Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax)

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Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax)
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Zusammenfassung: Weißbart-Ruderfrosch

Der Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax), auch Vierlinien-Baumfrosch oder Gemeiner Ruderfrosch genannt, ist ein anpassungsfähiger Baumfrosch aus der Familie Rhacophoridae. Er ist über weite Teile Süd- und Südostasiens verbreitet und gilt als eine der häufigsten und anpassungsfähigsten Baum...

Der Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax), auch Vierlinien-Baumfrosch oder Gemeiner Ruderfrosch genannt, ist ein anpassungsfähiger Baumfrosch aus der Familie Rhacophoridae. Er ist über weite Teile Süd- und Südostasiens verbreitet und gilt als eine der häufigsten und anpassungsfähigsten Baumfroschart der Region. Seinen deutschen Namen verdankt er dem namensgebenden lateinischen Artepitheton: leucomystax = „weißer Bart/Schnurrbart", was auf die helle Lippenlinie der Tiere anspielt.

Im Gegensatz zu anderen Ruderfroschen ist Polypedates leucomystax weniger auf unberührten Primärwald angewiesen und kommt auch in vom Menschen veränderten Landschaften, Gärten und in der Nähe von Siedlungen vor. In der Terraristik wird er gelegentlich gehalten; Nachzuchten sind möglich, aber selten.

Weißbart-Ruderfrosch Fakten

  • Klasse: Amphibia (Amphibien)
  • Ordnung: Anura (Froschlurche)
  • Familie: Rhacophoridae
  • Gattung: Polypedates
  • Art: Polypedates leucomystax
  • Verbreitung: Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Südchina, Indonesien, Philippinen und weitere Teile Südostasiens
  • Lebensraum: Wälder, Waldränder, Gärten, Reisfelder, Sekundärvegetation
  • Körperlänge: 5–8 cm (Weibchen größer)
  • Gewicht: 10–30 g
  • Soziales Verhalten: Einzelgänger; gesellig nur an Laichgewässern
  • Fortpflanzung: Schaumnestern über Wasser oder an feuchten Strukturen

Systematik Weißbart-Ruderfrosch

Stamm
--
Ordnung
Anura (Froschlurche)
Familie
Rhacophoridae
Gattung
Polypedates
Art
Polypedates leucomystax

Äußerliche Merkmale von Weißbart-Ruderfrosch

Der Weißbart-Ruderfrosch ist ein schlanker, langer Baumfrosch. Die Grundfärbung der Oberseite ist hell bräunlich bis graubeige, oft mit zwei bis vier dunklen Längsstreifen, die dem Tier seinen weiteren deutschen Namen „Vierlinien-Baumfrosch" eingebracht haben. Die Unterseite ist weiß bis cremefarben. Ein heller Streifen verläuft von der Schnauze bis über den Unterkiefer – das ist der namengebende „Weißbart".

Die Zehen sind lang und mit gut entwickelten Haftscheiben ausgestattet. Die Schwimmhäute sind weniger ausgeprägt als bei fliegenden Arten der Gattung Rhacophorus. Die Augen sind groß mit einer horizontalen Pupille.

Lebensraum und Herkunft

Der Weißbart-Ruderfrosch gehört zu den am weitesten verbreiteten Baumfroschart Asiens. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien und Bangladesch über Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha bis nach Südchina, Malaysia, Indonesien und auf die Philippinen. Dank seiner Toleranz gegenüber veränderten Landschaften besiedelt er auch Reisfelder, Plantagen, Gärten und Dörfer.

Verhalten von Weißbart-Ruderfrosch

Die Art ist nachtaktiv. Tagsüber ruht sie versteckt in der Vegetation oder in Spalten; nachts geht sie auf Insektenjagd. Die Rufe der Männchen sind in tropischen Nächten weithin zu hören und klingen wie ein schnelles, kreischendes „wek-wek-wek". In der Nähe von Siedlungen profitiert die Art vom künstlichen Licht, das Insekten anzieht.

Paarung und Brut

Ausgelöst durch Regenfälle versammeln sich die Frösche an Laichgewässern. Das Weibchen schlägt mit den Hinterbeinen ein Schaumnest, in das die Eier eingebettet werden. Die Nester werden an überhängenden Ästen, Blättern oder Strukturen über Teichen und Gräben befestigt. Wenn die Larven schlüpfen, fallen sie ins Wasser und entwickeln sich dort zu Kaulquappen, die sich nach 30–50 Tagen verwandeln.

Haltung und Gefährdung

In der Terraristik wird der Weißbart-Ruderfrosch selten gehalten, obwohl er robuster ist als viele verwandte Arten. Er benötigt ein hohes, bepflanztes Regenwaldterrarium mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von 22–28 °C. Nachzuchten sind unter geeigneten Bedingungen möglich.

Die Art ist laut IUCN nicht gefährdet und gilt als häufig. Ihre Anpassungsfähigkeit schützt sie vor dem Lebensraumverlust, dem viele Spezialistenarten in Südostasien ausgesetzt sind.

Quellen

AmphibiaWeb – Polypedates leucomystax

IUCN Red List – Polypedates leucomystax

Wikipedia – Vierlinien-Baumfrosch