Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi)

Tiere von A bis z
Diardkuckuck mit rotem Gesichtsfleck, gelbgrünem Schnabel und schwärzlichem Bauch im Lianengewirr des Regenwalds
Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) in seinem typischen Lebensraum (KI Generiert)

Zusammenfassung: Diardkuckuck

Der Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) ist ein 36 bis 38 Zentimeter langer Kuckuck aus den Regenwäldern der Malaiischen Halbinsel, Sumatras und Borneos. Er ist schiefergrau mit schwärzlichem Bauch, trägt einen karminroten Hautfleck um das Auge und einen gelbgrünen Schnabel. Die Weltnaturschutzunio...

Der Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) ist ein 36 bis 38 Zentimeter langer Kuckuck aus den Regenwäldern der Malaiischen Halbinsel, Sumatras und Borneos. Er ist schiefergrau mit schwärzlichem Bauch, trägt einen karminroten Hautfleck um das Auge und einen gelbgrünen Schnabel. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn als potenziell gefährdet, weil sein Lebensraum für Holzeinschlag und Plantagen verschwindet.

Im Englischen heißt die Art Black-bellied Malkoha, schwarzbäuchiger Malkoha. Malkohas sind eine Gruppe von 15 überwiegend asiatischen Kuckucksarten, die ihre Eier anders als der europäische Kuckuck selbst ausbrüten. Der Diardkuckuck ähnelt dem größeren Grünschnabelkuckuck; Stuart Baker beschrieb ihn 1927 als kleinere, dunklere Ausgabe dieser Art.

Den deutschen Namen Diardkuckuck führt die Liste Deutsche Namen der Vögel der Erde der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 2020. Sie folgt in der Systematik der Welt-Vogelliste des Internationalen Ornithologen-Komitees (IOC), die zwei Unterarten unterscheidet: Phaenicophaeus diardi diardi in Südmyanmar, Südthailand, auf der Malaiischen Halbinsel und Sumatra sowie Phaenicophaeus diardi borneensis auf Borneo.

Steckbrief des Diardkuckucks

  • Stamm: Chordatiere (Chordata)
  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
  • Familie: Kuckucke (Cuculidae)
  • Gattung: Phaenicophaeus
  • Art: Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi), englisch Black-bellied Malkoha
  • Verbreitung: Südmyanmar, Südthailand, Malaysia, Brunei und Indonesien (Sumatra, Borneo); in Singapur ausgestorben
  • Lebensraum: Immergrüner Primär- und Sekundärwald, Sumpf- und Torfsumpfwald, Mangroven und Bambus, bis 1.200 m, selten bis 1.700 m
  • Körpergröße: 36 bis 38 cm, davon 21 bis 24 cm Schwanz
  • Gewicht: 56 bis 75 g
  • Soziales Verhalten: Einzeln oder in kleinen Gruppen bis fünf Vögel im dichten Laub
  • Fortpflanzung: Brütet selbst, kein Brutparasit; flache Nestschale aus Zweigen mit grünen Blättern, zwei weiße Eier, Brutzeit Januar bis Mai
  • Schutzstatus: potenziell gefährdet (Rote Liste der IUCN: Near Threatened, Bestand abnehmend)

Systematik des Diardkuckucks

Familie
Kuckucke (Cuculidae)
Gattung
Phaenicophaeus
Art
Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi), englisch Black-bellied Malkoha

Wie sieht der Diardkuckuck aus?

Der Diardkuckuck ist ein schlanker, schiefergrauer Kuckuck mit blaugrün glänzenden Flügeln und einem schwärzlichgrauen Bauch. Um das Auge liegt ein großer, samtiger Fleck karminroter Haut. Der Schnabel ist gelbgrün, der lange Schwanz glänzt wie die Flügel und trägt an der Unterseite weiße Spitzen.

KörperteilFärbungBesonderheit
Kopf und Halsschiefergraugroßer karminroter Hautfleck um das Auge
Rücken und Flügelschiefergrau mit leichtem Grünglanz, Flügel glänzend blaugrünauf Borneo dunkelgrau mit dunkel blaugrünen Flügeln
Kehle und Brustgrauheller als der schwärzliche Bauch
Bauch, Flanken, UnterschwanzschwärzlichgrauGrund für den englischen Namen Black-bellied
Schwanzglänzend blaugrün bis schwarzweiße Spitzen an der Unterseite
Schnabelgelbgrünbei Jungvögeln schlanker und dunkelgrau
Augeblassblau bis dunkelbraunAngaben der Quellen weichen ab

Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Jungvögel wirken matter, haben einen schlankeren, dunkelgrauen Schnabel und eine braune Iris. Die Irisfarbe der Altvögel beschreiben die Quellen unterschiedlich: Cuckoos of the World nennt blassblau bis dunkelbraun, das Handbuch Birds of Borneo für die Unterart borneensis blassblau, und Stuart Baker verwies 1927 auf die braune bis karminrote Iris des Grünschnabelkuckucks.

Der Schwanz misst beim Männchen 21,5 bis 24 Zentimeter, beim Weibchen 20,7 bis 24,1 Zentimeter. Gewogene Männchen wogen nach Cuckoos of the World zwischen 55,8 und 72,2 Gramm, ein Weibchen 75 Gramm; BirdLife International gibt 62 Gramm an.

Warum ist der Diardkuckuck ein Kuckuck und kein Häher?

Der Diardkuckuck gehört zur Familie der Kuckucke (Cuculidae), während Häher Rabenvögel (Corvidae) wie der Eichelhäher sind. Beide Familien stehen in verschiedenen Ordnungen: die Kuckucke bei den Kuckucksvögeln, die Rabenvögel bei den Sperlingsvögeln.

Sichtbar wird der Unterschied an den Füßen. Der Diardkuckuck hat wie alle Kuckucke Kletterfüße mit zwei Zehen nach vorn und zwei nach hinten, Häher dagegen drei Zehen nach vorn und eine nach hinten.

Wo lebt der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck lebt im Tieflandregenwald Südostasiens: in Südmyanmar und Südthailand, auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und Borneo. BirdLife International führt ihn für Brunei, Indonesien, Malaysia, Myanmar und Thailand. In Singapur gilt er als ausgestorben, dort gibt es nach Cuckoos of the World seit 1949 keinen Nachweis mehr.

Der Diardkuckuck bewohnt immergrünen Primär- und Sekundärwald, Sumpfwald, Bambus und Mangroven und hält sich dort im dichten Unterholz und in Lianen auf. Cuckoos of the World nennt außerdem Torfsumpfwald und verwilderte Kautschukplantagen, auf Borneo auch Kakao- und Albizia-Plantagen. BirdLife International gibt eine Höhenverbreitung bis 1.200 Meter an, selten bis 1.700 Meter.

RegionHöhenverbreitung nach Cuckoos of the World
Malaiische Halbinselmeist bis etwa 200 m
Sumatrabis 900 m, am Gunung Leuser bis 2.000 m
Borneobis 915 m, ein Nachweis bei 1.700 m

Wovon ernährt sich der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck frisst Insekten, vor allem Käfer, Raupen, Ameisen, Heuschrecken und große Schaben. Seine Beute sucht er im dichten Laub, oft im Kronendach und am Waldrand.

  • Käfer
  • Raupen
  • Ameisen
  • Heuschrecken
  • große Schaben

Bei der Nahrungssuche klettert der Diardkuckuck spiralförmig an Baumstämmen hinauf und durchsucht Lianen und Blattwerk. Manchmal rüttelt er kurz in der Luft und schnappt Insekten von Blattspitzen. Er ist einzeln oder in Gruppen von bis zu fünf Vögeln unterwegs. eBird, die Beobachtungsplattform des Cornell Lab of Ornithology, beschreibt ihn als eher unbeholfenen Kletterer in Bäumen und Rankengewirr.

Der Ruf des Diardkuckucks ist ein weit tragendes taup oder pauk, dazu kommt ein froschartiges gwaup. Auf Borneo hört man ein pwew-pwew.

Wie brütet der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck brütet selbst und legt zwei kalkweiße Eier in ein flaches Nest aus Zweigen. Die Brutzeit liegt auf dem südostasiatischen Festland nach Cuckoos of the World zwischen Januar und Mai, BirdLife International nennt Januar bis April.

  1. Beide Partner tragen tote Zweige und grüne Blätter zusammen.
  2. Daraus entsteht eine unordentliche, flache Schale von 3 bis 4 Zentimetern Tiefe.
  3. Das Weibchen legt zwei Eier; zwei Eier gelten nach Baker als volles Gelege.

Wer die Eier bebrütet und wie lange die Brut dauert, ist für den Diardkuckuck nicht beschrieben. Cuckoos of the World vermerkt dazu ausdrücklich, dass keine weiteren Informationen vorliegen.

Ist der Diardkuckuck gefährdet?

Der Diardkuckuck ist potenziell gefährdet. BirdLife International hat ihn für die Rote Liste der IUCN zuletzt 2024 als Near Threatened eingestuft, eine Stufe unter gefährdet, und schätzt den Bestand als abnehmend ein. In diese Kategorie fällt die Art schon seit dem Jahr 2000.

Ursache ist der Verlust des Tieflandwalds durch Holzeinschlag und die Umwandlung in Plantagen, vor allem für Ölpalmen und Kautschuk. BirdLife International rechnet über drei Generationen mit einem Rückgang des Bestands um 20 bis 29 Prozent. Zunehmende Waldbrände verschärfen die Lage, einen starken Fang für den Vogelhandel gibt es dagegen nicht.

Häufig gestellte Fragen zum Diardkuckuck

Warum ist der Diardkuckuck potenziell gefährdet?

Der Diardkuckuck ist potenziell gefährdet, weil sein Tieflandregenwald abgeholzt und in Ölpalmen- und Kautschukplantagen umgewandelt wird. BirdLife International erwartet über drei Generationen einen Rückgang des Bestands um 20 bis 29 Prozent.

Wo lebt der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck lebt in Südmyanmar, Südthailand, auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und Borneo. Er bewohnt immergrüne Regenwälder, Sumpfwälder und Mangroven bis in rund 1.200 Meter Höhe. In Singapur ist er ausgestorben.

Wie unterscheidet sich der Diardkuckuck vom Grünschnabelkuckuck?

Der Diardkuckuck ist mit 36 bis 38 Zentimetern deutlich kleiner als der 51 bis 60 Zentimeter lange Grünschnabelkuckuck und hat einen schwärzlichen Bauch. Beide gehören zur Gattung Phaenicophaeus und tragen einen roten Hautfleck um das Auge.

Wie viele Eier legt der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck legt zwei kalkweiße Eier in ein flaches Nest aus Zweigen und grünen Blättern. Die Brutzeit liegt zwischen Januar und Mai.

Was frisst der Diardkuckuck?

Der Diardkuckuck frisst Insekten, vor allem Käfer, Raupen, Ameisen, Heuschrecken und große Schaben. Er sucht sie im dichten Laub und schnappt manche Beute im Rüttelflug von Blattspitzen.

Quellen

  1. Deutsche Namen der Vögel der Erde (Barthel et al. 2020), Vogelwarte 58, S. 33, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, abgerufen am 13. September 2026
  2. IOC World Bird List 15.2, Master List, International Ornithological Committee, abgerufen am 13. September 2026
  3. Black-bellied Malkoha Species Factsheet, BirdLife International, DataZone, abgerufen am 13. September 2026
  4. Black-bellied Malkoha, eBird, Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
  5. Cuckoos of the World (Erritzøe, Mann, Brammer und Fuller 2012), S. 244 bis 253, Christopher Helm, Google Books, abgerufen am 13. September 2026
  6. Birds of Borneo (Susan Myers 2009), S. 110, Google Books, abgerufen am 13. September 2026
  7. The Fauna of British India, Birds, Band IV (Stuart Baker 1927), S. 176 bis 182, Taylor and Francis, Internet Archive, abgerufen am 13. September 2026

Stand: 13. September 2026

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