Malaienbär Helarctos malayanus


Malaienbär

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Malaienbär
Fotos: Fort Worth Zoo
Ordnung: Carnivora (Fleischfresser)
Familie: Ursidae (Bären)
Art: Helarctos malayanus
Verbreitung: Der Malaienbär ist von Bangladesch über Burma, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha und Westmalaysia bis nach Sumatra und Borneo anzutreffen.
Lebensraum: tropischer Regenwald
Maße und Gewichte: Gewicht: 35 – 65 kg
Körperlänge: 110 – 140 cm
Schulterhöhe: 70 cm
Fortpflanzung: Die Fortpflanzung scheint beim Malaienbären nicht an Jahreszeiten gebunden zu sein. In menschlicher Obhut haben Weibchen schon zu allen Jahreszeiten Junge zur Welt gebracht. Da dies für in den Tropen lebende Tierarten nicht ungewöhnlich ist, sollte dies auch in freier Wildbahn so sein.
Nach einer Tragezeit von 3 Monaten bringt das Bärenweibchen ein oder zwei Junge zur Welt. Diese wiegen bei der Geburt gerade mal 300 bis 350 Gramm und die Augen sind noch fest geschlossen. Erst im Alter von 4 Wochen öffnen die Jungtiere die Augen. Im Alter von 10 Wochen kann der Nachwuchs bereits seine Mutter auf Fresswanderungen begleiten und mit 15 Wochen fangen die Sprößlinge an zu klettern. Die Geschlechtsreife erreichen Malaienbären mit 3 bis 4 Jahren. Ihre Lebenserwartung beträgt bis zu 25 Jahre.

 

Malaienbär Über die Lebensweise der Malaienbären in freier Wildbahn gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Als sicher gilt, das Malaienbäre nachtaktive Tiere sind, die den Tag in einem sicheren Versteck verschlafen. Ebenso gilt als gesichert, daß der Bär ein Allesfresser ist und sein Speiseplan entsprechend abwechslungsreich ist. Die Tiere fressen neben Früchten aller Art auch Palmenschößlinge, kleine Echsen, Vogeleier oder auch Honig. Seine kräftigen, mit Krallen bewehrten Vordertatzen reißen Bienennester mühelos auf und seine ungewöhlich lange Zunge kann dann den Honig leicht herausholen. Sein verhältnismäßig geringes Gewicht, der Malaienbär ist der kleinste aller Großbärenarten (Ursidae), ermöglicht dem Tier auch regelmäßige Besuche in den Kronen der Regenwaldbäume, um auch dort nach Nahrung zu suchen.

Gesicherte Zahlen über die Größe des Gesamtbestandes von Malaienbären gibt es nicht. Trotzdem geht man davon aus, das die Tiere von Jahr zu Jahr weniger werden. Dies hat mehrere Ursachen. Zum einen wird sein Lebensraum durch Abholzen der Regenwälder ständig kleiner. Zum anderen hat der Bär einen schlechten Ruf als “Ernteschädling”. In waldnahen Pflanzungen kann so ein Bär natürlich erheblichen Schaden anrichten. Hinzu kommt, daß der Bär als das gefährlichste Raubtier Südostasiens gilt. Natürlich greift ein Malaienbär, wenn er auf seinem Schlafplatz überrascht wird oder sich in die Enge getrieben fühlt ohne zu zögern an, versucht aber, wie die meisten Wildtiere, den Kontakt mit Menschen zu vermeiden. Nichts desto trotz wird der Malaienbär in der Nähe von menschlichen Siedlungen erschossen, so wie er sich zeigt.

Ein weiterer Aspekt, der die Bestände der Bären stark dezimiert, ist die sogenannte traditionelle chinesische Medizin (TCM). In dieser von Aberglauben behafteten Form von Naturheilkunde werden verschiedenen Körperteilen des Bären heilende Kräfte nachgesagt. Speziell die Gallenblase ist sehr gefragt, da diese in Japan und Südkorea zur Stärkung der Manneskraft eingesetzt wird. Obwohl keinerlei medizinsche Wirkung nachgewiesen werden kann, hält sich dieser Aberglaube in Südostasien und führt unweigerlich zu hohen Abschußquoten und damit zur Gefährdung der Art. Der Malaienbär ist zwar im Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt, wodurch der Handel mit diesen Tieren zwischen den Unterzeichnerstaaten strikt untersagt ist, aber dies nützt dem Tier wenig. Die vermutlich größte Population lebt in Laos und dessen Regierung hat dieses Abkommen nie unterzeichnet. Daher sind Jagd, Fang und Ausfuhr der herrlichen Tiere in Laos vollkommen legal. Da aber gerade Laos zu den ärmsten Staaten der Region zählt, ist mit einem echten Schutz der Bären in nächster Zukunft wohl nicht zu rechnen.

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