Das Breitmaulnashornmännchen ist nach dem Elefanten das zweitgrößte Landsäugetier. Breitmaulnashörner sind weit weniger aggressiv als ihre nahen Verwandten, die Spitzmaulnashörner.
Die Männchen sind in der Regel Einzelgänger, während die Weibchen in Gruppen zusammen mit ihren Jungen leben. Die Tiere leben praktisch ausschließlich von Gras, welches sie mit
ihren breiten, quadratischen Lippen abpflücken. Wie die meisten Nashornarten kann das Breitmaulnashorn nur schlecht sehen, hat aber ein gutes Gehör.
Diese Tierart gehört zu den am meisten gefährdeten Arten der Welt, da sie immer noch von Wilderern wegen ihres Horns gejagt werden. Dieses Horn erzielt, zu Pulver zermahlen, auf den asiatischen Märkten unglaubliche
Preise. In fast ganz Asien ist das Pulver als Heilmittel in der stark mit Aberglauben behafteten "traditionellen chinesischen Medizin" beziehungsweise zur Steigerung der Potenz sehr gefragt.
In den 70er Jahren des 20.Jahrhunderts erlebte die Nashornjagd eine weitere drastische Steigerung. Seinerzeit galt im arabischen Nordjemen ein Dolch mit einem Griff aus geschnitztem
Nasenhorn als Zeichen von Reichtum und Würde. Viele Jemeniten, die als Gastarbeiter in den Staaten der OPEC (Vereinigung Erdöl exportierender Länder) hohe Löhne bezogen, steigerten
die Nachfrage nach Nasenhorn so sehr, das in wenigen Jahren der Nashornbestand Kenias, Ugandas und Tansanias fast ausgerottet wurde. Mittlerweile hat zwar die Regierung Nordjemens die Einfuhr
von Nasenhorn verboten, aber der Schwarzhandel ist wohl nicht so einfach zu unterbinden.
So sind nach Zählungen diverser afrikanischer Nationalparks 1999 nur noch rund 4000 dieser imposanten Tiere auf unserer Erde am leben. Selbst unter strengstem Schutz könnte sich die Population auf Grund der geringen Geburtenrate nur sehr langsam erholen.
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