Der Buntschnabelkuckuck (Rhamphococcyx calyorhynchus) ist ein 51 bis 53 Zentimeter langer Kuckuck, der nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und einigen Nachbarinseln lebt. Sein dicker Schnabel ist leuchtend gelb, an der Basis und unten rot. Die obere Körperhälfte ist rotbraun, die untere so dunkel, als wäre der Vogel in schwarze Farbe getaucht.
Nach eBird, der Beobachtungsplattform des Cornell Lab of Ornithology, ist der Buntschnabelkuckuck der einzige Malkoha auf Sulawesi. Malkohas sind eine Gruppe von 15 überwiegend asiatischen Kuckucksarten, die ihre Eier anders als der europäische Kuckuck meist selbst ausbrüten. Der Buntschnabelkuckuck sucht Insekten hoch in den Baumkronen und folgt dabei gern Makaken, die ihm Beute aufscheuchen.
Im Englischen heißt die Art Yellow-billed Malkoha. Den deutschen Namen Buntschnabelkuckuck führt die Liste Deutsche Namen der Vögel der Erde der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 2020. Früher stand die Art in der Gattung Phaenicophaeus; die Welt-Vogelliste des Internationalen Ornithologen-Komitees (IOC) führt sie spätestens seit ihrer Version 3.1 von 2012 in der eigenen Gattung Rhamphococcyx.
Steckbrief des Buntschnabelkuckucks
- Stamm: Chordatiere (Chordata)
- Klasse: Vögel (Aves)
- Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
- Familie: Kuckucke (Cuculidae)
- Gattung: Rhamphococcyx
- Art: Buntschnabelkuckuck (Rhamphococcyx calyorhynchus), englisch Yellow-billed Malkoha
- Verbreitung: Endemisch in Indonesien: Sulawesi, Togian-Inseln, Muna und Buton
- Lebensraum: Feuchter Tieflandwald, Primär- und Sekundärwald, Waldränder, Buschland, Plantagen und Kulturland mit Bäumen, bis 1.300 m
- Körpergröße: 51 bis 53 cm
- Gewicht: rund 114 g (einzelner Messwert)
- Soziales Verhalten: Folgt Makaken und schließt sich teils dem Sulawesikuckuck an
- Fortpflanzung: Brutzeit nach KEHATI November bis Dezember, weiße Eier von 36 mal 31 mm; Gelegegröße nicht belegt
- Schutzstatus: nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN: Least Concern, Bestand abnehmend)
Systematik des Buntschnabelkuckucks
Wie sieht der Buntschnabelkuckuck aus?
Der Buntschnabelkuckuck ist zweigeteilt gefärbt: Kopf und Gesicht sind dunkelgrau, Nacken und oberer Rücken rotbraun bis kastanienrot, Kehle und Brust ziegelrot, der Bauch dunkelgrau. Die Flügel schimmern dunkelviolett. Am auffälligsten ist der dicke Schnabel, dessen Oberschnabel leuchtend gelb ist und der an der Basis und am Unterschnabel rot gefärbt ist.
| Körperteil | Färbung nach KEHATI und eBird |
|---|---|
| Scheitel und Gesicht | dunkelgrau |
| Nacken und oberer Rücken | rotbraun bis kastanienrot |
| Flügel | dunkelviolett |
| Kehle und Brust | ziegelrot |
| Bauch | dunkelgrau, wirkt schwarz |
| Schnabel | dick, oben leuchtend gelb mit schwarzer Spitze, an der Basis und unten rot |
| Auge | Iris rot, bei Jungvögeln braun |
Die indonesische Naturschutzstiftung KEHATI beschreibt Jungvögel als ähnlich gefärbt wie die Altvögel, aber mit brauner Iris und einfarbig gelbem Schnabel. Die drei Unterarten unterscheiden sich im Farbton: Die Nominatform ist am dunkelsten, meridionalis hat einen helleren Scheitel und eine hellere Unterseite, und rufiloris trägt über dem Zügel rostrote statt graue Federn. Der Zügel ist die Stelle zwischen Auge und Schnabel.
Für die Länge nennt KEHATI 51 bis 53 Zentimeter, oiseaux.net 53 Zentimeter. Das einzige veröffentlichte Gewicht, 114,2 Gramm, stammt aus der Datensammlung von oiseaux.net; BirdLife International führt kein Gewicht.
Warum ist der Buntschnabelkuckuck ein Kuckuck und kein Häher?
Der Buntschnabelkuckuck gehört zur Familie der Kuckucke (Cuculidae) in der Ordnung der Kuckucksvögel. Häher sind dagegen Rabenvögel (Corvidae) wie der Eichelhäher und stehen in der Ordnung der Sperlingsvögel. Wie alle Kuckucke hat der Buntschnabelkuckuck Kletterfüße mit zwei Zehen nach vorn und zwei nach hinten.
Früher gehörte der Buntschnabelkuckuck zur Gattung Phaenicophaeus, zu der etwa der Schimmerkuckuck gehört. BirdLife International verweist für die Trennung der Gattungen auf das Handbuch von del Hoyo und Collar aus dem Jahr 2014. Die Gründe für die Abtrennung sind in frei zugänglichen Quellen nicht beschrieben.
| Unterart nach IOC 15.2 | Verbreitung |
|---|---|
| R. c. calyorhynchus | Nord-, Ost- und Südostsulawesi, Togian-Inseln |
| R. c. meridionalis | Zentral- und Südsulawesi |
| R. c. rufiloris | Muna und Buton südlich von Südostsulawesi |
Wo lebt der Buntschnabelkuckuck?
Der Buntschnabelkuckuck lebt ausschließlich auf Sulawesi und den vorgelagerten Inseln Togian, Muna und Buton. BirdLife International ordnet ihn feuchtem Tieflandwald, trockenem Buschland und Plantagen zu und nennt eine Höhenverbreitung bis 1.300 Meter.
Die Stiftung KEHATI beschreibt einen breiteren Lebensraum: Primär- und Sekundärwald, Waldränder, Restwaldstücke, Gebüsch, lichten Wald und Kulturland mit einzelnen Bäumen, vom Tiefland bis 1.300 Meter. Das Verbreitungsgebiet umfasst nach BirdLife International rund 430.000 Quadratkilometer.
Wovon ernährt sich der Buntschnabelkuckuck?
Der Buntschnabelkuckuck frisst Insekten, darunter behaarte Raupen, Heuschrecken und Käfer. Er hüpft und klettert wie ein Eichhörnchen hoch im Kronendach durch das Geäst und schließt sich dabei teils dem Sulawesikuckuck (Centropus celebensis) an.
- behaarte Raupen
- Heuschrecken
- Käfer
- Insekten, die Makaken beim Klettern aufscheuchen
Eine Besonderheit ist die Nahrungssuche im Gefolge von Affen. Der Forscher S. Matsumura beobachtete im Süden Sulawesis, wie Buntschnabelkuckucke Gruppen von Mohrenmakaken folgten und die Insekten fingen, die die Affen im Geäst aufscheuchten. Er veröffentlichte die Beobachtung 2001 im Journal of Tropical Ecology; Bauern der Gegend nennen die Vögel dort burung monyet, Affenvögel.
Die Stimme beschreibt eBird als Reihe scharfer, kratzender Töne, die erst ansteigen und dann fallen, dabei schneller werden und am Ende verklingen.
Wie brütet der Buntschnabelkuckuck?
Über die Brut des Buntschnabelkuckucks ist wenig bekannt. Die Stiftung KEHATI nennt als Brutzeit November bis Dezember und beschreibt weiße Eier von 36 mal 31 Millimetern. Wie viele Eier ein Gelege hat, wie das Nest aussieht und wer brütet, ist bisher nicht beschrieben.
KEHATI erwähnt außerdem eine einzelne Beobachtung eines jungen Buntschnabelkuckucks, der von einem Karminnektarvogel (Aethopyga siparaja) betreut wurde. Ob die Art gelegentlich fremde Vögel brüten lässt, lässt sich aus dieser einen Beobachtung nicht ableiten. Die verwandten Malkohas der Gattung Phaenicophaeus bauen eigene Nester.
Ist der Buntschnabelkuckuck gefährdet?
Der Buntschnabelkuckuck ist nicht gefährdet. BirdLife International hat ihn für die Rote Liste der IUCN zuletzt 2018 als Least Concern bewertet und beschreibt ihn als örtlich häufig. Der Bestand gilt seitdem aber als abnehmend, 2012 und 2016 wurde er noch als stabil eingeschätzt.
BirdLife International leitet den Rückgang vorläufig aus dem Verlust von Wald auf Sulawesi ab und stützt sich dabei auf eine Auswertung von Tracewski und Kollegen aus dem Jahr 2016. Einzelne Bedrohungen sind für die Art nicht eingetragen.
Häufig gestellte Fragen zum Buntschnabelkuckuck
Wo lebt der Buntschnabelkuckuck?
Der Buntschnabelkuckuck lebt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und den Nachbarinseln Togian, Muna und Buton. Er bewohnt Wälder, Waldränder, Buschland und Plantagen bis in rund 1.300 Meter Höhe.
Warum folgt der Buntschnabelkuckuck Makaken?
Der Buntschnabelkuckuck folgt Makaken, weil die Affen beim Klettern Insekten aufscheuchen, die der Vogel dann fängt. Beschrieben hat das S. Matsumura 2001 für Mohrenmakaken im Süden Sulawesis.
Woran erkennt man den Buntschnabelkuckuck?
Den Buntschnabelkuckuck erkennt man am dicken, leuchtend gelben Schnabel mit roter Basis und rotem Unterschnabel. Kopf und Bauch sind dunkelgrau, Nacken, Kehle und Brust rotbraun bis ziegelrot.
Wie groß wird der Buntschnabelkuckuck?
Der Buntschnabelkuckuck wird 51 bis 53 Zentimeter lang. Ein gewogener Vogel brachte 114 Gramm auf die Waage, weitere Gewichtsangaben sind nicht veröffentlicht.
In welcher Gattung steht der Buntschnabelkuckuck?
Der Buntschnabelkuckuck steht heute in der Gattung Rhamphococcyx und heißt wissenschaftlich Rhamphococcyx calyorhynchus. Früher wurde er zur Gattung Phaenicophaeus gezählt, zu der viele andere Malkohas gehören.
Quellen
- Deutsche Namen der Vögel der Erde (Barthel et al. 2020), Vogelwarte 58, S. 33, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, abgerufen am 13. September 2026
- IOC World Bird List 15.2, Master List, International Ornithological Committee, abgerufen am 13. September 2026
- Yellow-billed Malkoha Species Factsheet, BirdLife International, DataZone, abgerufen am 13. September 2026
- Yellow-billed Malkoha, eBird, Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
- Kadalan Sulawesi (Dewi Ayu Anindita 2014), Yayasan KEHATI, Biodiversity Warriors, abgerufen am 13. September 2026
- Yellow-billed malkohas following moor macaques in South Sulawesi (Matsumura 2001), Journal of Tropical Ecology 17, Cambridge University Press, abgerufen am 13. September 2026
- Malcoha à bec peint, Phaenicophaeus calyorhynchus, Oiseaux.net, abgerufen am 13. September 2026
Stand: 13. September 2026
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