Der Schuppenhalskuckuck (Dasylophus cumingi) ist ein rund 44 Zentimeter langer Kuckuck, der nur im Norden der Philippinen vorkommt, auf Luzon, Catanduanes und Marinduque. Seinen Namen hat er von glänzend schwarzen, fast wie Plastik wirkenden Federschuppen, die über den Scheitel und die Mitte der Kehle laufen. Dazu kommen ein hellgrauer Kopf, ein rotbrauner Hals und ein sehr langer schwarzer Schwanz mit weißen Spitzen.
Im Englischen heißt die Art Scale-feathered Malkoha, schuppenfedriger Malkoha. Malkohas sind eine Gruppe von 15 überwiegend asiatischen Kuckucksarten, die ihre Eier anders als der europäische Kuckuck selbst ausbrüten. Der Schuppenhalskuckuck lebt in feuchten Wäldern vom Meeresspiegel bis in 2.000 Meter Höhe und gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet.
Den deutschen Namen Schuppenhalskuckuck führt die Liste Deutsche Namen der Vögel der Erde der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 2020. Die Welt-Vogelliste des Internationalen Ornithologen-Komitees (IOC) stellt die Art mit dem Rotbrauenkuckuck (Dasylophus superciliosus) in die Gattung Dasylophus. BirdLife International führt sie als Lepidogrammus cumingi, ältere Werke als Phaenicophaeus cumingi.
Steckbrief des Schuppenhalskuckucks
- Stamm: Chordatiere (Chordata)
- Klasse: Vögel (Aves)
- Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
- Familie: Kuckucke (Cuculidae)
- Gattung: Dasylophus (bei BirdLife International Lepidogrammus)
- Art: Schuppenhalskuckuck (Dasylophus cumingi), englisch Scale-feathered Malkoha
- Verbreitung: Endemisch auf den Philippinen: Luzon, Catanduanes und Marinduque
- Lebensraum: Feuchter Tiefland- und Bergwald, Primärwald und gut entwickelter Sekundärwald mit Lianen, Waldränder, bis 2.000 m
- Körpergröße: rund 44 cm
- Gewicht: 174 bis 176 g
- Soziales Verhalten: Einzeln oder in kleinen Gruppen, schließt sich teils gemischten Vogeltrupps an
- Fortpflanzung: Brütet selbst; flache Plattform aus Zweigen, Gras und Blättern, zwei Eier, Brutzeit März bis Mai, in Menschenobhut 22 Tage Brutdauer
- Schutzstatus: nicht gefährdet (Rote Liste der IUCN: Least Concern, Bestand vermutlich abnehmend)
Systematik des Schuppenhalskuckucks
Wie sieht der Schuppenhalskuckuck aus?
Der Schuppenhalskuckuck hat einen hellgrauen Kopf mit weißlicher Stirn und Kehle, einen rotbraunen Nacken und eine rotbraune Brust, einen glänzend schwarzen Rücken und einen sehr langen schwarzen Schwanz mit weißen Spitzen. Sein auffälligstes Merkmal sind glänzend blauschwarze Federspitzen, die wie Schuppen vom Schnabel über den Scheitel und durch die Mitte der Kehle bis zur Oberbrust reichen. Um das Auge liegt rote, nackte Haut.
| Körperteil | Färbung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kopf | hellgrau, Stirn weißlich | Linie glänzend schwarzer Schuppenfedern über den Scheitel |
| Kehle | weißlich | Schuppenfedern in der Mitte bis zur Oberbrust |
| Nacken und Mantel | rotbraun | Kontrast zum schwarzen Rücken |
| Brust | oben goldbraun, unten rotbraun | zum Bauch dunkler |
| Rücken, Flügel, Schwanz | schwarz mit blauem bis grünlichem Glanz | Schwanz sehr lang, weiße Spitzen |
| Bauch und Unterschwanz | mattschwarz | kein Glanz |
| Gesicht | rote nackte Haut vor und hinter dem Auge | Irisfarbe der Altvögel nicht eindeutig beschrieben |
| Schnabel und Beine | Schnabel gelb bis cremefarben, Beine schieferblau bis grau | Kletterfüße |
Die Schuppen entstehen nach oiseaux.net durch eine besondere Anordnung der Federäste an den Spitzen der Federn. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Jungvögel sind am Kopf, am Hals und am Körper dunkel rötlichbraun, ihre Iris und ihr Schnabel sind dunkelbraun. Die Schuppenfedern wachsen ihnen schon, solange der Schwanz noch kurz ist; frisch geschlüpfte Küken tragen rötliche Dunen und noch keine Schuppen.
Maße liegen nur aus einer Quelle vor. oiseaux.net nennt eine Länge von 44 Zentimetern, eine Flügellänge von 158 Millimetern und ein Gewicht von 174 bis 176 Gramm.
Warum ist der Schuppenhalskuckuck ein Kuckuck und kein Häher?
Der Schuppenhalskuckuck gehört zur Familie der Kuckucke (Cuculidae) in der Ordnung der Kuckucksvögel. Häher sind Rabenvögel (Corvidae) wie der Eichelhäher und gehören zu den Sperlingsvögeln. Ein sichtbarer Unterschied sind die Füße: Kuckucke haben zwei Zehen vorn und zwei hinten, Häher drei vorn und eine hinten.
Die Gattung Dasylophus umfasst nach dem IOC nur zwei Arten, den Schuppenhalskuckuck und den Rotbrauenkuckuck, und beide leben nur auf der Luzon-Gruppe der Philippinen. Die Birds of the World des Cornell Lab of Ornithology führten den Schuppenhalskuckuck in der Fassung vom 4. März 2020 als Dasylophus cumingi, das Handbook of the Birds of the World zuvor als Lepidogrammus cumingi. Die Art ist monotypisch, sie wird also nicht in Unterarten gegliedert.
| Werk | Wissenschaftlicher Name |
|---|---|
| IOC World Bird List 15.2 | Dasylophus cumingi |
| BirdLife International, Rote Liste der IUCN | Lepidogrammus cumingi |
| ältere Einordnung | Phaenicophaeus cumingi |
Wo lebt der Schuppenhalskuckuck?
Der Schuppenhalskuckuck lebt nur auf den Philippinen, auf der Hauptinsel Luzon und den Inseln Catanduanes und Marinduque. BirdLife International ordnet ihn feuchtem Tiefland- und Bergwald zu und stuft seine Abhängigkeit vom Wald als hoch ein. Er kommt vom Meeresspiegel bis in 2.000 Meter Höhe vor, am Mount Isarog nach oiseaux.net vor allem zwischen 300 und 900 Metern.
Innerhalb des Waldes bevorzugt der Schuppenhalskuckuck Primärwald und gut entwickelten Sekundärwald mit vielen Lianen und Kletterpflanzen. Er nutzt aber auch Aufforstungen und Waldränder. Das Verbreitungsgebiet umfasst nach BirdLife International rund 168.000 Quadratkilometer.
Wovon ernährt sich der Schuppenhalskuckuck?
Der Schuppenhalskuckuck frisst vor allem Insekten, besonders Raupen von bis zu 11 Zentimetern Länge. Nach oiseaux.net nimmt er außerdem Tausendfüßer, Regenwürmer, kleine Echsen und Pflanzenteile und fängt gelegentlich kleine Vögel.
- Raupen bis 11 Zentimeter Länge
- andere Insekten
- Tausendfüßer und Regenwürmer
- kleine Echsen
- Pflanzenteile
- gelegentlich kleine Vögel
Der Schuppenhalskuckuck lebt fast nur in den Bäumen und hält sich einzeln oder in kleinen Gruppen versteckt im dichten Laub auf. In Kletterpflanzen sucht er bis in 12 Meter Höhe nach Beute. eBird, die Beobachtungsplattform des Cornell Lab of Ornithology, beschreibt ihn in allen Stockwerken des Waldes, besonders im Rankengewirr, und teils zusammen mit gemischten Vogeltrupps. Er fliegt kurz und schnell in das Laub hinein und wieder heraus.
eBird beschreibt den Ruf als hohen, schrillen Schrei. Nach oiseaux.net klingt er wie ein explosives quizzzzz-kid von etwa einer Sekunde, dazu kommen metallische Rufe.
Wie brütet der Schuppenhalskuckuck?
Der Schuppenhalskuckuck brütet selbst. Die Brutzeit liegt zwischen März und Mai; Fachleute haben sie aus Jungvögeln und vergrößerten Keimdrüsen gesammelter Vögel erschlossen. Ein Nest in freier Natur ist nur aus den Schilderungen Einheimischer bekannt, die Brut in Menschenobhut ist dagegen beobachtet.
- Nach Aussagen Einheimischer baut der Schuppenhalskuckuck eine flache, taubennestartige Plattform aus Zweigen, Gras und Blättern, im Busch oder hoch im Baum.
- Das Gelege besteht aus zwei Eiern.
- In Menschenobhut baute das Männchen das Nest, und beide Eltern brüteten im Wechsel.
- Die Brutdauer betrug dort 22 Tage, für die freie Natur ist sie nicht bekannt.
Ist der Schuppenhalskuckuck gefährdet?
Der Schuppenhalskuckuck ist nicht gefährdet. BirdLife International hat ihn für die Rote Liste der IUCN zuletzt 2024 als Least Concern bewertet und beschreibt ihn als ziemlich häufig. Der Bestand nimmt vermutlich leicht ab: Über drei Generationen rechnet BirdLife International mit einem Rückgang zwischen 1 und 19 Prozent, am wahrscheinlichsten unter 5 Prozent.
Grund für die Einschätzung ist der Waldverlust auf den Inseln. Nach Daten von Global Forest Watch ging die Baumbedeckung im Verbreitungsgebiet über drei Generationen um 3,1 Prozent zurück. Einen Handel mit der Art hat BirdLife International nach einer Auswertung von Donald und Kollegen aus dem Jahr 2024 nicht festgestellt.
Häufig gestellte Fragen zum Schuppenhalskuckuck
Wo lebt der Schuppenhalskuckuck?
Der Schuppenhalskuckuck lebt nur auf den Philippinen, auf Luzon, Catanduanes und Marinduque. Er bewohnt feuchte Tiefland- und Bergwälder mit vielen Lianen bis in 2.000 Meter Höhe.
Woher hat der Schuppenhalskuckuck seinen Namen?
Der Schuppenhalskuckuck hat seinen Namen von glänzend schwarzen Federspitzen, die wie Schuppen über Scheitel und Kehle laufen. Auch der englische Name Scale-feathered Malkoha, schuppenfedriger Malkoha, bezieht sich auf dieses Merkmal.
Ist der Schuppenhalskuckuck ein Häher?
Nein, der Schuppenhalskuckuck ist ein Kuckuck aus der Familie Cuculidae. Häher sind Rabenvögel und gehören zu einer anderen Ordnung. Den Unterschied zeigen unter anderem die Füße: Kuckucke haben zwei Zehen vorn und zwei hinten.
Wie brütet der Schuppenhalskuckuck?
Der Schuppenhalskuckuck baut ein flaches Nest aus Zweigen, Gras und Blättern und legt zwei Eier. In Menschenobhut brüteten beide Eltern im Wechsel 22 Tage lang.
Ist der Schuppenhalskuckuck gefährdet?
Nein, der Schuppenhalskuckuck gilt nach der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet. BirdLife International vermutet wegen des Waldverlusts auf den Philippinen aber einen leichten Rückgang des Bestands.
Quellen
- Deutsche Namen der Vögel der Erde (Barthel et al. 2020), Vogelwarte 58, S. 33, Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, abgerufen am 13. September 2026
- IOC World Bird List 15.2, Master List, International Ornithological Committee, abgerufen am 13. September 2026
- Scale-feathered Malkoha (Lepidogrammus cumingi) Species Factsheet, BirdLife International, DataZone, abgerufen am 13. September 2026
- Scale-feathered Malkoha, eBird, Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
- Malcoha frisé, Dasylophus cumingi, Oiseaux.net, abgerufen am 13. September 2026
- Scale-feathered Malkoha, Birds of the World (Payne und Kirwan 2020), Cornell Lab of Ornithology, abgerufen am 13. September 2026
Stand: 13. September 2026
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