Verseuchtes Grundwasser alarmiert amerikanische Behörden
Quelle: Greenpeace
Der Oberste Rechnungshof der USA hat den Kongress vor der weit verbreiteten Verseuchung des Grundwassers mit Methyltertiärbutylether (MTBE) durch schadhafte Pipelines und unterirdische Treibstofflager gewarnt. Die Chemikalie wurde in 20 Prozent aller Proben aus 35 US-Staaten nachgewiesen. MTBE wird dem Treibstoff von Kraftfahrzeugen beigefügt, um den Sauerstoffgehalt zu steigern und so eine vollständige und möglichst schadstofffreie Verbrennung zu erzielen. Es kann Übelkeit, Nieren- und Leberschäden auslösen und sogar Krebs erregen.

Die Behörden untersuchen zurzeit, ob das Gift auch Ursache für das gehäuft auftretende Nasenbluten bei Schülern einer Schule in Roselawn, Indiana, ist. Das dortige Trinkwasser weist MTBE-Werte auf, die zehnmal höher als der offiziell empfohlene Höchstwert sind. 14 Bundesstaaten haben die Chemikalie bereits teilweise oder ganz verboten, nachdem einige Gemeinden ihre Trinkwasserbrunnen schließen mussten. Der amerikanische Senat hat im letzten Monat beschlossen, die Erlaubnis zur Verwendung von MTBE auslaufen zu lassen. Die Hersteller forderten statt des Verbots der Chemikalie schärfere Gesetze gegen die Eigentümer von schadhaften Treibstofftanks.

Die Anwendung von MTBE ist kein ausschließlich amerikanisches Problem. Auch in Deutschland wird die Chemikalie als Treibstoff-Additiv verwendet. Einer Studie der Technischen Universität Darmstadt aus dem Jahre 2001 zufolge wurden an fünf von zehn untersuchten Standorten in der Bundesrepublik überhöhte Mengen des gesundheitsgefährdenden Stoffs gefunden.