| Finnland baut ein neues Atomkraftwerk |
| Quelle: Greenpeace |
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Das finnische Parlament hat am Freitag
mit 107 gegen 92 Stimmen den Bau eines
neuen Atomreaktors beschlossen. Als
Gründe werden höherer Energiebedarf,
Verringerung der Treibhausgase und
Verminderung der Abhängigkeit von
Russland genannt. Das fünfte
Atomkraftwerk Finnlands wird das erste
in Westeuropa seit über zehn Jahren
sein. Es soll bis 2010 fertig gestellt
werden. Die finnische Grüne Partei hat
inzwischen angekündigt, die aus fünf
Parteien bestehende
Regierungskoalition zu verlassen.
Die finnische Entscheidung steht in scharfem Kontrast zum gegenwärtigen europäischen Trend 'weg von der Atomenergie'. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hält sie für einen Einzelfall, der keinen neuen Trend begründe. EU-Energiekommissarin de Palacio dagegen begrüßt den Beschluss. "Bisher war es tabu, in der EU über Atomenergie zu sprechen", sagte sie zum Abschluss eines Polen-Besuchs. "Die Option auf nukleare Energie muss für die gesamte EU offen sein, um dem wachsenden Energiebedarf und den Vorgaben des Kyoto-Protokolls gewachsen zu sein." Umweltschützer befürchten, dass die finnische Entscheidung ein Signal für andere Länder sein könne, die die Entwicklung in Finnland beobachten. Peer de Rijk von der Anti-Atom-Vereinigung WISE (World Information Service on Energy) erklärte, dass es zehn Jahre lang recht ruhig gewesen sei, weil die meisten Umweltschützer glaubten, sie hätten die Schlacht gewonnen. Die Entwicklung in Finnland sei ein Ruf an Europas Grüne, zurückzukehren und gegen die Atomkraft zu kämpfen wie in den 60er, 70er und 80er Jahren. |