Krake Octopus vulgaris


Krake Octopus vulgaris
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Krake

von Robert Nordsieck (Die lebende Welt der Weichtiere)

Klasse: Cephalopoda (Kopffüßer) Krake
Unterklasse: Dibranchiata (Coleoida, Zweikiemer)
Ordnung: Octobrachia (Octopoda = Achtfüßer)
Familie: Octopodidae (Kraken)
Art: Octopus vulgaris
Verbreitung: Alle tropischen und subtropischen Meere.
Lebensraum: Felslistorale bis in eine Tiefe von 200 Meter.

 

Krake (Octopus) Der Krake (Octopus vulgaris) ist einer der höchstentwickelten Kopffüßer. Der Begriff Krake kommt aus dem norwegischen und bezeichnet ein Seeungeheuer, das von verschiedenen Reisenden bereits aus dem Mittelalter beschrieben wird. Vieles spricht dafür, das selbst Homer bereits einen Kraken beschrieb, in Gestalt seiner Skylla aus der Odyssee. Ein vielarmiges räuberisch lebendes Meerestier, das in einer Felshöhle auf vorbeikommende Meeresbewohner lauert.
Die acht Fangarme unterscheiden die Gruppe der Kraken von den übrigen, zehnarmigen Tintenfischen. Die Fangarme der Kraken haben Saugnäpfe, mit denen der Krake sich am Untergrund oder an seiner Beute festhalten kann. Mit ihnen ergreift er seine Beute und führt sie zum Mund. Dort zerkleinert er seine Beute mit dem kräftigen Hornschnabel. Gepanzerte Beutetiere, etwa Krebse, löst der Krake auf, indem er mit dem Schnabel ein Loch in den Panzer beißt und anschließend Verdauungssaft darüber leert. Das weiche Innere der Beute saugt er auf. Oftmals kann man sehen, dass Krakenhöhlen von den leeren Panzern der Krebstiere umgeben sind, die dem Kraken zum Opfer gefallen sind.
Kraken sind getrennt geschlechtlich, aber Einzelgänger. Während der Paarungszeit suchen sich die Kraken gegenseitig auf und zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch eine entsprechende Veränderung ihrer Farbe. Auch zur Tarnung können Kraken ihre Farbe verändern.
Krake (Octopus) Bei der Begattung übergibt der männliche Krake dem Weibchen ein Spermapaket in die Mantelhöhle des Weibchens. Die Sorge um das Gelege und die Aufzucht der Jungen obliegt dem Weibchen. Anders als andere Weichtiere kümmern sich Kraken fürsorglich um ihre Jungen.
Kraken besitzen überwiegend keinen Schalenrest mehr. Deswegen können sie ihre Beute bis in die kleinsten Winkel verfolgen. Die größten Kraken sind die Riesenkraken (Octopus dofleini), die eine Spannweite von 9 Metern erreichen können. Kraken leben vorwiegend in Flachwasserregionen, besonders die großen Arten kommen aber auch in größeren Tiefen vor. In australischen Gewässern kommt der Blauringoctopus (Hapalochlaena fasciata) vor. Sein Verdauungssaft ist auch für den Menschen giftig. Unachtsame Taucher können vom Biss des Kraken Vergiftungen erleiden, die mit denen durch einen Schlangenbiss vergleichbar sind.

 

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