|
Bei dem Versuch, Kartoffeln gegen
Läuse resistent zu machen, haben
schottische Forscher nun
unvorhergesehene Nebeneffekte der
genetischen Manipulation entdeckt. Die
transgenen Pflanzen zeigten
unerwartete Abwehrschwächen gegen
andere Schädlinge. In ihrer Studie,
die in der jüngsten Ausgabe des
Fachblattes "Annals of Applied
Biology" erschienen ist, bezeichnen
die Wissenschaftler es als "falsch,
davon auszugehen, dass man die
genetische Manipulation mit nur einem
Gen stets vollkommen unter Kontrolle
habe."
Den Kartoffeln wurde ein Gen für ein
so genanntes Lektin eingepflanzt.
Lektine sind pflanzliche Proteine, die
eine breiter gefächerte insektizide
Wirkung als vergleichsweise das
Bacillus-thuringiensis-Toxin
(Bt-Toxin) haben, das schon bei Mais
und Baumwolle eingesetzt wird. Die
Lektin-Kartoffeln produzierten jedoch
geringere Mengen eines Bitterstoffes,
der die Pflanzen gewöhnlicherweise für
Säugetiere und Insekten ungenießbar
macht. Die Forscher konnten zeigen,
dass dafür allein die genetische
Manipulation verantwortlich ist.
Das Wissenschaftlerteam warnte davor,
dass Pflanzen mit geringeren Mengen
des bitteren Alkaloids schneller
anderen Schädlingen zum Opfer fallen
könnten. Zusätzlich fördern die
niedrigeren Konzentrationen des
Bitterstoffs gerade auch die
Fortpflanzung der Läuse.
|