolgreichsten tierischen Meeresbewohner. Umfangreiche Bestände lebten einst in allen warmen Meeren der Erde. Dieses ungestörte Leben hat der Mensch binnen kürzester Zeit abrupt beendet. Weltweit wurden die an Land steigenden Weibchen abgeschlachtet, um Fleisch, Öl und Schildpatt aus ihnen zu gewinnen. Die Gelege wurden geplündert, die Eier teuer verkauft, da Suppenschildkröteneier angeblich potenzsteigernd wirken. Des weiteren verloren viele Tiere ihre Brutstrände an den Massentourismus, denn wo sich ein Hotel an das andere reiht und die Strände von Menschen überquellen, da bleibt kein Platz für Tiere übrig. Und nicht zuletzt wurden die küstennahen Seegrasfelder durch die menschengemachte Wasserverschmutzung derart geschädigt, dass sogar die Nahrung für die Tiere knapp wird. So stehen diese friedfertigen Meeresbewohner heute am Rand der Ausrottung. Ob Schutzmaßnahmen wie das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“, welches jeglichen Handel mit Produkten von Suppenschildkröten verbietet, oder der Schutz und die Überwachung traditioneller Niststrände die drohende Ausrottung verhindern können, ist zur Zeit noch offen.

Video über die Suppenschildkröte

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