Medikamente im Trinkwasser
Quelle: Greenpeace

Über das Trinkwasser nehmen Mensch, Tier und Pflanzen Wirkstoffe verschiedenster Medikamente auf, die von Menschen und Tieren ausgeschieden wurden. Dies teilte das Umweltbundesamt (UBA) jetzt mit. Eine akute Gefahr für den Menschen bestehe aber nicht, so Experten des UBA. Man wolle nur auf künftige Probleme hinweisen. UBA-Präsident Andreas Troge fordert verbindliche Leitlinien zur Umweltbewertung neu zugelassener Medikamente. Neue Arzneimittel werden seit 1998 vom Umweltbundesamt auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft.

Die wasserlöslichen Wirkstoffe der Medikamente landen mit dem Abwasser in den Kläranlagen. Von dort gelangen sie ins Grund- und schließlich ins Trinkwasser. Weil viele Wirkstoffe chemisch außerordentlich stabil sind, überstehen sie den Weg durch den menschlichen oder tierischen Organismus meist unverändert. Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen fordern die Wissenschaftler vom UBA, nicht nur Leitlinien für neu zugelassene Arzneimittel, sondern auch ältere Medikamente auf ihre Umweltverträglichkeit zu überprüfen.

Tests mit einem neuen Mittel zur Schwangeschaftsverhütung, einem Pflaster, hätten trotz hohen Gehalts des hormonellen Wirkstoffs EE2 eine nur geringe Ausscheidung dieses Stoffs ergeben. Die Wirkstoffe des Pflasters würden zu einem größeren Anteil als die Stoffe normaler Anti-Baby-Pillen vom Körper aufgenommen. So gelangen weitaus weniger Wirkstoffe in die Umwelt.