Stockente (Anas platyrhynchos)

Stockenten sind eine der am meisten verbreiteten Entenarten. Wie die überwiegende Mehrzahl der Vögel leben auch sie in Einehen. Sie ernähren sich überwiegend vegetarisch, also von Blättern, Körnern, Samen und jungen Trieben. Gelegentlich fressen sie aber auch Würmer, Weichtiere und Insekten. An beliebten Ausflugszielen mit Teichen und einer Stockentenpopulation werden diese immer wieder von Menschen mit großen Mengen Brot gefüttert. So gut dies auch gemeint ist, leider kommt es dadurch gelegentlich zu viel zu hohen Besätzen. Als Folge davon grasieren dann schlimme Krankheiten unter den Vögeln. Durch verschimmelnde Brotreste in größeren Mengen können kleinere Teiche sogar ökologisch „umkippen“.

Stockente Steckbrief

Klasse:Aves (Vögel)
Ordnung:Anseriformes (Enten, Gänse, Schwäne und Schwertvögel)
Familie:Anatidae (Enten, Gänse und Schwäne)
Art:Anas platyrhynchos
Verbreitung:Nordamerika, Europa, Asien sowie im nordwestlichen Afrika
Lebensraum:Seen, Flüsse und Teiche
Maße und Gewichte:Körperlänge: bis 56 cm
Gewicht: 700 – 1500 g
Spannweite: bis 95 cm
Fluggeschwindigkeit: bis maximal 110 km/h
Fortpflanzung:Stockenten nisten in Pflanzen in Ufernähe. Das Weibchen legt von 7 bis hin zu 16 Eier. Nach einer Brutzeit von 28 Tagen schlüpfen die Jungen, die das Nest bereits kurz nach dem Schlüpfen verlassen können (sogenannte Nestflüchter). Nach sieben bis acht Wochen sind die Jungen flugfähig. Stockenten können bei guter Witterung 2 mal pro Jahr brüten. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Stockenten liegt bei 10 bis 15 Jahren. Unter menschlicher Obhut können die Vögel bis zu 40 Jahre alt werden.

Äußerliche Merkmale der Stockente

Die männliche Stockente wird als Erpel bezeichnet, während das Weibchen als Henne bezeichnet wird. Enten laufen zwar langsam, können aber recht schnell fliegen.

Männliche Stockenten haben einen leuchtend gelben Schnabel und einen dunklen, schillernd-grünen Kopf. Der graue Körper wird von einer braunen Brust und einem schwarzen Rücken eingerahmt. Weibchen und Jungtiere haben eine braune Sprenkelung und einen orange-braunen Schnabel. Auf den Flügeln haben beide Geschlechter einen weiß gesäumten blauen Fleck, das Spekulum.

Die Stockente ist 50-65 cm lang, wobei der Körper etwa zwei Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Der Schnabel ist4 bis 6 cm lang und die Flügelspannweite beträgt 80-100 cm. Sie wiegt 0,7 bis 1,5 kg und ist damit etwas schwerer als die meisten anderen Tafelenten. Stockenten werden mit vierzehn Monaten erwachsen und haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von drei Jahren, können aber auch bis zu zwanzig Jahre alt werden. Die Weibchen mehrerer Entenarten haben ein braunes Gefieder, das mit dem von Stockenten verwechselt werden kann.

Vorkommen und Lebensraum der Stockente

Stockenten bevorzugen flache, ruhige Gewässer, sind aber in Asien, Europa und Nordamerika praktisch in jedem Süßwasser zu finden. Sie sind auch in Salz- und Brackwasser sowie in Sümpfen zu finden. Stockenten können praktisch in allen Arten von Feuchtgebieten leben, ob natürlich oder vom Menschen geschaffen. Man findet sie in großstädtischen und vorstädtischen Parks sowie in Hinterhöfen von Wohnhäusern, in Seen, Teichen, Sümpfen, Flüssen und Küstenlebensräumen.

Der größte Teil der Nahrung besteht aus pflanzlichem Material, darunter Samen, Stängel und Wurzeln einer breiten Palette von Pflanzen, darunter Seggen, Gräser, Teichgräser, Seegräser und viele mehr, sowie Eicheln und andere Baumsamen und verschiedene Arten von Getreideabfällen. Auch Insekten, Krebstiere, Mollusken, Kaulquappen, Frösche, Regenwürmer und kleine Fische werden gefressen.

Rudel- und Sozialverhalten

Stockentenschwärme sind häufig dabei zu beobachten, wie sie ihre Köpfe senken oder sich im Wasser völlig aufrichten. Sie halten sich in Feuchtgebieten auf und ernähren sich von Wasserpflanzen und Kleintieren. Sie tauchen selten und ziehen es vor, in der Nähe der Wasseroberfläche nach Insekten, Fischen, Amphibien und einer Vielzahl von Pflanzen zu suchen. Sie weiden auch an Land und fressen Körner und Pflanzen. Stockenten sind gesellige Tiere, die sich gerne in Gruppen oder Schwärmen unterschiedlicher Größe zusammenschließen. Sie brauchen die Gesellschaft anderer Enten, um zu überleben. Es ist zwar möglich, nur eine Ente zu halten, aber es wird dringend empfohlen, mindestens eine weitere Ente als Gesellschaft zu haben, wobei drei oder vier Enten ideal sind.

Fortpflanzung und Sexualverhalten der Stockente

Die Stockente nistet fast überall und frisst fast alles, auch Futter aus der Hand. Im Gegensatz zu den meisten Enten ziehen Stockenten ihre Jungen lieber im Landesinneren auf und legen oft bis zu einer Meile zurück, um den nächstgelegenen Teich zu erreichen. Daher sind Stockenten-Nester auf Schulhöfen, in Innenstädten und an anderen ungewöhnlichen Orten zu finden.

Das Männchen begleitet in der Regel seine Partnerin und umwirbt sie, indem es mit dem Kopf wippt, den Schnabel ins Wasser taucht und das Wasser abtropfen lässt und sein grünes Gefieder aufblitzen lässt. Bei der Paarung steigt das Männchen auf das Weibchen und streckt seinen Penis in weniger als einer Sekunde auf seine volle Länge von 1-2 Zentimetern aus. Dabei umklammert das Männchen oft den Hals des Weibchens mit seinem Schnabel, um sich festzuhalten; deshalb haben manche Weibchen kahle Stellen am Hals.

Obwohl Stockenten angeblich monogam sind, nehmen sie häufig an „Vergewaltigungsjagden“ teil, die heute als „erzwungene Kopulationen“ bekannt sind. Dabei macht eine Gruppe von Männchen Jagd auf ein Weibchen und zwingt es zur Paarung – ein Akt, der zum Tod des Weibchens führen kann.

Gefährdung der Tierart

Stockenten stehen in den USA unter dem Schutz des Vogelschutzgesetzes (Migratory Bird Treaty Act), so dass es illegal ist, das Nest ohne Genehmigung umzusiedeln. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) stuft die Stockente als eine der am wenigsten gefährdeten Arten ein (IUCN). Im Gegensatz zu vielen anderen Entenarten gilt die Stockente in einigen Gebieten als invasive Art. Sie ist eine äußerst anpassungsfähige Art, die in städtischen Gebieten, in denen früher eher ortsgebundene, empfindliche Wasservogelarten vorkamen, existieren und sogar leben kann.

Video über die Stockente

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