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Turmfalke

Der Turmfalke, wissenschaftlich als Falco tinnunculus bekannt, ist ein weit verbreiteter Greifvogel aus der Familie der Falconidae. Dieser kleine bis mittelgroße Vogel ist dank seiner Anpassungsfähigkeit und seines umfangreichen Verbreitungsgebiets, das große Teile Europas, Asiens und Afrikas umfasst, in vielen Umgebungen Zuhause. In Deutschland ist er vor allem durch seinen geschickten Flug und sein markantes Rüttelflugverhalten, bei dem er nahezu auf der Stelle fliegend nach Beute Ausschau hält, bekannt.

Im Vergleich zu anderen Falkenarten zeichnet sich der Turmfalke durch sein farbenprächtiges Gefieder aus, welches bei Männchen und Weibchen unterschiedlich ausgeprägt ist. Männliche Tiere tragen mehr grau und rot in ihren Federn, wohingegen die Weibchen eher eine einheitliche, braune Färbung aufweisen. Beide Geschlechter sind jedoch mit ihren spitzen Flügeln und langen Schwänzen perfekt für die Jagd nach kleineren Tieren wie Mäusen, Insekten und kleinen Vögeln ausgestattet.

Ökologisch betrachtet spielt der Turmfalke eine wichtige Rolle als Kontrollinstanz von Nagetierpopulationen und Insekten. Diese Funktion trägt zur Gesundheit der Ökosysteme bei, in denen er lebt. Aufgrund seiner Nützlichkeit in der Landwirtschaft und der eher geringen Scheu vor Menschen, wird der Vogel oft geduldet und kann selbst in städtischen Gebieten erfolgreich brüten und jagen.

Trotz seiner weiten Verbreitung und seiner Anpassungsfähigkeit muss auch der Turmfalke verschiedene Herausforderungen meistern. Lebensraumverlust sowie die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft können seine Populationen bedrohen. Dem wird durch verschiedene Schutzmaßnahmen begegnet, um sicherzustellen, dass der Turmfalke weiterhin ein vertrauter Anblick am Himmel bleibt.

Turmfalke Fakten

  • Klasse: Aves (Vögel)
  • Ordnung: Falconiformes (Greifvögel)
  • Familie: Falconidae (Falken)
  • Gattung: Falco
  • Art: tinnunculus (Turmfalke)
  • Verbreitung: Europa, Asien, Afrika, eingeführt in Nordamerika
  • Lebensraum: Offenes Gelände, Kulturlandschaft, Stadtränder, bis hin zu Hochgebirgen
  • Körpergröße: 32-39 cm
  • Gewicht: 150-300 g
  • Soziales Verhalten: Einzelgänger, bildet während der Brutzeit Paare
  • Fortpflanzung: Legt gewöhnlich 4-6 Eier, Brutdauer ca. 28-30 Tage, Nestlingszeit ca. 4-5 Wochen
  • Haltung: In Europa meist nicht in Menschenobhut, außer in Greifvogelstationen oder bei Falknern zur Beizjagd

Systematik Turmfalke ab Familie

Turmfalke Herkunft und Lebensraum

Falco tinnunculus, bekannt als der Turmfalke, ist ein Greifvogel aus der Familie der Falkenartigen (Falconidae), welcher in einer Vielzahl von Lebensräumen über nahezu den gesamten europäischen Kontinent, in Teilen Asiens und Afrikas beheimatet ist. Ursprünglich stammt dieser elegante Jäger aus der westlichen Paläarktis, was bedeutet, dass sein natürliches Verbreitungsgebiet die gemäßigten bis warmen Zonen der Alten Welt umfasst. Durch seine Anpassungsfähigkeit an verschiedene Biotope konnte der Turmfalke jedoch auch in urbanen Räumen Fuß fassen, wo er oft auf hohen Gebäuden oder Kirchtürmen anzutreffen ist, die ihm als Ersatz für natürliche Brutplätze wie Felsen oder Baumhöhlen dienen.

Der Lebensraum des Turmfalken reicht von offenen Feldern und Wiesen über semi-aride Gebiete bis hin zu Moor- und Sumpflandschaften. Er ist ebenso in Gebirgszonen anzutreffen, wobei er zumeist Höhen bis 2000 Meter bevorzugt. Die vielfältigen Lebensräume, in denen der Turmfalke gedeiht, unterstreichen seine ökologische Flexibilität und seine Fähigkeit, sich an unterschiedliche Jagdbedingungen und Nahrungsquellen anzupassen. Nichtsdestotrotz ist sein Vorkommen eng an das Vorhandensein geeigneter Jagdgründe und Nistplätze geknüpft, was eine ausreichende Verfügbarkeit von kleinen Säugetieren und anderen Beutetieren impliziert.

Turmfalke äußere Merkmale

Falco tinnunculus, vulgo bekannt als der Turmfalke, zeichnet sich durch ein charakteristisches Erscheinungsbild aus. Männliche Falco tinnunculus verfügen über eine markante blaugraue Kopffärbung und Schwanzoberseite, wobei der Schwanz häufig eine schwarze Endbinde aufweist. Ihre Flügeloberseiten sind rötlich mit schwarzen Flecken durchsetzt, während die Unterseiten der Flügel und des Körpers heller und creme- bis hellbraun gefärbt sind, fein dunkel gestrichelt oder gefleckt.

Weibliche Falco tinnunculus hingegen zeigen eine eher einheitliche rötlichbraune Färbung auf Kopf und Rücken, wobei auch bei ihnen die charakteristische Bänderung und Fleckung vorzufinden ist. Die unteren Partien weisen eine hellere Grundfärbung mit dunklen, länglichen Flecken auf. Im Flug offenbart sich die für Greifvögel typische Silhouette des Turmfalken, mit spitzen Flügeln und einem langen, leicht gegabelten Schwanz.

Junge Falco tinnunculus ähneln in ihrem Federkleid stark den erwachsenen Weibchen, jedoch kann ihre Färbung insgesamt etwas blasser und weniger kontrastreich sein. Im Allgemeinen sind die Größenverhältnisse bei dieser Art so, dass die Weibchen etwas größer und schwerer als die Männchen sind. Die Augen des Turmfalken sind dunkel und werden von einem hellen Gesichtsschleier umrandet, welcher die hohe Sehkraft des Vogels im visuellen Jagdverhalten unterstützt.

Soziales Verhalten

Der Turmfalke ist ein überwiegend einzelgängerischer Greifvogel und führt außerhalb der Brutzeit ein solitäres Leben. Sein Sozialverhalten ist vor allem durch die Paarbildung in der Brutzeit geprägt. Turmfalken sind territorial und das Männchen verteidigt sein Revier gegenüber anderen Männchen. Während des Balzverhaltens zeigen Turmfalken Luftakrobatik und ein charakteristisches Übergeben von Beute vom Männchen an das Weibchen.

Die Paare kommen jährlich zum Brüten zusammen, sind jedoch nicht zwingend monogam, da sie in manchen Fällen den Partner wechseln können. Bei der Aufzucht der Jungen zeigen sie soziales Verhalten, indem sich in der Regel beide Elternteile an der Versorgung der Nestlinge beteiligen. Während das Weibchen meist brütet und sich um die Jungen kümmert, ist es die Aufgabe des Männchens, Nahrung herbeizuschaffen. Nachdem die Jungen flügge geworden sind und das Nest verlassen haben, löst sich die soziale Gruppe in der Regel auf, und die Jungvögel sowie die Altvögel leben wieder einzelgängerisch.

Paarungs- und Brutverhalten

Das Brut- und Paarungsverhalten des Turmfalken, Falco tinnunculus, ist ein charakteristisches Merkmal seiner Biologie. Während der Paarungszeit, die in der Regel von April bis Mai währt, beginnen die Männchen mit spektakulären Balzflügen, um potenzielle Gefährtinnen zu beeindrucken. Diese Flüge beinhalten akrobatische Manöver und das Aufzeigen ihrer kräftigen Flugfähigkeiten. Sodann präsentiert das Männchen der Auserwählten Beutegaben als Teil des Werbeverhaltens.

Ist ein Paar gebildet, wird ein Nistplatz gesucht. Der Turmfalke bevorzugt hierbei hohe Strukturen wie Kirchtürme, Ruinen oder auch speziell angebrachte Nistkästen. Ein besonderes Nest wird nicht gebaut; vielmehr wird eine vorhandene Vertiefung als Nistplatz genutzt. Das Weibchen legt typischerweise zwischen 4 und 6 Eier, welche es fast ausschließlich selbst bebrütet, während das Männchen für Nahrung sorgt.

Die Brutzeit beträgt ungefähr 28 bis 31 Tage. Nach dem Schlüpfen sind die Küken noch hilflos und werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Erst nach etwa 4 bis 5 Wochen sind die Jungvögel flügge und beginnen, das Nest zu verlassen, obgleich sie für eine gewisse Zeit weiterhin von den Eltern abhängig bleiben. Die Jugendsterblichkeit ist in dieser Phase besonders hoch. Nach dem Ende der Brutperiode lösen sich die Paarbindungen in der Regel auf, und die Turmfalken führen außerhalb der Brutsaison ein eher einzelgängerisches Dasein.

Turmfalke Gefährdung

Der Turmfalke, wissenschaftlich Falco tinnunculus genannt, zählt zu den Greifvogelarten, die in ihren Beständen aufgrund verschiedener Umweltfaktoren bedroht sein können. Eine signifikante Gefährdung für diese Art stellt der Verlust an geeigneten Lebensräumen dar. Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, die Urbanisierung und die Veränderung von Landschaften durch Bauvorhaben werden zunehmend die natürlichen Jagdgebiete sowie die Nistplätze des Turmfalken reduziert.

Insbesondere der Mangel an Brutplätzen aufgrund von Sanierungen alter Gebäude und Kirchtürme, wo sie traditionell nisten, beeinträchtigt die Fortpflanzungsrate dieser Vögel erheblich.

Zum Schutz des Turmfalken werden gezielte Maßnahmen ergriffen. Dazu gehört unter anderem die Anbringung von Nistkästen, um den Verlust natürlicher Niststätten zu kompensieren. Des Weiteren ist es von Bedeutung, pestizidfreie Agrarflächen und ausreichend Randstreifen an Feldern zu erhalten, um die Verfügbarkeit von Beutetieren zu sichern. Schutzgebiete und aufgeklärtes Management von urbanen Räumen tragen ebenfalls zur Bewahrung der Lebensgrundlagen des Turmfalken bei.

Die Durchführung von Monitorings und die Überwachung der Bestandsentwicklung sind außerdem essenziell, um Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können. Insgesamt ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der Habitatverlust entgegenwirkt und die Biodiversität fördert, um die Population des Turmfalken langfristig zu stabilisieren und zu schützen.