Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris)

Tiere von A bis z
Schimmerkuckuck mit grauem Kopf, rotem Augenfleck, zweifarbigem Krummschnabel und kastanienbrauner Unterseite auf einem Ast
Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris) in seinem typischen Lebensraum (KI Generiert)

Zusammenfassung: Schimmerkuckuck

Der Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris) ist ein 42 bis 49 Zentimeter langer Kuckuck Südostasiens mit grün schimmerndem Rücken, kastanienbrauner Unterseite und einem großen, gebogenen Schnabel, der oben blassgrün bis gelblich und unten rot ist. Um das Auge liegt ein roter Fleck nackter Haut...

Der Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris) ist ein 42 bis 49 Zentimeter langer Kuckuck Südostasiens mit grün schimmerndem Rücken, kastanienbrauner Unterseite und einem großen, gebogenen Schnabel, der oben blassgrün bis gelblich und unten rot ist. Um das Auge liegt ein roter Fleck nackter Haut. Er lebt auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra, Java, Bali, Borneo und Palawan.

Im Englischen heißt die Art Chestnut-breasted Malkoha, kastanienbrüstiger Malkoha. Malkohas sind eine Gruppe von 15 überwiegend asiatischen Kuckucksarten, die ihre Eier anders als der europäische Kuckuck selbst ausbrüten. Der wissenschaftliche Artname curvirostris bedeutet krummschnäbelig, aus dem lateinischen curvus für gebogen und rostrum für Schnabel.

Den deutschen Namen Schimmerkuckuck führt die Liste Deutsche Namen der Vögel der Erde der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 2020. Die Welt-Vogelliste des Internationalen Ornithologen-Komitees (IOC) unterscheidet in der Version 15.2 fünf Unterarten. Die Vögel der Mentawai-Inseln westlich von Sumatra gelten dort inzwischen als eigene Art, Phaenicophaeus oeneicaudus.

Steckbrief des Schimmerkuckucks

  • Stamm: Chordatiere (Chordata)
  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
  • Familie: Kuckucke (Cuculidae)
  • Gattung: Phaenicophaeus
  • Art: Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris), englisch Chestnut-breasted Malkoha
  • Verbreitung: Südmyanmar, Südthailand, Malaysia, Brunei, Indonesien (Sumatra, Java, Bali, Borneo) und Philippinen (Palawan)
  • Lebensraum: Tieflandwald, Waldrand, Mangroven, Buschland, Plantagen, Gärten und degradierter Wald bis 1.200 m
  • Körpergröße: 42 bis 49 cm, davon 24 bis 27 cm Schwanz
  • Gewicht: 111 bis 190 g, je nach Unterart
  • Soziales Verhalten: Einzeln oder in Familiengruppen, schließt sich gemischten Vogeltrupps an
  • Fortpflanzung: Brütet selbst, kein Brutparasit; Plattform aus belaubten Zweigen, zwei bis drei weiße Eier, beide Eltern brüten 13 Tage oder etwas länger
  • Schutzstatus: nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN: Least Concern, Bestand abnehmend)

Systematik des Schimmerkuckucks

Familie
Kuckucke (Cuculidae)
Gattung
Phaenicophaeus
Art
Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris), englisch Chestnut-breasted Malkoha

Wie sieht der Schimmerkuckuck aus?

Der Schimmerkuckuck hat einen grauen Kopf, eine tief grün glänzende Oberseite und eine rotbraune bis kastanienbraune Unterseite. Sein kräftiger, gebogener Schnabel ist zweifarbig: der Oberschnabel blassgrün bis gelblich, der Unterschnabel größtenteils rot. Anders als viele Verwandte hat er keine weißen Schwanzspitzen, sein langer grüner Schwanz endet in einer breiten kastanienbraunen Binde.

KörperteilFärbungBesonderheit
KopfStirn bis Nacken graugroßer roter Fleck rauer, nackter Haut um das Auge
Rücken und Flügeltief glänzend grünwirkt bei abgenutztem Gefieder blau
Unterseiterotbraun bis kastanienbraunzum Bauch und Unterschwanz fast schwärzlich
Schwanzglänzend grünbreite kastanienbraune Endbinde, keine weißen Spitzen
Schnabeloben blassgrün bis gelblich, unten rotgroß und stark gebogen
BeinedunkelgrauKletterfüße mit je zwei Zehen vorn und hinten

Männchen und Weibchen unterscheiden sich vor allem am Auge. Nach Cuckoos of the World hat das Männchen eine bläuliche bis weißliche Iris, das Weibchen eine gelbe bis cremefarbene, manchmal rote. Das Weibchen trägt außerdem einen breiteren grauen Streifen unter der Gesichtshaut und ein graues Kinn. Jungvögel haben weniger rote Gesichtshaut, eine rostrote Brust mit Purpurton, einen schwarzen bis schieferblauen Schnabel und eine dunkelbraune Iris.

Das Gewicht schwankt stark zwischen den Unterarten. Cuckoos of the World nennt nach Payne 2005 für Männchen der Nominatform auf Java 145 bis 160 Gramm, für Weibchen 163 bis 165 Gramm, für die Unterart harringtoni auf Palawan 111 bis 177 Gramm. Zwei gewogene Altvögel von der Malaiischen Halbinsel wogen 188 und 190 Gramm. BirdLife International gibt im Artsteckbrief 154 Gramm an.

Warum ist der Schimmerkuckuck ein Kuckuck und kein Häher?

Der Schimmerkuckuck gehört zur Familie der Kuckucke (Cuculidae) in der Ordnung der Kuckucksvögel. Häher sind dagegen Rabenvögel (Corvidae) wie der Eichelhäher und stehen in der Ordnung der Sperlingsvögel.

Wie alle Kuckucke hat der Schimmerkuckuck Kletterfüße mit zwei nach vorn und zwei nach hinten gerichteten Zehen, die Fachleute zygodaktyl nennen. Häher haben wie alle Sperlingsvögel drei Zehen vorn und eine hinten.

Unterart nach IOC 15.2Verbreitung
P. c. singularisSüdmyanmar bis Sumatra
P. c. curvirostrisWest- und Zentraljava
P. c. deningeriOstjava und Bali
P. c. microrhinusBangka, Natuna-Inseln und Borneo
P. c. harringtoniPalawan-Gruppe im Südwesten der Philippinen

Wo lebt der Schimmerkuckuck?

Der Schimmerkuckuck lebt im Tieflandwald Südostasiens und kommt auch mit veränderten Landschaften zurecht. BirdLife International nennt Tieflandwald, Mangroven, Buschland, Plantagen, Gärten und degradierten Wald.

BirdLife International führt die Art für Brunei, Indonesien, Malaysia, Myanmar, die Philippinen und Thailand, in Singapur kommt sie nicht vor. Nach der Bewertung von 2025 steigt der Schimmerkuckuck bis 1.200 Meter. Cuckoos of the World nennt Nachweise bis 1.220 Meter auf Borneo, 1.500 Meter auf Sumatra und 1.172 Meter auf Java; auf den Philippinen bleibt er unter 1.000 Metern.

Wovon ernährt sich der Schimmerkuckuck?

Der Schimmerkuckuck frisst vor allem große Insekten, erbeutet aber auch Krabben, Eidechsen, kleine Schlangen und Nestlinge anderer Vögel und nimmt Feigen. Cuckoos of the World zählt Raupen, Ameisen, Heuschrecken, Schaben, Käfer, Zikaden und Stabschrecken auf.

  • Raupen, Heuschrecken und Stabschrecken
  • Käfer, Zikaden, Schaben und Ameisen
  • Krabben
  • Eidechsen und kleine Schlangen
  • Nestlinge anderer Vögel
  • Feigen

Der Schimmerkuckuck ist einzeln oder in Familiengruppen unterwegs und sitzt oft lange regungslos im Laub. Nach eBird, der Beobachtungsplattform des Cornell Lab of Ornithology, bewegt er sich wie ein Eichhörnchen durch das Geäst und schließt sich gemischten Vogeltrupps an. Wenn er fliegt, dann meist kurz und niedrig.

Seine Rufe klingen nach Cuckoos of the World wie ein hühnerartiges tok-tok-tok, dazu kommen ein katzenartiges Miauen und ein gepfiffenes wee-oo.

Wie brütet der Schimmerkuckuck?

Der Schimmerkuckuck baut eine Plattform aus belaubten Zweigen und legt zwei bis drei matt kalkweiße Eier. Beide Eltern brüten, die Brutdauer beträgt nach Cuckoos of the World 13 Tage oder etwas mehr. Auf der Malaiischen Halbinsel wurden Eier von Januar bis März und von Juni bis Juli gefunden, auf Sabah im Februar und in Brunei im April.

  1. Das Männchen bringt das Nistmaterial, belaubte Zweige.
  2. Das Nest entsteht 2,5 bis 10 Meter hoch als Plattform von etwa 35 Zentimetern Breite mit einer 11 Zentimeter weiten Mulde.
  3. Das Weibchen legt zwei bis drei matt kalkweiße Eier.
  4. Beide Eltern brüten die Eier 13 Tage oder etwas länger aus.

Ist der Schimmerkuckuck gefährdet?

Der Schimmerkuckuck ist nicht gefährdet. BirdLife International hat ihn für die Rote Liste der IUCN zuletzt 2025 als Least Concern bewertet, schätzt den Bestand aber als abnehmend ein. Bei der Bewertung von 2016 galt er noch als stabil.

BirdLife International vermutet über drei Generationen einen Rückgang um 10 bis 19 Prozent, weil Wald für Ölpalmen und Kautschuk gerodet wird. Im Vogelhandel taucht die Art selten auf. Cuckoos of the World hält eine ernste Gefährdung für unwahrscheinlich, weil der Schimmerkuckuck auch Waldränder und veränderte Lebensräume nutzt.

Häufig gestellte Fragen zum Schimmerkuckuck

Wie erkennt man den Schimmerkuckuck?

Den Schimmerkuckuck erkennt man am grauen Kopf mit rotem Augenfleck, an der kastanienbraunen Unterseite und am großen, gebogenen Schnabel, der oben gelblich und unten rot ist. Sein langer grüner Schwanz endet in einer kastanienbraunen Binde ohne weiße Spitzen.

Wo lebt der Schimmerkuckuck?

Der Schimmerkuckuck lebt auf der Malaiischen Halbinsel, in Südthailand und Südmyanmar, auf Sumatra, Java, Bali, Borneo und auf Palawan in den Philippinen. Er bewohnt Tieflandwald, Mangroven, Plantagen und Gärten bis in rund 1.200 Meter Höhe.

Woran unterscheidet man Männchen und Weibchen des Schimmerkuckucks?

Männchen und Weibchen des Schimmerkuckucks unterscheiden sich an der Iris. Beim Männchen ist sie bläulich bis weißlich, beim Weibchen gelb bis cremefarben. Das Weibchen hat außerdem ein graues Kinn.

Brütet der Schimmerkuckuck selbst?

Ja, der Schimmerkuckuck brütet selbst und ist kein Brutparasit. Beide Eltern bebrüten die zwei bis drei Eier 13 Tage oder etwas länger in einem Nest aus belaubten Zweigen.

Ist der Schimmerkuckuck gefährdet?

Nein, der Schimmerkuckuck gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet. BirdLife International schätzt seinen Bestand seit der Bewertung von 2025 aber als abnehmend ein, weil Wald für Ölpalmen und Kautschuk verschwindet.

Quellen

  1. Deutsche Namen der Vögel der Erde (Barthel et al. 2020), Vogelwarte 58, S. 33, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, abgerufen am 13. September 2026
  2. IOC World Bird List 15.2, Master List, International Ornithological Committee, abgerufen am 13. September 2026
  3. Chestnut-breasted Malkoha Species Factsheet, BirdLife International, DataZone, abgerufen am 13. September 2026
  4. Chestnut-breasted Malkoha, eBird, Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
  5. Cuckoos of the World (Erritzøe, Mann, Brammer und Fuller 2012), S. 244 bis 253, Christopher Helm, Google Books, abgerufen am 13. September 2026
  6. Birds of Borneo (Susan Myers 2009), S. 111, Google Books, abgerufen am 13. September 2026
  7. Phaenicophaeus curvirostris, Malaysia Biodiversity Information System (MyBIS), abgerufen am 13. September 2026

Stand: 13. September 2026

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