Emu (Dromaius novaehollandiae)

Der Emu (Dromaius novaehollandiae) ist nach dem Strauß der größte lebende Vogel. Er ist in Australien beheimatet und das einzige lebende Mitglied der Gattung Dromaius.

Der Emu gehört zu den nicht flugfähigen Vögeln. Dafür kann er mit einer Geschwindigkeit von knapp 50 km/h laufen. Heute ist der Emu der letzte Überlebende seiner Art. Eine weitere Art, der schwarze Emu (Dromaius minor), der früher auf der Känguru- und der Kinginsel lebte, wurden Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet.


Emu Steckbrief

Klasse:Aves (Vögel)
Ordnung:Casuariiformes (Kasuarvögel)
Familie:Dromaiidae (Emus)
Gattung:Dromaius (Emus)
Art:Dromaius novaehollandiae
Verbreitung:Australien
Lebensraum:Grasland, Savanne, Steppe und Waldland in gemäßigtem Klima
Maße und Gewichte:Körperlänge: bis 180 cm bei einer Rückenhöhe von 100 cm
Gewicht: bis 35 kg (Männchen) bzw. bis 40 kg (Weibchen)
Spitzengeschwindigkeit: ca. 50 km/h
Fortpflanzung:Das Nest der Emus besteht aus vielerlei plattgetretenen Pflanzenteilen. Meist wird das Nest so plaziert, daß der brütende Vogel freie Sicht nach allen Seiten hat. Das Weibchen legt zwischen 15 und 25 dunkelgrüne Eier, die anschließend vom Männchen 55 bis 60 Tage lang bebrütet werden. Ebenso wie das Brüten ist der Nestbau und die Aufzucht der Jungen ausschließlich Aufgabe des Hahnes. Das Weibchen beschränkt sich auf das Legen der Eier. Die Jungen verlassen zwei bis drei Tage nach dem Schlüpfen bereits das Nest. Die Küken sind dann zur Tarnung gegen Feinde mit einem grauweis und dunkelbraun gestreiften Daunenkleid bedeckt. Ausgewachsen sind die Jungtiere im Alter von zwei bis drei Jahren.

Merkmale der Emus

Emus sind mit weichen, flauschigen Federn bedeckt. Sie haben zwei Augenlider, eines zum Blinzeln und das andere, um den Staub draußen zu halten.

Emus haben mehrere körperliche Merkmale mit Straußen gemeinsam, den einzigen Vögeln, die größer sind als Emus. Emus können bis zu 190 cm groß werden, mit einem Durchschnitt von 175 cm. Die Füße der Emus haben drei nach vorne gerichtete Zehen und keine nach hinten gerichteten Zehen, wie bei anderen Laufvögeln. Emus haben, wie andere flugunfähige Laufvögel, lange nackte Beine. Sie haben Wadenmuskeln, die sie zum Sprinten und für Langstreckenläufe besser geeignet machen. Dank dieser Veränderungen in der Kraft können sie eine Geschwindigkeit von 13,4 m/s bei einer Schrittlänge von 3 m erreichen. Die Beine sind stark genug, um Zäune zu zerschlagen und Raubtiere zu verstümmeln. Ein Emu wiegt im Durchschnitt 36-40 Kilogramm, wobei die Weibchen etwas schwerer sind.

Männchen und Weibchen sind im Gefieder gleich. Nur direkt nach der Brutzeit gibt es kleine Unterscheide. Der Hals und Kopf des Weibchens ist dann mit schwarzen Federn bedeckt, während das Männchen an diesen Stellen weitgehend nackt ist. Die Beine der Vögel sind ungefiedert und recht lang. Die Füße besitzen drei Zehen mit starken Nägeln. Die Unterseite der Zehen ist platt und bildet eine Art Sohle. Der breite Schnabel der Tiere ist relativ weich, gerade hart genug, um Samen, Beeren und Insekten greifen und fressen zu können.

Sein zotteliges, dunkelbraunes Gefieder ist nicht stromlinienförmig und bietet keinen Sonnenschutz. Dieses Gefieder spiegelt seine Umgebung wider und kann in der Farbe variieren. Junge Emus haben braune Längsstreifen auf ihrem viel dünneren Gefieder, um sich besser zu tarnen. Emus haben kleine, schlagende Flügel, die ihnen nicht beim Fliegen helfen. Sie haben einen langen, weißlich-blauen Hals. Auf dem Kopf haben sie schwarze Federn und einen großen schwarzen Schnabel, mit dem sie grasen.

Lebensraum der Emus

Aufgrund ihrer wandernden Natur besiedeln Emus praktisch jeden Lebensraum in Australien. Sie bevorzugen Savannen, Grasland und subtropische Klimazonen. Emus mögen Standorte mit stehendem Wasser und werden am häufigsten in Savannen beobachtet. Sie meiden dicht bewaldete und verödete Gebiete, um Wasser zu sparen.

Vorkommen

In ihrer Heimat werden die Vögel seit langer Zeit verfolgt, weil sie in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten Schaden anrichten. In den Regionen nahe der Küste Australiens wurde der Emu in regelrechten Großeinsätzen vernichtet, um den lästigen Nahrungskonkurrenten der Rinder- und Schafzüchter zu beseitigen. Heute wird der Vogel zwar nur noch vertrieben, jedoch stellt man zum Schutz der Landwirtschaft Hunderte von Kilometer Zaun auf. Da die Tiere in Dürrezeiten so vom lebensnotwendigen Wasser abgeschnitten werden, dürfte der Tierbestand auch in Zukunft weiter sinken.

Fortpflanzung der Emus

Weibliche Emus brüten polyandrisch, aber nicht alle tun das. Im Dezember/Januar beginnen männliche und weibliche Emus mit Balztänzen. Wenn der männliche Emu nicht gut genug ist, kann das Weibchen gewalttätig werden. Wenn das Emu-Männchen erfolgreich ist, kann es das Weibchen bis zu fünf Monate lang umwerben. Das Emu-Weibchen kann andere Weibchen umwerben, bevor es seine Eier legt. Nach der Bebrütungsphase der Männchen suchen die Emu-Weibchen nach unbesetzten Männchen. Polygamie nach der Paarung ist bei weiblichen Emus üblich, aber nicht ohne Folgen. Emu-Weibchen riskieren, ihren Partner zu verlieren, was die Bebrütung der Eier verhindert. Um dies zu verhindern, schützen einige Emus das Männchen vor dem Zugriff auf andere Weibchen. Bis zur Bebrütung der Eier, wenn das Männchen allen anderen Emus gegenüber aggressiv wird, ist das Weibchen die Hauptverantwortliche für die Paarbildung. Emus beginnen mit der Paarung im Alter von 18 bis 20 Monaten. Die Emus paaren sich und brüten, bis die Eier gelegt werden. Etwa 48-56 Tage nach der Befruchtung können weibliche Emus Sperma speichern und alle 3 Tage nach dem ersten Gelege etwa 5-24 Eier Eier legen. Ihre Nester werden bei Bedarf von einem anderen männlichen Emu bebrütet. Männliche Emus können sich während der Inkubationsphase allein von gespeichertem Fett ernähren. Nach 48-56 Tagen Brutzeit schlüpfen alle Eier innerhalb weniger Tage. Das neu geborene Emu wiegt etwa 500 Gramm.

Video über Emus

Tierenzyklopädie

Tierenzyklopädie – das kompakte Tierlexikon

Social