Kegelrobbe Halichoerus grypus


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Kegelrobbe

Klasse: Mammalia (Säugetiere) Kegelrobbe
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Ordnung: Pinnipedia (Seehunde, Seelöwen und Walrosse)
Familie: Phocidae (Hundsrobben)
Art: Halichoerus grypus
Verbreitung: Kegelrobben kommen an den subarktischen bis kalttemperierten Küsten beiderseits des Nordatlantiks vor.
Lebensraum: Küstengewässer und felsige Küstenabschnitte, offener Ozean
Maße und Gewichte: Körperlänge (Männchen): 2,1 m
Körperlänge (Weibchen); 1,8 m
Gewicht (Männchen): bis 300 kg
Gewicht (Weibchen): bis 150 kg
Spitzengeschwindigkeit (im Wasser): bis 35 km/h
Fortpflanzung: Kegelrobbe Unter den Männchen werden Kämpfe um das Recht auf Fortpflanzung ausgetragen. Diese Kämpfe bestehen aber in der Regel nur aus Imponiergehabe so das Verletzungen während der Rangeleien selten sind. Nach der Befruchtung tritt bei Kegelrobben erst einmal eine Ruhezeit von 3 Monaten ein. Die darauf folgende Entwicklungsphase dauert etwa 8 Monate. Geboren werden die Jungtiere entweder an felsigen, unzugänglichen Küsten oder, im Falle der Populationen im Westatlantik und in der Ostsee, auf dem Eis. Der Nachwuchs ist bei der Geburt etwa 100 cm lang und kann zwischen 11 und 20 Kg wiegen. Ihr weiches cremefarbenes Jugendfell wechseln die Jungen nach etwa 2 bis 4 Wochen.

 

Kegelrobben Kegelrobben sind kräftige Tiere von spindelförmiger Gestalt. Ihren Namen verdanken die Tiere ihrem kegelförmigen Kopf. Auf größere Entfernung sind die Tiere nur schwer von Seehunden zu unterscheiden. Der Weltbestand wurde 1999 auf rund 130.000 Individuen geschätzt. Davon leben allein im Bereich der britischen Inseln mehr als 80.000 Tiere. Die größten Kolonien an Kegelrobben mit mehreren tausend Tieren Umfang finden sich auf den äusseren Hebriden, North Rona und den Orkney Inseln vor den westlichen und nördlichen Küsten Schottlands.

Nachdem die Robbenbabyschlachterei der früheren Jahre durch weltweite Proteste seitens der Tier- und Naturschützer zum Glück weitestgehend ein Ende gefunden hat, steigen die Bestände wieder stetig an. Dies führt natürlich sofort wieder zu neuen Interessenkonflikten. Viele englische Fischer fürchten so um ihre Erträge, da die Robben deren Meinung nach die gleichen Orte zur Beutejagd aufsuchen, in denen sie auf Fischfang gehen und dabei angeblich auch kommerziell bedeutsame Fischarten fressen. Entsprechend schießen die Fischer schon seit Jahren auf alles Robbenartige, was sich ihren Netzen nähert.

Um der Frage der Wechselwirkung zwischen Robben und Fischerei auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftler der „Sea Mammal Research Unit“ (SMRU) der University of St. Andrews, Schottland im Jahr 2000 einen kostenaufwendigen Feldversuch gestartet. Kegelrobben Die schottischen Wissenschaftler haben eine Anzahl von Robben mit einer Art Fahrtenschreiber mit Satellitensender versehen und konnten aus den eingegangenen Daten eine Menge lernen. Die Forscher wissen zum Beispiel jetzt, dass die Tiere von ihren Ruheplätzen an der Küste im Schnitt 30 bis 50 km zu den Nahrungsorten schwimmen. Manche Kegelrobben legten bis zu 100 km pro Tag zurück. Eine weitere erstaunliche Entdeckung dabei ist, daß die Tiere über 80% ihrer Zeit getaucht bleiben und dabei Tiefen von 300 Meter und mehr erreichen.
Eine weitere wichtige Erkenntnis liegt darin, daß Robben den größten Teil ihrer Nahrung am Meeresboden fangen. Offensichtlich haben die Tiere vor Schottlands Küsten eine Vorliebe für die am Boden lebenden Sandaale. Nun wollen die Wissenschaftler prüfen, ob die Robben wirklich einen negativen Effekt auf die Fischereierträge ausüben. Wie dann eine mögliche Lösung aussehen wird, ist noch ungewiss, aber vielleicht kann man ja den einen oder anderen Fisch den Robben gönnen, anstatt Katzen- oder Hundefutter daraus zu machen.

Wer sich nun Gedanken um die mit Sendern versehenen Robben macht, kann an dieser Stelle beruhigt aufatmen. Die Geräte haben keinen negativen Einfluß auf das Verhalten der Tiere. Da die Sender mit einem Kleber nur im oberen Fell befestigt waren, lösen sich diese beim jährlichen Fellwechsel der Tiere von alleine. Das Forschung mitunter ins Geld geht kann man wohl daran ermessen, daß die Geräte im Wert von 8.000 DM pro Stück nach ihrem Einsatz verloren sind.

 

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