Exxon Valdez – 13 Jahre nach der Katastrophe noch in Betrieb

Auch dreizehn Jahre nach der verheerenden Ölkatastrophe in Alaska hat der verantwortliche US-Ölkonzern Exxon offenbar nichts dazugelernt. Immer noch setzt Exxon einwandige Tanker zum Öltransport ein. Gerade das Fehlen einer zweiten Außenhülle hatte 1989 den Tankerunfall zur Ölkatastrophe werden lassen. Seit 1991 ist die reparierte „Exxon Valdez“ unter dem neuen Namen „Sea River Mediterranean“ wieder unterwegs. Sie fährt auf der Route Ferner und Mittlerer Osten und Australien. Andere Exxon-Tanker, darunter das baugleiche Schwesterschiff der „Valdez“, befahren sogar genau die damalige Katastrophen-Route zwischen Kalifornien und Valdez in Alaska. Bisher hat sich der Öl-Multi erfolgreich gegen die 1994 verhängten Strafzahlungen von fünf Milliarden US-Dollar gewehrt und ist lediglich für vergleichsweise niedrige Schadensersatzzahlungen und Reinigungsarbeiten aufgekommen.

Zur Erinnerung: Am 24. März 1989 läuft der Öltanker Exxon Valdez auf das Bligh Riff im Prinz William Sound in Alaska auf. 40.000 Tonnen Öl strömen ins Meer, die Küste wird auf einer Länge von 2000 Kilometern verseucht. Hunderttausende Seevögel und Fische, sowie Tausende Säugetiere müssen sterben. Heute, 13 Jahre später, ist die Küste noch immer verschmutzt, die Tierbestände erholen sich bisher je nach Art nur schwach oder gar nicht. Denn wichtige Nahrungsbestandteile wie Muscheln und Heringe sind noch immer mit giftigen Ölrückständen kontaminiert. Ob und wann sich das Gebiet mit seinem äußerst empfindlichen Ökosystem erholt, ist nicht abzusehen.

1990 haben die USA den „Oil Polution Act“ erlassen. Seit Juli 1990 müssen alle Tanker, die neu gebaut werden und einen US-Hafen anlaufen wollen, eine Doppelhülle haben. Ab 2015 sollen auch nach internationalen Bestimmungen alle Einhüllentanker von den Meeren verschwunden sein. Doch es gibt großzügige Ausnahmeregelungen, die offensichtlich auch Exxon weidlich ausnutzt. Greenpeace hält die Gesetzeslage für nicht ausreichend und fordert eine bessere und eindeutigere Haftung bei Tankerunfällen. Außerdem sollen Tanker ohne Doppelhülle früher aus dem Verkehr gezogen werden und sensible Meeresgebiete grundsätzlich nur mit doppelwandigen Tankern modernster Technik befahren werden dürfen.

Quelle: Greenpeace

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