Verseuchte Fische vor der walisischen Küste
Quelle: Greenpeace

In der Nähe von Cardiff an der walisischen Küste ist Fisch gefangen worden, dessen Verseuchung mit radioaktivem Tritium weit über den Grenzwerten liegt. Der Stoff stellt zwar nach Expertenmeinung keine äußere Gefahr dar, weil seine Atome beim Zerfall nur sehr wenig Radioaktivität abgeben. Er kann aber, wenn er mit kontaminiertem Wasser oder verseuchter Nahrung wie Fisch aufgenommen wird, zur Entstehung von Krebs führen.

Tritium ist ein Isotop des Wasserstoffs, das im Laufe von nuklearen Reaktionen frei gesetzt wird, und entsteht als Abfallprodukt in Atomkraftwerken oder anderen nuklearen Anlagen. Die Wiederaufbereitungsanlage bei Sellafield beispielsweise gibt erhebliche Mengen des Stoffes an die Umwelt ab. Große Mengen wurden auch während der Wasserstoffbomben-Tests in den sechziger Jahren freigesetzt. In Cardiff wird Tritium für die pharmazeutische Industrie hergestellt.

Barrie Lambert, ein Strahlungsexperte am Saint Bartholomew's Hospital in London, bezweifelt, dass es gesund ist, mit Tritium kontaminierte Nahrung zu sich zu nehmen. "Der Fund könnte bedeutende Auswirkungen für Menschen haben, die viel Fisch aus der Gegend von Cardiff essen", sagte er. Das Tritium wird vom Körper aufgenommen und in die Zellen eingebaut, wo es zu schwerwiegenden krankhaften Veränderungen führen kann. Es wird extrem langsam wieder abgebaut.