Königsalbatros (Diomedea epomophora)

Der Südliche Königsalbatros (Diomedea epomophora) aus der Familie der Albatrosse ist ein großer Seevogel. Er ist neben dem Wanderalbatros eine der beiden größten Albatrosarten mit einer durchschnittlichen Flügelspannweite von fast 3 m. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass der südliche Königsalbatros etwas größer ist und eine ähnliche Flügelspannweite wie der Wanderalbatros hat. Allerdings behaupten andere Quellen, dass die beiden Arten in etwa gleich groß sind und der Wanderalbatros in einigen Kolonien eine größere durchschnittliche Flügelspannweite haben kann.

Der Name Albatros leitet sich von dem portugiesischen „alcatraz“ ab. Er bedeutet soviel wie Schöpfeimer. Albatrosse verbringen den größten Teil ihres Lebens in der Luft oder auf dem Wasser. Nur zum Brüten suchen die Vögel die Küsten verschiedener pazifischer Inseln auf. Die Flügel der Tiere sind im Verhältnis zu ihrer Länge sehr schmal, aber gerade. Dadurch sind sie hervorragend zum Segeln geeignet. Ein Albatros kann damit kilometerweit segeln, ohne ein einziges Mal mit den Flügeln zu schlagen. Hierzu benötigen die Vögel nicht einmal thermische Aufwinde, ihnen genügen die über dem Meer wehenden Luftströmungen.

Königalbatros Steckbrief

Klasse:Aves (Vögel)
Ordnung:Procellariiformes (Albatrosse und Sturmvögel)
Familie:Diomedeidae (Albatrosse)
Gattung:Diomedea (Albatrosse)
Art:Diomedea epomophora
Verbreitung:Westpazifik
Lebensraum:Offenes Meer und Inseln
Maße und Gewichte:Körperlänge: 140 cm
Spannweite: 320 cm
Gewicht: 7,5 kg (Männchen)
Spitzengeschwindigkeit: 75 km/h
Fortpflanzung:Alle zwei Jahre zieht ein Paar Königsalbatrosse ein Küken auf. Die Vögel paaren sich im September in den Brutkolonien am Taiaroa Head. Anfang November sammeln die Weibchen mit ihrem Schnabel Pflanzenmaterial und Erde um ihre Nester auf der Landzunge. Bald darauf legen sie ein einziges weißes Ei, das bis zu einem Pfund schwer sein kann.

Äußerliche Merkmale des Königsalbatros

Die Flügelspannweite eines Wanderalbatros misst bis zu 3,2 Meter und ist damit der größte Vogel der Erde, was die Flügelspannweite angeht. Albatrosse können bis zu sechs Jahre lang auf dem Meer bleiben, ohne an Land zu kommen. Albatrosse können 50, 60 oder sogar 70 Jahre alt werden und verbringen die meiste Zeit damit, über das offene Wasser zu fliegen.

Der Königsalbatros (D. epomophora) ist meist weiß mit schwarzen Außenflügeln und hat eine Flügelspannweite von bis zu 320 cm. Es gibt zwei Arten von Königsalbatrossen: den südlichen und den nördlichen. Der südliche ist etwas größer als der nördliche. Auf See unterscheidet er sich vom Nordalbatros durch seine weißen Oberflügel mit schwarzen Rändern und Spitzen, während die Oberflügel des Nordalbatrosses völlig schwarz sind. Der nördliche Königsalbatros hat eine Flügelspannweite von 270-305 cm, wiegt 6,2-8,2 kg und misst etwa 115 cm. Die weißen Oberflügel mit schwarzen Rändern und Spitzen unterscheiden ihn vom nördlichen Albatros auf See, während die Oberflügel des nördlichen Albatros ganz schwarz sind. Königsalbatrosse gehören zu den langlebigsten Vögeln der Welt und werden in der Regel bis zu ihrem vierzigsten Lebensjahr alt.

Vorkommen und Lebensraum des Königsalbatros

Königsalbatrosse verbringen die meiste Zeit ihres langen Lebens in der Luft und kommen nur im südlichen Sommer auf felsige Inseln in der Nähe des Polarkreises herunter, um sich fortzupflanzen. Sie sind dafür bekannt, dass sie Fischerbooten folgen und auf ihre Beute warten. Königsalbatrosse jagen an der Meeresoberfläche nach toten oder schwimmenden Fischen und Tintenfischen.

Königsalbatrosse sind bekannte Meerestiere, die große Entfernungen zurücklegen, um zu fressen – bis zu 190.000 Kilometer pro Jahr. Königsalbatrosse sind im gesamten Südpolarmeer und im Winter in den Küstengewässern Neuseelands am häufigsten anzutreffen. Nördliche Königsalbatrosse legen ihre Eier auf den Chatham-Inseln (Forty-fours Island, Big Sister Island und Little Sister Island), der Enderby-Insel der Auckland-Inseln und dem Taiaroa Head auf der neuseeländischen Halbinsel Otago ab.

Fortpflanzung und Sexualverhalten des Königsalbatros

Die Brutpopulation des Südlichen Königsalbatros ist in Neuseeland endemisch, wobei sich der Großteil der Population auf der subantarktischen Campbell-Insel und eine kleinere Anzahl auf den Auckland-Inseln befindet. Der Königsalbatros brütet in Kolonien. In das Nest aus Pflanzenteilen wird in der Regel ein einzelnes Ei abgelegt. Das Ei wird von beiden Elternteilen abwechselnd etwa 78 Tage lang bebrütet. Der junge Albatros wird nach etwa 260 Tagen flügge. Bedingt durch diese lange Brutdauer und die zeitraubende Aufzucht der Jungtiere brüten manche Albatrosse nur alle zwei Jahre.

Gefährdung der Tierart

Der einzige wirkliche Feind der Albatrosse ist der Mensch. In früheren Zeiten wurden die Vögel in Notfällen von hungernden Seeleuten verspeist. Die Verfolgung aus kommerziellen Gründen begann Ende des 19. Jahrhunderts, als die Damenwelt entdeckte, das die Federn des Albatros ein ausgezeichnetes Modeattribut darstellen. Eine der größten pazifischen Kolonien auf den Midway-Inseln wurde während des Zweiten Weltkrieges vernichtet. Man fand es damals für nötig, ausgerechnet im Brutgebiet der Tiere einen Flughafen zu errichten.

Heutzutage drohen dem Albatros ganz andere Gefahren. Nach der Treibnetzfischerei, die wegen ihrer katastrophalen Folgen zu Recht in allen Medien als Massenvernichtungsmittel angeprangert wurde, hat die industrielle Fischerei eine neue Variante gefunden, um die Meere von ihren Bewohnern zu befreien. Die Rede ist hier von der Langleinenfischerei. Langleinenfischerei, das bedeutet, dass Leinen mit einer Länge von 130 Kilometern ausgeworfen werden. Solche Leinen sind mit bis zu 3000 Haken bestückt. Das Hauptziel ist der Fang von Thunfisch, aber alljährlich sterben nach Untersuchungen australischer Biologen mehr als 40.000 Albatrosse und etwa noch einmal so viele andere Seevögel in diesen Leinen. Insbesondere Fangschiffe aus der EU sind an dieser Massenvernichtung von Seevögeln wesentlich beteiligt.

Video über Königsalbatros

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