Fennek Fennecus zerda Wüstenfuchs


Fennek Fennecus zerda Wüstenfuchs 4.25/5 (85.07%) 71 votes

Fennek

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Fennek
Fotos:
Ralf Schmode
Ordnung: Carnivora (Fleischfresser)
Familie: Canidae (Hunde, Wölfe, Koyoten, Schakale und Füchse)
Gattung: Fennecus (Fenneks)
Art: Fennecus zerda
Alias: Wüstenfuchs
Verbreitung: Der Fennek kommt in der afrikanischen Sahara sowie in den angrenzenden Gebieten vor. Ebenso ist er in Teilen Arabiens und auf der Sinaihalbinsel vertreten.
Lebensraum: Wüste, besonders sandige Gebiete mit Dünen
Maße und Gewichte: Kopf – Rumpflänge: 35 – 40 cm
Schulterhöhe: 18 – 22 cm
Gewicht: 1 – 1,5 Kg
Fortpflanzung: Fennek (Wüstenfuchs) Die Paarungszeit der Fenneks fällt in die Monate Januar und Februar. Die Fennekweibchen, im Fachjargon Fähen genannt, bringen nach einer Tragezeit von rund 50 Tagen ihre zwei bis fünf Jungen zur Welt. Der Nachwuchs wird insgesamt über acht Wochen hinweg gesäugt, nimmt aber schon nach drei bis vier Wochen neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich. Bis zum Ende ihres ersten Sommers haben die Jungfüchse dann bereits die hohe Kunst der selbstständigen Jagd erlernt. Geschlechtsreif werden die jungen Füchse etwa im Alter von 12 Monaten. Über das Höchstalter der kleinen Wüstenbewohner in freier Wildbahn ist leider recht wenig bekannt, aber in menschlicher Obhut können sie ein Alter ungefähr von zwölf Jahren erreichen.

 

Fennek (Wüstenfuchs) Der Fennek ist der kleinste aller Wildhunde überhaupt und vertritt zur Zeit noch eine eigene Gattung. Allerdings scheint nach neuesten Erkenntnissen der Fennek zu den tatsächlichen Füchsen zu gehören, so daß er in Zukunft wahrscheinlich unter der Gattung Vulpes (Füchse) geführt werden soll.
Fenneks sind speziell an die schwierigen Bedingungen des Wüstenlebens angepaßte Tiere. So besitzt der kleine Hund dicke Haarpolster unter seinen Pfoten. Diese Polster sind gleich in zweifacher Art nützlich. Zum einen ermöglichen sie es dem Wüstenfuchs, im lockeren Dünensand einen festen Tritt zu finden und sich mit müheloser Leichtigkeit auf diesem nachgiebigen Untergrund zu bewegen. Zum anderen schützen diese Polster das Tier vor Verbrennungen an den Pfoten, wenn es einmal gezwungen sein sollte, seinen Bau bei Tag zu verlassen. Ebenso wie die Behaarung der Pfoten bilden auch die bis zu 10 cm langen Ohren neben ihrer Funktion als sensible Schalltrichter noch einen speziellen Wüsteneffekt. Die Ohren strahlen überschüssige Körperwärme ab und schützen den Fennek, der keine Schweißdrüsen besitzt, vor Überhitzung. Da der Fennek auf diese Weise kein Wasser zur Stabilisierung seiner Körpertemperatur verwendet und sich am Tag nur in Notsituationen der heißen Wüstensonne aussetzt, ist der kleine Hund in der Lage, seinen Flüssigkeitsbedarf allein aus seiner Nahrung zu decken. Sind Wasservorkommen im Revier der Füchse vorhanden, werden diese aber auch genutzt.

Fennek Die bis zu 10 Tiere umfassenden Fennekfamilien bewohnen selbstgegrabene Baue. Solch ein Bau besteht aus einigen flach verlaufenden Röhren und einem geräumigen Kessel in der Mitte. Dort verschlafen die Tiere in der Regel den Tag. Erst in den kühlen Nachtstunden kommen sie heraus um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Ihre großen Nachtaugen und die empfindlichen Ohren spüren jede mögliche Beute in der näheren Umgebung auf. Fenneks ernähren sich in der sonst so kargen Wüste von allem, was entsprechend klein ist. So gehören Springmäuse, Eidechsen oder auch Insekten zu den Beutetieren der kleinen Füchse, die aber auch Eier, Früchte und Aas nicht verschmähen. Zum Verspeisen tragen die Fenneks ihre Beute gewöhnlich zum Bau zurück. Man nimmt an, dieses Verhalten dient der eigenen Sicherheit, denn der Fennek steht selbst auf der Speiseliste verschiedener größerer Raubtiere wie zum Beispiel dem Wüstenluchs. Der Nachteil an diesem Verhalten sind die eigenen Familienmitglieder. Trotz ihrer geselligen Lebensart sind Wüstenfüchse nicht sonderlich friedlich. Heftige Streitereien um Futter gehören zur Tagesordnung und so muß jeder sehen, das er seine eigene Beute auch behalten und verzehren darf.

Fennek Da die Lebensbedingungen in der Wüste konstant bleiben, bewohnt der Fennek ein Habitat mit stabilem Ökosystem. Durch seine hohe Spezialisierung ist der Wüstenfuchs in der Lage, äußerst unwirtliche Gegenden zu besiedeln. Der Nachteil dieser Spezialisierung besteht aber in der geringen Anpassungsfähigkeit der kleinen Füchse an Umweltänderungen. So ist der Fennek, ganz im Gegensatz zu unserem heimischen Rotfuchs, zum Beispiel nicht in der Lage, auf verstärkte Bejagung mit einer Erhöhung der Wurfzahlen zu reagieren. Da der Fennek in vielen Teilen seines Lebensraumes vom Menschen grundlos gejagt wird (er stellt weder für Mensch noch Vieh eine Bedrohung dar), ist der kleine Kerl in vielen Gegenden bereits ein seltener Anblick geworden und man vermutet, das die Art mittlerweile vom Aussterben bedroht sein könnte.

 

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