Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis)

Tiere von A bis z
Grünschnabelkuckuck mit rotem Augenfleck, grünem Schnabel und langem, weiß gespitztem Schwanz auf einem Ast
Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) in seinem typischen Lebensraum (KI Generiert)

Zusammenfassung: Grünschnabelkuckuck

Der Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) ist ein 51 bis 60 Zentimeter langer Kuckuck aus Süd- und Südostasien, dessen Schwanz allein bis zu 43 Zentimeter misst. Er ist grau mit grün glänzenden Flügeln, trägt einen apfelgrünen Schnabel und einen roten Hautfleck um das Auge. Anders als der eur...

Der Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) ist ein 51 bis 60 Zentimeter langer Kuckuck aus Süd- und Südostasien, dessen Schwanz allein bis zu 43 Zentimeter misst. Er ist grau mit grün glänzenden Flügeln, trägt einen apfelgrünen Schnabel und einen roten Hautfleck um das Auge. Anders als der europäische Kuckuck legt er seine Eier nicht in fremde Nester, sondern brütet selbst.

Der Grünschnabelkuckuck lebt von Nordindien und Nepal über Myanmar, Thailand und Indochina bis nach Südchina, auf der Malaiischen Halbinsel und auf Sumatra. Er bewohnt Wälder, Waldränder, Bambusdickichte und Plantagen vom Tiefland bis in die Berge. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft ihn als nicht gefährdet ein.

Im Englischen heißt die Art Green-billed Malkoha. Malkohas sind eine Gruppe von 15 überwiegend asiatischen Kuckucksarten, die das Internationale Ornithologen-Komitee (IOC) auf sieben Gattungen verteilt. Der deutsche Name Grünschnabelkuckuck stammt aus der Liste Deutsche Namen der Vögel der Erde der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 2020.

Steckbrief des Grünschnabelkuckucks

  • Stamm: Chordatiere (Chordata)
  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
  • Familie: Kuckucke (Cuculidae)
  • Gattung: Phaenicophaeus
  • Art: Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis), englisch Green-billed Malkoha
  • Verbreitung: Nordindien, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Südchina, Malaysia und Indonesien (Sumatra, Kangean-Inseln)
  • Lebensraum: Tropische Wälder im Tiefland und in den Bergen, Waldränder, dichtes Buschland, Bambus, Sekundärwald und Plantagen
  • Körpergröße: 51 bis 60 cm, davon 32 bis 43 cm Schwanz
  • Gewicht: rund 100 bis 128 g
  • Soziales Verhalten: Zieht in Thailand oft mit Trupps von Häherlingen durch das Laub
  • Fortpflanzung: Brütet selbst, kein Brutparasit; flaches Zweignest mit grünen Blättern, zwei bis drei, selten vier weiße Eier, beide Eltern brüten
  • Schutzstatus: nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN: Least Concern, Bestand stabil)

Systematik des Grünschnabelkuckucks

Familie
Kuckucke (Cuculidae)
Gattung
Phaenicophaeus
Art
Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis), englisch Green-billed Malkoha

Wie sieht der Grünschnabelkuckuck aus?

Der Grünschnabelkuckuck ist ein schlanker, grauer Vogel mit sehr langem Schwanz, apfelgrünem Schnabel und einem karminroten Fleck nackter Haut um das Auge. Seine Flügel glänzen metallisch ölgrün. An der Unterseite des Schwanzes leuchten breite weiße Federspitzen.

KörperteilFärbungBesonderheit
Kopf und Halsaschgrauroter Hautfleck um das Auge, nach eBird schmal weiß gesäumt
Rücken und Flügeldunkel aschgrau, Flügel metallisch ölgrüngrüner Glanz im Licht
Kehle, Brust, Bauchgrau, zum Bauch dunklerKehle und Brust ockerfarben überhaucht, feine schwarze Schaftstriche
Schwanzdunkel ölgrün glänzend, stark gestuftbreite weiße Spitzen, im Sommer teils abgenutzt
SchnabelapfelgrünBasis rot überhaucht
Augebraun bis rotbraun oder karminrotwirkt im Feld dunkel

Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Nach dem Handbuch Cuckoos of the World leuchtet die Gesichtshaut beim Männchen kräftiger karminrot als beim Weibchen. Jungvögel wirken grüner und matter, ihre Schwanzfedern sind kürzer und schmaler und die weißen Spitzen kleiner.

Die Maße stammen aus demselben Handbuch: Männchen haben einen 34 bis 41 Zentimeter langen Schwanz, Weibchen einen 32 bis 43 Zentimeter langen. Das Gewicht liegt bei den gewogenen Vögeln der Nominatform bei 114 bis 116 Gramm; BirdLife International gibt im Artsteckbrief 117 Gramm an.

Warum ist der Grünschnabelkuckuck ein Kuckuck und kein Häher?

Der Grünschnabelkuckuck gehört zur Familie der Kuckucke (Cuculidae) in der Ordnung der Kuckucksvögel, weil Körperbau und Abstammung ihn dort einordnen. Häher dagegen sind Rabenvögel (Corvidae) wie der Eichelhäher und zählen zu den Sperlingsvögeln, einer ganz anderen Ordnung.

Ein Merkmal, das man ohne Labor erkennt, sind die Füße. Kuckucke haben Kletterfüße, bei denen zwei Zehen nach vorn und zwei nach hinten zeigen; Fachleute nennen das zygodaktyl. Häher haben wie alle Sperlingsvögel drei Zehen vorn und eine hinten. Der wissenschaftliche Name Phaenicophaeus tristis und die englische Bezeichnung Green-billed Malkoha lassen ebenfalls keinen Zweifel: Die Welt-Vogelliste des IOC führt die Art in der Kuckucksfamilie.

Das IOC erkennt in der Version 15.2 zwei Unterarten an: Phaenicophaeus tristis tristis von Nordindien bis Südchina, Südostasien und Sumatra sowie Phaenicophaeus tristis kangeangensis auf den Kangean-Inseln nördlich von Bali. Die Taxonomie der Clements-Liste, die Birds of the World verwendet, unterscheidet dagegen sechs Unterarten.

Wo lebt der Grünschnabelkuckuck?

Der Grünschnabelkuckuck lebt in dichten, feuchten und trockenen Wäldern Süd- und Südostasiens, an Waldrändern, in Bambus- und Buschdickichten und in Plantagen. In Indien kommt er nach Cuckoos of the World bis in 1.800 Meter Höhe vor, meist aber unterhalb von 700 Metern. In Nepal steigt er bis 2.000 Meter, BirdLife International nennt in der Bewertung von 2024 als höchsten Wert 2.380 Meter.

BirdLife International führt die Art für Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Thailand und Vietnam. Das Verbreitungsgebiet umfasst dort rund 11,4 Millionen Quadratkilometer. Nach eBird, der Beobachtungsplattform des Cornell Lab of Ornithology, kommt der Vogel auch in dichtem Gestrüpp und in Kulturland vor.

Wovon ernährt sich der Grünschnabelkuckuck?

Der Grünschnabelkuckuck frisst vor allem Insekten, dazu kleine Eidechsen sowie Früchte und Samen. Stuart Baker fand schon 1927 in den Mägen untersuchter Vögel Insekten, kleine Eidechsen, Früchte und Samen; Cuckoos of the World nennt Raupen, Gottesanbeterinnen, Grillen und Heuschrecken.

  • Raupen und Heuschrecken
  • Gottesanbeterinnen und Grillen
  • weitere Insekten
  • kleine Eidechsen
  • Früchte und Samen

Seine Beute sucht der Grünschnabelkuckuck im dichten Laub. Er schleicht und hüpft wie ein Eichhörnchen durch Zweige und Ranken und kommt nur gelegentlich auf den Boden. In Thailand schließt er sich oft Trupps von Häherlingen an, einer Gruppe geselliger Singvögel.

Fliegen mag der Grünschnabelkuckuck nicht. Sein Flug ist langsam und wirkt unbeholfen, meist wechselt er nur mit kurzen, mühsamen Flügen von einem Dickicht zum nächsten. Er ruft ein tiefes, krächzendes ko-ko-ko und gluckst dazu fast wie eine Katze.

Wie brütet der Grünschnabelkuckuck?

Der Grünschnabelkuckuck baut sein Nest selbst und zieht seine Jungen selbst groß. Das Gelege besteht aus zwei bis drei, selten vier weißen Eiern mit kalkiger Schale. In Indien brütet er von April bis August, in Thailand wurden Eier zwischen dem 3. April und dem 13. August gefunden, die meisten im Mai.

  1. Das Nest entsteht 1 bis 6 Meter über dem Boden als flache Plattform aus wenigen Zweigen, ähnlich einem Taubennest.
  2. Die Mulde, etwa 18 Zentimeter breit, wird mit frischen grünen Blättern ausgelegt.
  3. Das Weibchen legt zwei bis drei weiße Eier.
  4. Nach Stuart Baker brüten beide Geschlechter, und das Weibchen sitzt dabei sehr fest auf dem Gelege.

Wie lange die Eier bebrütet werden, ist für den Grünschnabelkuckuck nicht belegt. Für den verwandten Schimmerkuckuck nennt Cuckoos of the World 13 Tage oder etwas mehr.

Ist der Grünschnabelkuckuck gefährdet?

Der Grünschnabelkuckuck ist nicht gefährdet. BirdLife International hat ihn für die Rote Liste der IUCN zuletzt 2024 als Least Concern bewertet und seinen Bestand als stabil eingeschätzt. Hinweise auf einen Rückgang oder erhebliche Bedrohungen gibt es nach dieser Bewertung nicht.

Im Vogelhandel taucht die Art nach BirdLife International nur selten auf. Cuckoos of the World weist darauf hin, dass die fortschreitende Rodung von Wäldern langfristig zum Problem werden könnte, weil der Vogel dichte Vegetation braucht.

Häufig gestellte Fragen zum Grünschnabelkuckuck

Ist der Grünschnabelkuckuck ein Brutparasit?

Nein, der Grünschnabelkuckuck legt seine Eier nicht in fremde Nester. Er baut ein flaches Nest aus Zweigen und grünen Blättern, und beide Eltern brüten die zwei bis drei Eier aus. Damit unterscheidet er sich vom europäischen Kuckuck.

Wie groß wird der Grünschnabelkuckuck?

Der Grünschnabelkuckuck wird 51 bis 60 Zentimeter lang, davon entfallen 32 bis 43 Zentimeter auf den Schwanz. Er wiegt nur rund 100 bis 128 Gramm, weil der Schwanz einen großen Teil der Länge ausmacht.

Wo kommt der Grünschnabelkuckuck vor?

Der Grünschnabelkuckuck kommt von Nordindien und Nepal über Myanmar, Thailand und Indochina bis Südchina vor, außerdem auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und den Kangean-Inseln. Er lebt in Wäldern, Bambusdickichten und Plantagen bis in rund 2.000 Meter Höhe.

Was ist der rote Fleck am Auge des Grünschnabelkuckucks?

Der rote Fleck am Auge des Grünschnabelkuckucks ist nackte, unbefiederte Haut. Viele Malkohas tragen solche farbigen Hautfelder im Gesicht. Beim Männchen des Grünschnabelkuckucks leuchtet sie kräftiger karminrot als beim Weibchen.

Ist der Grünschnabelkuckuck gefährdet?

Nein, der Grünschnabelkuckuck gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet. BirdLife International hat den Bestand 2024 als stabil eingeschätzt.

Quellen

  1. Deutsche Namen der Vögel der Erde (Barthel et al. 2020), Vogelwarte 58, S. 33, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, abgerufen am 13. September 2026
  2. IOC World Bird List 15.2, Master List, International Ornithological Committee, abgerufen am 13. September 2026
  3. Green-billed Malkoha Species Factsheet, BirdLife International, DataZone, abgerufen am 13. September 2026
  4. Green-billed Malkoha, eBird, Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
  5. Cuckoos of the World (Erritzøe, Mann, Brammer und Fuller 2012), S. 244 bis 253, Christopher Helm, Google Books, abgerufen am 13. September 2026
  6. The Fauna of British India, Birds, Band IV (Stuart Baker 1927), S. 176 bis 182, Taylor and Francis, Internet Archive, abgerufen am 13. September 2026
  7. Phaenicophaeus tristis, Malaysia Biodiversity Information System (MyBIS), abgerufen am 13. September 2026

Stand: 13. September 2026

Der Content wurde mit Hilfe von KI erstellt, vor allem in der Recherche und Vorformulierung. Prüfung und Abnahme durch unsere Redaktion.