Schmuckhornfrosch (Ceratophrys cranwelli)

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Schmuckhornfrosch (Ceratophrys cranwelli)
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Zusammenfassung: Schmuckhornfrosch

Der Schmuckhornfrosch (Ceratophrys cranwelli), auch als Cranwells Hornfrosch oder im englischsprachigen Raum als „Pacman Frog" bekannt, ist einer der beliebtesten Terrarienfrösche weltweit. Er gehört zur Familie Ceratophryidae und stammt ursprünglich aus der Gran-Chaco-Region Südamerikas. Neben C. c...

Der Schmuckhornfrosch (Ceratophrys cranwelli), auch als Cranwells Hornfrosch oder im englischsprachigen Raum als „Pacman Frog" bekannt, ist einer der beliebtesten Terrarienfrösche weltweit. Er gehört zur Familie Ceratophryidae und stammt ursprünglich aus der Gran-Chaco-Region Südamerikas. Neben C. cranwelli sind auch der Prachtschmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) und verschiedene Zuchtformen unter dem deutschen Sammelbegriff „Schmuckhornfrosch" bekannt.

Die Art fällt durch ihren extrem runden, plumpen Körperbau auf: Kopf und Maul sind im Verhältnis zum Rumpf außergewöhnlich groß, was dem Tier seinen englischen Spitznamen eingebracht hat. Als lauernder Ansitzjäger vergräbt er sich bis auf Kopf und Augen im Boden und wartet geduldig auf vorbeikommendes Futter – von Insekten bis zu kleinen Wirbeltieren und anderen Fröschen.

In der Terraristik ist der Schmuckhornfrosch weit verbreitet. Er ist vergleichsweise pflegeleicht, braucht wenig Platz und ist in zahlreichen Farbmorphen erhältlich. Für Anfänger eignet er sich gut, sofern seine spezifischen Ansprüche an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Ernährung beachtet werden.

Schmuckhornfrosch Fakten

  • Klasse: Amphibia (Amphibien)
  • Ordnung: Anura (Froschlurche)
  • Familie: Ceratophryidae
  • Gattung: Ceratophrys
  • Art: Ceratophrys cranwelli
  • Verbreitung: Gran Chaco (Argentinien, Bolivien, Paraguay)
  • Lebensraum: feuchte Gras- und Buschlandschaften, Flussufer
  • Körperlänge: 8–14 cm (Weibchen größer)
  • Gewicht: 100–400 g (ausgewachsene Weibchen)
  • Soziales Verhalten: Einzelgänger; kannibalistisch gegenüber Artgenossen
  • Fortpflanzung: ovipar; Laichablage im Wasser, Kaulquappen, Verwandlung nach ca. 30–50 Tagen

Systematik Schmuckhornfrosch

Stamm
--
Ordnung
Anura (Froschlurche)
Familie
Ceratophryidae
Gattung
Ceratophrys
Art
Ceratophrys cranwelli

Äußerliche Merkmale von Schmuckhornfrosch

Der Schmuckhornfrosch ist durch seinen kugelrunden Körperbau unverwechselbar. Das Maul nimmt nahezu die halbe Körperbreite ein. Die Grundfärbung von Ceratophrys cranwelli ist im Wildtyp olivgrün bis bräunlich mit dunkleren Flecken; Zuchttiere gibt es in Albino (gelb-orange), Apricot, Piebald und weiteren Morphen. Weibchen werden deutlich größer als Männchen und können bei Wildfängen über 10 cm Kopf-Rumpf-Länge erreichen.

Die Haut ist feucht und glatt; am Oberkiefer befinden sich zahnähnliche Odontoides (knöcherne Vorsprünge), mit denen der Frosch Beute festhalten kann. Die Hintergliedmaßen sind kurz und kräftig, die Vorderbeine klein. Der „Hornfortsatz" über den Augen, namensgebend für die Gattung, ist bei C. cranwelli weniger ausgeprägt als bei C. ornata.

Lebensraum und Herkunft

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Ceratophrys cranwelli liegt im Gran Chaco, einer weiträumigen Trocken- und Savannenzone in Argentinien, Bolivien und Paraguay. Bevorzugte Habitate sind saisonal feuchte Grasfluren, Buschland und Uferzonen temporärer Gewässer. In der Trockenzeit vergraben sich die Frösche tief in den Boden und überdauern in einem Estivationsschlaf; sie umhüllen sich dabei mit einer pergamentartigen Häutungsschicht, die den Wasserverlust minimiert.

Verhalten von Schmuckhornfrosch

Schmuckhornfrösche sind strikte Lauerjäger und nahezu ortsgebunden. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens halb eingegraben an einer Stelle und warten auf Beute. Nähert sich ein geeignetes Tier, schnappt der Frosch mit erstaunlicher Schnelligkeit zu und verschluckt die Beute am Stück. Das Beutespektrum umfasst Insekten, Regenwürmer, Mäuse und andere Frösche – Schmuckhornfrösche sind ausgesprochen kannibalistisch und sollten niemals zusammen gehalten werden.

Bei Bedrohung blähen sie sich auf, stellen sich auf die Zehen und stoßen ein lautes, krächzendes Warnsignal aus. Trotz ihrer trägen Erscheinung können sie schnell und schmerzhaft zubeißen.

Paarung und Brut

Die Fortpflanzung wird durch Regenfälle ausgelöst. Männchen versammeln sich an temporären Gewässern und rufen. Nach der Paarung legt das Weibchen mehrere hundert bis über tausend Eier als schwimmenden Laich ab. Die Kaulquappen entwickeln sich schnell und sind bereits als Larven carnivore Ansitzjäger. Nach 30 bis 50 Tagen (temperaturabhängig) ist die Metamorphose abgeschlossen; die Jungtiere verlassen das Wasser als vollständig entwickelte Frösche.

Haltung und Gefährdung

In der Terraristik wird Ceratophrys cranwelli seit Jahrzehnten erfolgreich gehalten und gezüchtet. Ein einzelnes Tier benötigt ein Terrarium ab 40 × 40 cm mit feuchtem, grabbarem Substrat (z. B. Kokoserde). Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C, nachts 20–23 °C betragen; die Luftfeuchtigkeit 70–80 %. Gefüttert wird mit Insekten, Würmern und gelegentlich kleinen Mäusen. Wildfänge sind im Handel selten; nahezu alle Tiere stammen aus Nachzuchten.

Ceratophrys cranwelli wird auf der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet eingestuft; der Lebensraumverlust durch Abholzung und Landwirtschaft im Chaco stellt jedoch eine zunehmende Bedrohung dar.

Quellen

Wikipedia – Schmuckhornfrösche (Ceratophryidae)

IUCN Red List – Ceratophrys cranwelli

AmphibiaWeb – Ceratophrys cranwelli