Weinbergschnecken Helix pomatia


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Weinbergschnecke

von Robert Nordsieck (Die lebende Welt der Weichtiere)

Klasse: Gastropoda (Schnecken) Weinbergschnecke
Ordnung: Eupulmonata (Echte Lungenschnecken)
Familie: Helicidae (Schnirkelschnecken)
Gattung: Helix (Weinbergschnecken)
Art: Helix pomatia (Weinbergschnecke)
Verbreitung: Die Weinbergschnecke war in ganz Mitteleuropa verbreitet, mit einigen Ausläufern Richtung Osteuropa. Aufgrund starker Besammlung als Nahrungsmittel sind Weinbergschnecken teilweise sehr selten geworden.
Lebensraum: Kalkreiche, feuchte Böden mit reichlichem Pflanzenbewuchs. Weinbergschnecken kommen trotz ihres Namens nicht nur auf Weinbergen vor, sondern oftmals am Wegrand in der Nähe von Waldrändern, wo dichter Pflanzenbewuchs für Schutz und Nahrung sorgt.
Maße und Gewichte: Weinbergschnecken sind die größten heimischen Gehäuseschnecken und werden deutlich über 4 cm groß.
Fortpflanzung: Weinbergschnecke Weinbergschnecken sind, wie die meisten Landschnecken, Zwitter, d.h. sowohl Männchen als auch Weibchen. Die Fortpflanzung der Weinbergschnecken beginnt damit, dass sich die Schnecken einen kleinen Kalkpfeil in den Fuß schießen. Beim anschließenden Liebesspiel steigen die Schnecken mit den Fußsohlen aneinander hoch und wiegen sich dabei hin und her. Die anschließende Begattung verläuft gegenseitig, d.h. die Schnecken können sich nicht selbst begatten. Etwas später gräbt die Weinbergschnecke eine Grube in die Erde, in der sie eine Anzahl Eier ablegt. Die Grube wird anschließend wieder verschlossen und vom Elterntier nicht weiter beachtet. Nach einigen Tagen schlüpfen die Jungschnecken, die bereits eine Schale mit eineinhalb Windungen haben.
Lebensweise: Weinbergschnecken haben eine große runde hellbraune Schale. Ihr Körper gliedert sich, wie bei allen Schnecken, in Kopf, Fuß und Eingeweidesack. Der Eingeweidesack enthält die inneren Organe und wird von der Schale geschützt. Weinbergschnecken haben vier Fühler, von denen zwei Augen tragen.

Weinbergschnecke Weinbergschnecken sind Pflanzenfresser und können einen großen Appetit entwickeln. Vor allem, wenn sie in größeren Zahlen auftreten, können Schnecken allgemein so zum Gartenschädling werden. Schnecken nehmen ihre Nahrung zu sich, indem sie mit der Radula, einer Raspelzunge, kleine Stücke aus der Nahrung raspeln und anschließend herunterschlucken. Weinbergschnecken nehmen dabei bevorzugt grüne, feuchte und weiche Pflanzenteile, wie Gurken und Salat zu sich.

Weinbergschnecken führen einen Winterschlaf durch, vor dem sie sich einen möglichst großen Speicher anfressen. Für ihren Winterschlaf vergräbt sich die Schnecke bevorzugt teilweise in der Erde. Anschließend legt sie vor der Mündung einen Kalkdeckel an, der sie gegen Feinde und gegen Austrocknung schützt. Wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird, stößt die Schnecke den Kalkdeckel ab und kommt wieder zum Vorschein. Dann ist sie ziemlich ausgehungert und sucht sich bald etwa zu Fressen, um ihren verbrauchten Nahrungsspeicher wieder aufzufüllen.

 

Schnecken werden vom Menschen oft ausschließlich als Gartenschädling betrachtet und mit mehr oder weniger üblen Methoden ums Leben gebracht. Dabei sollte der Gartenbesitzer beachten, dass das Vergiften von Schnecken die Umwelt stark in Mitleidenschaft zieht, da andere Tiere Schnecken fressen und das Gift so und Umlauf kommt. Außerdem haben Schnecken ebenso ein Recht auf unversehrtes Leben, wie alle anderen Tiere. Daher sollte der umweltbewusste Gartenbesitzer auch umweltgerechte Schutzmaßnahmen für seinen Garten ergreifen, wie z.B. Schneckenzäune, die Schnecken nur abhalten, aber nicht umbringen.
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