Der Flusskrebs wird bis zu 18 cm groß, die Weibchen sind etwas kleiner. Der Vorderkörper (Kopf und Brust) des Krebses ist mit einem harten Panzer (Carapax) bedeckt, der aus Chitinschichten mit Kalkeinlagerungen besteht. Der Panzer wächst nicht mit, so dass sich der Krebs mehrfach häuten muss, wenn er wächst. Während seiner Häutung ist der Krebs mit dem weichen Panzer (Butterkrebs) sehr verletzlich und muss sich bis zum Aushärten des Panzers verstecken, da er eine leichte Beute für seine Feinde ist.
|
Der Krebs hat fünf Paar Laufbeine, von denen das vorderste Paar zu einem Paar kräftiger Scheren umgebildet ist. Mit diesen Scheren erbeutet der Flusskrebs seine Beute oder vertreibt Artgenossen aus seinem Revier. Mit den Mundwerkzeugen und den sogenannten Kieferfüßen zerreißt der Flusskrebs die Beute, die er mit den Scheren gefangen hat.
|
 |
Am Hinterkörper trägt der Flusskrebs weitere fünf Paar Beine (das Weibchen besitzt nur vier). Ein weiteres Paar sogenannte Schwanzbeine bilden zusammen mit dem Schwanz einen fünfblättrigen Schwanzfächer. Wird der Flusskrebs angegriffen (seine natürlichen Feinde sind Raubfische), dann schlägt er seinen Schwanzfächer unter den Bauch. Dadurch erzeugt er einen Rückstoß, der ihn rückwärts aus der Gefahrenzone bringt. |
 |
Das Verschwinden des Flusskrebses
Der europäische Flusskrebs lebt in sauberen, langsam fließenden Gewässern in Auswaschungen und unterspülten Weidenwurzeln. Diesen Lebensraum findet der Flusskrebs nur in natürlichen und nicht künstlich begradigten Gewässern. Die heutigen künstlich begradigten Flussläufe stellen dagegen dem Flusskrebs kaum Lebensraum zur Verfügung.
Neben der Zerstörung seines Lebensraums durch künstliche Begradigung der Flussläufe und damit einher gehende Vernichtung der Uferlebensräume hat die Anzahl europäischer Flusskrebse schwer unter der Krebspest gelitten, einer Pilzinfektion, die Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu sämtliche europäischen Flusskrebse ausgerottet hat.
1890 wurde daher aus Amerika der amerikanische Flusskrebs (Orconectes limosus) eingeführt und bei Berlin ausgesetzt. Dieser Krebs ist gegen die Krebspest immun und konnte sich so gegen den europäischen Flusskrebs durchsetzen. In Norddeutschland ist der amerikanische Flusskrebs so heute relativ häufig: Von Berlin aus hat der amerikanische Flusskrebs sich über den Mittellandkanal bis in den Rhein und seine Nebenflüsse ausgebreitet.
Der amerikanische Flusskrebs ist etwas kleiner als der europäische Flusskrebs und wird nur 12 cm groß. Man erkennt ihn an den roten Querstreifen an den Hinterleibsringen.
|