Klippschliefer Procavia capensis Daman de rocher Rock Hyrax


Bewertung

Klippschliefer

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Klippschliefer

Fotos:
Frank Stober

Ordnung: Hyracoidae (Schlieftiere)
Familie: Procaviidae (Schliefer)
Gattung: Procavia (Klippschliefer)
Art: Procavia capensis
englisch Rock Hyrax
französisch Daman de rocher
Verbreitung: Gesamtes Afrika südlich der Sahara mit Ausnahme des Kongobeckens sowie in Arabien und dem nahen Osten.
Grafisch dargestellt auf der Verbreitungskarte.
Lebensraum: Felsiges Gelände in Savannen und halbtrockenen Regionen
Maße und Gewichte: Körperlänge (Männchen): 55 cm
Gewicht (Männchen): 4,3 kg
Schwanzlänge: 2 cm
Fortpflanzung: Die Tragzeit dauert bei den Klippschliefern ungefähr 225 Tage, und pro Wurf werden zwei bis vier Junge geboren. Die Jungen sind bei der Geburt bereits sehr weit entwickelt, können sehen und besitzen bereits das volle Fell. Sie beginnen schon nach drei bis vier Tagen, feste Nahrung zu sich zu nehmen, und sind nach zwei bis sechs Monaten entwöhnt.

 

Klippschliefer Klippschliefer sind eine Familie von gut kaninchengroßen, sehr merkwürdigen Säugetieren, die eine Sonderstellung im Tierreich einnehmen und daher in einer eigenen Ordnung untergebracht wurden. Die Tiere haben einen ziemlich kompakten Kopf, ein kleines, spitzes Schnäuzchen, kleine Ohren und ein dichtes, weiches, braunes Fell ohne Unterwolle. Auf der Rückenmitte befindet sich ein gelblichweißer Fleck unter welchem sich eine Rückendrüse befindet, die ölige Duftstoffe absondert.

Klippschliefer Klippschliefer siedeln in Kolonien, die mehr als 50 Tiere umfassen können. Zwar sind die Tiere tagaktiv, einen großen Teil des Tages sitzen die Klippschliefer aber mit halbgeschlossener Nickhaut in der warmen Sonne und dösen. Ein paar ältere Männchen halten dann die Wache und achten vor allem auf Leoparden, Schakale, Wüstenluchse, Lämmergeier und Kampfadler, da diese die größten Feinde der Klippschliefer sind. Sobald diese Wachtposten Gefahr wittern, geben sie laute Warnpfiffe oder ein rasselndes Geräusch von sich, und augenblicklich verschwinden alle Tiere in ihren Höhlen.

Klippschliefer Eine der großen Besonderheiten der Klippschliefer sind ihre Füße. An den Vorderfüßen befinden sich vier gut entwickelte Zehen und eine rudimentäre erste Zehe. Die vier echten Zehen enden nicht in Nägeln, Krallen oder Hufen, sondern in merkwürdigen kleinen Knötchen. Auf der Unterseite der Zehen befinden sich hornartige Plättchen, und darum kann man diese Zehen wohl am besten als Vorläufer von Hufen betrachten. Die Hinterfüße tragen nur drei Zehen, und von diesen hat die mittlere eine echte, gebogene Kralle; die beiden anderen gleichen denen der Vorderfüße.
Die Schneidezähne des Oberkiefers gleichen denen der Nagetiere und wachsen ständig nach, sind jedoch im Gegensatz zu den Zähnen der Nagetiere dreikantig. Im Oberkiefer befinden sich zwei Schneidezähne, im Unterkiefer vier. Die Schneidezähne im Unterkiefer haben echte Wurzeln. Zwischen den Schneide- und den Mahl- bzw. Backenzähnen befindet sich eine große, zahnlose Lücke. Die sieben Backenzähne gleichen denen der Nashörner. Die Schneidezähne sind etwas verlängert und erinnern an die der Elefanten. Eine weitere Besonderheit stellt der Verdauungstrakt durch einen zusätzlichen Blinddarm dar.

Klippschliefer Die Hauptnahrung der Klippschliefer sind Pflanzen und Früchte, in großen Höhen auch Krustenflechten und Sämereien, sowie ab und zu Insekten. Gewöhnlich deponieren die in Kolonien lebenden Schliefer ihre Exkremente an einer bestimmten, festen Abfallstelle, und dieser Mist hat einen hohen Handelswert, da er bestimmte Stoffe enthält, die bei der Parfümproduktion gebraucht werden.

 

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3 Responses
  1. Kühl Detlef says:

    Gibt es auch eine Art Klippschliefer (Hyrax) nördlich der Sahara? Ich glaube ich habe eine Kolonie auf einem Geröllhaufen nördlich des Sees genezareth beim Kibbuz Amiad gesehen.
    Detlef Kühl

    • Gerhard Kühl says:

      Namensvettern unter sich! Ja, es gibt Klippschliefer im Nationalpark von En Gedi in Israel, größte und schönste Oase am Toten Meer, dort angetroffen am 11. April 2012. Es handelt sich um ein wunderbares Gebiet.

    • Harald Boerst says:

      Ich kann dies bestätigen. Ich habe vorgestern eine Kolonie Klippschliefer in Kapernaum in der Nähe des Restaurants St. Peter fotografiert, was ja ebenfalls am See Genezareth liegt. Wie der Tourguide bestätigte, sind diese Tiere in Israel gar nicht so selten. Ein weiteres Verbreitungsgebiet ist Ein Gedi am Toten Meer.

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