Der Schwarze Zwergwels (Ameiurus melas) ist ein faszinierendes Tier, das in Nordamerika heimisch ist. In Europa ist er ein eingeschleppter Gast: Seit dem 19. Jahrhundert lebt er in Teichen und Flüssen und gilt hier als invasive Art. Der Zwergwels ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern erfüllt auch eine wichtige Rolle im Ökosystem. Er ernährt sich von verschiedenen Organismen wie Schnecken, Würmern oder Insektenlarven und ist sowohl Tag- als auch Nachtaktiv.
Der Schwarze Zwergwels wird meist 20 bis 30 Zentimeter lang, in Ausnahmefällen bis zu 60 Zentimeter. Er hat eine abgeflachte Form und ist von schwarzem, glänzendem Schleim bedeckt. Die Rückenflosse des Welses ist mit einem Stachel ausgestattet, der bei Gefahr aufgestellt wird. Der Wels ist perfekt an sein Leben in Gewässern angepasst und besitzt unter anderem Sinnesorgane zur Ortung seiner Beute.
Der Schwarze Zwergwels kommt in Nordamerika, von Kanada bis in die südlichen USA, vor und lebt vor allem in flachen Gewässern wie Tümpeln oder Sümpfen. In der Wildnis wird der Wels oft als Nahrungsmittel genutzt, wobei er heute aber auch in vielen Aquarien gehalten wird.
Für das Aquarium ist die Art trotz des Namens nicht geeignet: Sie wird zu groß, frisst kleinere Fische und lebt im Freiland in Gewässern, die kaum ein Becken nachbilden kann. In Deutschland und Österreich darf ein gefangener Schwarzer Zwergwels außerdem nicht wieder ausgesetzt werden.
In europäischen Gewässern gilt er als Problemart. Er übersteht Sauerstoffmangel, Hitze und Verschmutzung besser als heimische Fische, vermehrt sich stark und frisst Laich und Jungfische. In manchen Seen stellt er nach wenigen Jahren den größten Teil der Fischmasse.
Schwarzer Zwergwels Fakten
- Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
- Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
- Familie: Nordamerikanische Katzenwelse (Ictaluridae)
- Gattung: Ameiurus
- Art: Schwarzer Zwergwels (Ameiurus melas)
- Verbreitung: ursprünglich Nordamerika, in Europa seit dem 19. Jahrhundert eingebürgert
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer mit weichem Grund, auch sauerstoffarm und trüb
- Körperlänge: meist 20 bis 30 cm, in Ausnahmen bis 60 cm
- Gewicht: meist unter 500 g, Rekordtiere über 2 kg
- Soziales Verhalten: dämmerungs- und nachtaktiv, Einzelgänger
- Fortpflanzung: Laichzeit April bis Juni, 2.000 bis 6.000 Eier in einer Nestgrube, das Männchen bewacht Gelege und Brut
- Besonderheit: in Europa als invasive Art eingestuft, verdrängt heimische Fische
Systematik Schwarzer Zwergwels
Äußerliche Merkmale von Schwarzer Zwergwels
Der Schwarze Zwergwels zeichnet sich durch seinen robusten Körperbau aus, der typischerweise dorsoventral abgeflacht ist. Seine Haut hat eine dunkle Färbung, die je nach Umgebung variieren kann; sie reicht von schwarz bis dunkelbraun auf der Oberseite und wird heller an der Bauchseite. Eine markante Eigenschaft dieser Art sind die schwarzen Barteln um den Maulbereich, die ihnen helfen, Nahrung im trüben Wasser zu finden.Die Rückenflosse des Schwarzen Zwergwelses ist spitz und hat eine ausgeprägte Stachelstruktur. Diese Stacheln können bei Bedrohung schmerzhaft sein und dienen als Verteidigungsmechanismus gegen Fressfeinde. Die Schwanzflosse ist quadratisch, was sie von anderen Welsarten unterscheidet. Diese morphologischen Merkmale ermöglichen es dem Schwarzen Zwergwels, sich gut an seine Lebensweise als Bodenbewohner anzupassen.
Lebensraum und Herkunft
Der Schwarze Zwergwels ist ursprünglich in den Binnengewässern Nordamerikas beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Süßwassergebieten Kanadas bis hinunter zum Golf von Mexiko. Diese Art bevorzugt ruhige Gewässer wie Teiche, Seen und langsam fließende Flüsse mit weichem Untergrund. Sie sind oft in Gebieten anzutreffen, wo das Wasser trüb oder sauerstoffarm ist - Bedingungen, die für viele andere Fischarten problematisch sein können.Die Anpassungsfähigkeit des Schwarzen Zwergwelses an verschiedene Umweltbedingungen hat ihm geholfen, sich in neuen Habitaten erfolgreich zu etablieren. In einigen Regionen wurde er auch als invasive Art eingeführt, was Auswirkungen auf die einheimischen Fischpopulationen haben kann. Die Fähigkeit des Schwarzen Zwergwelses, in unterschiedlichen Temperaturen zu überleben - von fast gefrorenem Wasser im Winter bis hin zu warmen Gewässern im Sommer - macht ihn zu einem bemerkenswert widerstandsfähigen Fisch.
Verhalten von Schwarzer Zwergwels
Das Verhalten des Schwarzen Zwergwelses ist vor allem durch seine nachtaktiven Aktivitäten geprägt. Tagsüber sind sie meist inaktiv und verstecken sich unter Steinen oder im Schlamm des Gewässerbodens. Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und suchen nach Nahrung. Ihre Ernährung umfasst eine Vielzahl von Organismen wie Insektenlarven, kleine Fische und pflanzliche Materialien.Die Fortbewegung des Schwarzen Zwergwelses erfolgt meist am Boden des Gewässers. Sie nutzen ihre Barteln zur Nahrungssuche und können dabei effektiv durch trübes Wasser navigieren. Es wurden keine sozialen Strukturen beobachtet; stattdessen leben diese Fische meist isoliert oder in kleinen Gruppen.
Paarung und Brut
Die Fortpflanzung des Schwarzen Zwergwelses erfolgt hauptsächlich zwischen April und Juni. Während dieser Zeit graben die Weibchen flache Nester im Substrat aus, wo sie ihre Eier ablegen können. Ein Weibchen kann zwischen 2.000 und 6.000 Eier legen, die dann vom Männchen befruchtet werden. Nach dem Laichen bewachen die Männchen das Nest für einige Tage.Die Eier schlüpfen normalerweise innerhalb einer Woche nach dem Laichen. Die frisch geschlüpften Jungfische bleiben zunächst in der Nähe des Männchens, das sie vor Fressfeinden schützt. Dieses Brutpflegeverhalten ist bei vielen Welsarten zu beobachten und erhöht die Überlebenschancen der Nachkommen erheblich.
Gefährdung
Der Schwarze Zwergwels gilt nicht als gefährdet; jedoch gibt es regionale Unterschiede in den Beständen aufgrund menschlicher Aktivitäten wie Habitatveränderungen und Wasserverschmutzung. In einigen Gebieten kann die Einführung invasiver Arten ebenfalls negative Auswirkungen auf die Populationen haben.Trotz seiner Robustheit wird der Schwarze Zwergwels durch Umweltveränderungen bedroht. Verschmutzung durch landwirtschaftliche Abflüsse oder industrielle Abfälle kann seine Lebensräume schädigen und die Wasserqualität beeinträchtigen. Schutzmaßnahmen zur Erhaltung seiner Lebensräume sind entscheidend für das langfristige Überleben dieser Art.
Quellen
Wikipedia (englisch): Black bullhead
