IWC: Zahlt sich Japans Bestechungspolitik indirekt aus?
Quelle: Greenpeace
Der 54. Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) im japanischen Shimonoseki liegen zwei Anträge vor, die letztendlich - würden sie angenommen - das Ende des Walfangverbotes bedeuteten. Japans Antrag dürfte wohl an der benötigten Dreiviertel-Mehrheit scheitern. Der Antrag von einigen Walschutznationen auf eine begrenzte Jagd allerdings könnte dann eine Mehrheit finden.

Ausgerechnet das zu den Walschutznationen zählende Schweden, die Niederlande, Irland, Oman, Südafrika, Spanien, die Schweiz sowie Finnland haben einen eigenen Antrag für ein Revised Management Scheme (RMS, 'verbesserter' Bewirtschaftungs-plan) beim IWC-Treffen vorgelegt. Mit dem RMS soll die Jagd auf Wale geregelt werden. Wenn Japan mit seinem eigenen RMS-Vorschlag keine Mehrheit findet, dann besteht die Gefahr, dass die 'Walschützer' mit ihrem Antrag Erfolg haben werden. Das bedeutete faktisch das Ende des internationalen Walfangverbotes und paradoxerweise wären dafür Nationen verantwortlich, die bislang zu den Walfreunden gerechnet wurden.

Wahrscheinlich die Furcht, dass sich Japan mit seinem Stimmenkauf bei kleineren Staaten schon eine Mehrheit für das Ende des Walfangverbots beschafft habe, trieb die eigentlich pro-Wal-eingestellten Nationen dazu, ein eigenes RMS vorzuschlagen. Damit könnte sich die Bestechungspolitik Japans doch noch als erfolgreich erweisen, auch wenn sie manchmal lächerlich skurril anmutet: So ist das jüngste Mitglied bei der IWC die Mongolei - ein Staat, der gar keinen Zugang zum Meer hat. Welche Interessen könnte er am Walfang haben?

Die Abstimmungen über beide Anträge waren schon Mittwoch erwartet worden. Die Delegierten blieben jedoch bei der Frage hängen, ob und welche indigenen Völker zur Selbsterhaltung Walfang betreiben dürfen. Nun können sie ihr Votum für oder gegen das RMS wohl erst am Donnerstag abgeben - vor den Augen der Konferenz-Beobachter wie Greenpeace. Das hätte Japan am liebsten verhindert, als es am Montag den Antrag stellte, alle Stimmabgaben geheim abzuhalten. Mit 25 gegen 19 Stimmen bei einer Enthaltung lehnten die Delegierten das allerdings ab.

Keine Mehrheiten fanden leider am Dienstag auch die Anträge von Australien/Neuseeland sowie Brasilien/Argentinien, im Südpazifik und im Südatlantik Walschutzgebiete einzurichten. Angenommen wurde hingegen der Vorschlag von Walschutznationen, dass das Wissenschaftskomittee der IWC in Zukunft das Vorsorgeprinzip beachten muss, wenn bestehende Schutzgebiete überprüft werden. Und dass andere Schutzmaßnahmen, wie ein Moratorium, die Notwendigkeit von Sicherheitszonen nicht in Frage stellen.