Asiatische Elefanten durch Elfenbeinhandel bedroht
Quelle: Greenpeace

Experten aus 13 asiatischen Ländern haben Japan und die südafrikanischen Länder aufgefordert, ihren Vorstoß für eine begrenzte Wiederaufnahme der Elfenbeinjagd aufzugeben. Auch wenn nur in Afrika gejagt werden solle, würde davon ein falsches Signal an Wilderer in Asien ausgehen. Die Kunden könnten asiatisches nicht von afrikanischem Elfenbein unterscheiden. Das Votum für die Freigabe der Jagd auf afrikanische Elefanten wird im November erwartet, wenn die Delegierten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) zusammentreffen.

Hauptabnehmer des Elfenbeins ist Japan, wo im Falle einer Wiederaufnahme des Handels ein jährlicher Verbrauch von 20 bis 30 Tonnen erwartet wird. Nach Aussage Vivek Menons, Geschäftsführer des Wildlife Trust of India, werden derzeit noch rund 660 Tonnen Elfenbein in China, Hongkong und Macao gelagert, weitere 180 Tonnen in Japan selber. Die Wiederaufnahme der Jagd mache daher keinen Sinn. Menon vermutet, dass die Bestände zurückgehalten werden, um den Preis künstlich in die Höhe zu treiben. Legal gehandeltes Elfenbein kostet auf dem internationalen Markt 500 Dollar pro Kilogramm, illegales 100 Dollar.

Schätzungen zufolge leben zwischen 37.000 und 45.000 Elefanten in Asien, etwa die Hälfte davon in Indien. Seit 1976 sind sie geschützt. Zurzeit sind die Tiere nach Meinung der meisten Experten nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht. Mit einer Ausnahme: In Vietnam gibt es nur noch knapp 100 Elefanten. Wenn die Jagd wieder aufgenommen würde, wären die Tiere nicht nur wegen ihres Elfenbeins in Gefahr. Auch Schwanz, Geschlechtsteile und Knochen sind begehrt, beispielsweise für die Herstellung von Medikamenten. Der restliche Kadaver wird liegen gelassen und als Köder für die Tigerjagd verwendet.