Riesenalk Pinguinus impennis Great Auk Grand Pingouin


Riesenalk Pinguinus impennis Great Auk Grand Pingouin
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Riesenalk

von Günther Behrmann
Klasse: Aves (Vögel) Riesenalk
Bild:
Günther Behrmann
Ordnung: Charadriiformes (Regenpfeifervögel)
Familie: Alcidae (Alken)
Art: Pinguinus impennis
Alias: Meergans
Status: ausgestorben
englisch Great Auk
französisch Grand Pingouin
Verbreitung: Nordatlantik
Lebensraum: Offenes Meer und Felsenküsten
Maße und Gewichte: Körperlänge: 75 – 92 cm

 

Die Riesenalke, auch Meergänse genannt, starben im 19. Jahrhundert aus. In ihrer Gestalt ähnelten sie sehr den heute noch auf den Inseln der Nordsee und des Nordmeeres lebenden Tordalken. Nach den heute noch erhaltenen Skeletten und Präparaten waren die Riesenalke etwa 75 bis 92 cm groß. Sie besaßen ein dichtes Federkleid, mit dunklen Federn auf dem Rücken und weißen Federn auf der Bauchseite. Über den Augen hatten alle Riesenalke einen ovalen Fleck aus weißen Federn. Der lange Schnabel war hoch und sehr schmal, also bestens für den Fischfang geeignet. Die kurzen Flügel und die mit Schwimmhäuten versehenen Füße zeigen, dass die Riesenalke elegante Schwimmer und Taucher waren.

Riesenalk Der Lebensraum der Riesenalke war die Felsenküsten des Nordatlantiks. Hier brütete jedes Paar jährlich ein Ei aus. Mit einer Größe von 11 x 7 bis 14 x 85 cm waren ihre Eier die größten Vogeleier im nordischen Raum. Die Riesenalke und ihre Eier schmeckten wie Gänse und deren Eier sehr gut. Dazu lebten sie auch noch in unvorstellbaren großen Mengen, an die für Menschen leicht erreichbaren Küsten. Sie waren schlechte Läufer und deshalb an Land auch leicht zu fangen, was dazu führte, dass die Kapitäne auf ihren langen Fahrten ins Nordmeer gar kein frisches Fleisch mehr mitnahmen, es stand ja reichlich und frisch zur Verfugung. Man stoppte also kurz die Fahrt, ging an Land und fing so viele Riesenalke wie man nötig hatte, schlachtete sie gleich oder nagelte sie mit den Füßen am Deck fest und bewahrte sich so frisches Fleisch für spätere Zeiten auf. War die Stimmung an Bord nur noch schwer erträglich, was ja bei längeren Nordmeerfahrten mit den langsamen Segelschiffen häufiger vorkam, besuchten die Matrosen eben mal eine Insel, wo viele Riesenalke lebten und bauten dort ihre Aggressionen ab. So berichtet 1534 der Kapitän Jaques Cartier, dass seine Männer ein paar Tausend Meergänse nur mal so zum Zeitvertreib erschlagen haben. Weil dies sich oft wiederholte, ging der Bestand schnell zurück und am Ende des 18. Jahrhunderts waren schon alle Riesenalke an den amerikanischen Küsten ausgestorben. Die Inselbewohner im Nordmeer fingen im Herbst die Riesenalke ein, sperrten sie in kleine Ställe und deckten damit im Winter ihren Nahrungsbedarf. Am 1. Juli 1806 starb der letzte Riesenalk auf den Färoerinseln und 1821 ließ der letzte Riesenalk auf den Hebriden sein Leben. Danach gab es nur noch eine Kolonie im Nordmeer.

Nun breitete sich durch die Seefahrer in der Welt die Kunde aus, dass die Meergänse aussterben. Gleichzeitig erlebten die naturkundlichen Museen einen Auftrieb und alle Museumsleiter wünschten sich einen Riesenalk und ein paar Eier für ihre Sammlung. Die Jagd auf die letzten Riesnalke forderte viele Opfer,denn die 80 Taler, die um 1830 für einen Riesenalk geboten wurde, entsprachen bei den Fischern dem Einkommen eines Jahres. Bis zur vollständigen Ausrottung wurde von Sammlern und Museen für den Balg bis zu 600 Mark und etwa 1000 Mark für ein Ei gezahlt. Bedauerlich ist, dass, obwohl viele Naturwissenschaftler noch Riesenalke vermessen und untersucht haben, keiner etwas über die Farbe der Augen und der Füße geschrieben hat.

Nach einem Vulkanausbruch versank 1830 die isländische Insel Geirfuglakar, mit ihr versank auch die letzte Brutkolonie der Riesenalke. 1844 wurde der letzte Riesenalk gesehen, danach keiner mehr. Der Riesenalk bleibt uns aber immer im Gedächtnis, denn sein Name „Pinguinus“ wurde auf alle flugunfahigen Vögel der südlichen Erdhälfte übertragen.

Heute gibt es auf der ganzen Welt nur noch etwa 20 präparierte Riesenalke und etwa doppelt so viele Eier. 1972 wurde in London ein ausgestopfter Riesenalk angeboten; weil er nachweislich aus Island stammte, hat eine Abordnung der Isländer ihn für 280.000 DM ersteigert. Das letzte Ei wechselte im gleichen Jahr für 120.000 DM seinen Besitzer.

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