Blutaugenagame (Calotes mystaceus)

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Blutaugenagame (Calotes mystaceus)
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Zusammenfassung: Blutaugenagame

Die Blutaugenagame (Calotes mystaceus), auch Indochinesische Waldagame oder Blaukehlagame genannt, ist eine auffällige Eidechsenart aus der Familie der Agamen (Agamidae). Sie ist in weiten Teilen Südostasiens verbreitet und wird wegen ihrer intensiven Färbung, die Männchen vor allem zur Paarungszeit...

Die Blutaugenagame (Calotes mystaceus), auch Indochinesische Waldagame oder Blaukehlagame genannt, ist eine auffällige Eidechsenart aus der Familie der Agamen (Agamidae). Sie ist in weiten Teilen Südostasiens verbreitet und wird wegen ihrer intensiven Färbung, die Männchen vor allem zur Paarungszeit entwickeln, auch gelegentlich in der Terraristik gehalten – allerdings gilt sie als anspruchsvoll und ist in Privathand selten zu finden.

Der deutsche Name „Blutaugenagame" bezieht sich auf die rötlich-orange Periokularregion (Bereich um das Auge), die Männchen besonders in der Aktivphase und während der Balz entwickeln. Gleichzeitig färben sich Kehle und Kopf leuchtend türkisblau bis azurblau, was die Tiere zu einem außergewöhnlichen Anblick macht.

Blutaugenagame Fakten

  • Klasse: Reptilia (Reptilien)
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Familie: Agamidae (Agamen)
  • Gattung: Calotes
  • Art: Calotes mystaceus
  • Verbreitung: Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, südliches China
  • Lebensraum: tropische und subtropische Wälder, Waldränder, Buschland
  • Körperlänge: 30–40 cm Gesamtlänge (inkl. Schwanz)
  • Gewicht: 60–120 g
  • Soziales Verhalten: Einzelgänger; Männchen territorial
  • Fortpflanzung: ovipar; legt 8–14 Eier; Inkubation ca. 60–80 Tage

Systematik Blutaugenagame

Stamm
--
Ordnung
Squamata (Schuppenkriechtiere)
Familie
Agamidae (Agamen)
Gattung
Calotes
Art
Calotes mystaceus

Äußerliche Merkmale von Blutaugenagame

Die Blutaugenagame ist eine schlanke, hochbeinige Agame mit einem seitlich leicht abgeflachten Körper und einem langen, dünnen Schwanz, der gut die Hälfte der Gesamtlänge ausmacht. Entlang des Rückens verläuft ein Kamm aus dreieckigen Schuppen. Die Grundfärbung ist graubraun bis olivfarben und dient der Tarnung; Männchen können sich jedoch innerhalb von Sekunden in lebhaftes Türkisblau (Kopf und Kehle) mit rötlich-orangem Augenbereich umfärben – daher der Name.

Die Beine sind lang und kräftig, ideal für das Leben als Kletterer in Büschen und Bäumen. Die Zehen enden in kräftigen Krallen. Die Augen sind beweglich und ermöglichen ein weites Sichtfeld; die Pupille ist rund.

Lebensraum und Herkunft

Die Blutaugenagame ist in Südostasien weit verbreitet: von Myanmar über Thailand, Laos und Kambodscha bis nach Vietnam und in das südliche China. Sie bewohnt feuchte bis mäßig trockene Wälder, Waldränder, Buschland und Sekundärvegetation. Die Art ist hauptsächlich am Boden und in niedrigen Büschen anzutreffen, klettert aber auch in Bäume.

Verhalten von Blutaugenagame

Die Blutaugenagame ist tagaktiv und wärmt sich morgens in der Sonne auf, bevor sie auf Nahrungssuche geht. Sie ernährt sich vorwiegend von Insekten und anderen Wirbellosen; gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere und Pflanzenteile aufgenommen. Männchen sind ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier durch auffällige Nickbewegungen des Kopfes (Nicken) und durch das Zeigen ihrer leuchtenden Färbung.

Paarung und Brut

Die Fortpflanzung der Blutaugenagame ist saisonal; die Paarungszeit fällt in die Regenzeit. Das Weibchen legt nach der Paarung 8 bis 14 Eier in eine selbst gegrabene Bodenhöhle oder in morsches Holz ab. Bei Temperaturen von 28–30 °C schlüpfen die Jungen nach etwa 60 bis 80 Tagen. Die Jungtiere sind sofort selbstständig.

Haltung und Gefährdung

Die Blutaugenagame wird in der Terraristik nur selten und von erfahrenen Haltern gehalten. Sie benötigt ein großes, gut bepflanztes Terrarium mit hoher Luftfeuchtigkeit (70–90 %), ausreichend UV-Licht und einer Tagestemperatur von 28–32 °C unter dem Wärmestrahler. Die Art gilt als sensibel und stressanfällig; Frisch-Importe sterben in ungeeigneter Haltung schnell. Nachzuchten sind selten im Handel.

Calotes mystaceus wird von der IUCN derzeit als nicht gefährdet eingestuft, da sie ein weites Verbreitungsgebiet hat und in angepassten Lebensräumen vorkommt.

Quellen

Reptile Database – Calotes mystaceus

IUCN Red List – Calotes mystaceus