| Keine neuen Schutzgebiete für Wale |
| IWC wird immer mehr zum Instrument der Walfänger |
| Quelle:World Wide Fund For Nature |
Für die Wale wird es keine neuen Schutzgebiete geben. Das ist die Konsequenz aus der Abstimmung am dritten Verhandlungstag der Internationalen Walfang Kommission IWC in Shimonoseki/Japan. Zwar hatte sich jeweils eine einfache Mehrheit der Delegierten sowohl für ein Schutzgebiet im Südpazifik als auch im Südatlantik ausgesprochen: Um neue Schutzgebiete einzurichten, bedarf es aber laut IWC-Satzung einer Dreiviertelmehrheit.
Das ist das Ergebnis von Japans Politik des Stimmenfangs durch Wirtschaftshilfe: Aus kurzsichtigen ökonomischen Interessen stimmen viele Mitgliedsstaaten mit den Walfängern - auf der Strecke bleiben die Wale , sagt Roland Melisch, Artenschutzexperte beim WWF. Umso mehr begrüßt der WWF deshalb Vorstöße einzelner Staaten wie Papua Neu Guinea, die ihr gesamtes Hoheitsgebiet im Südpazifik kurzerhand zum Walschutzgebiet erklärten. Das Schutzgebiet im Indischen Ozean, das vor zehn Jahren eingerichtet wurde, bleibt dagegen bestehen. Japan zog seinen Antrag auf Aufhebung des Schutzgebietes wegen einer drohenden Abstimmungsniederlage vorab zurück. Japan arbeitet gegen den Walschutz, wo immer sich eine Möglichkeit dafür bietet , kommentiert Melisch. Das Wichtigste ist, dass Japan es nicht schafft, die IWC auseinanderzutreiben. Der WWF ist mehr denn je von der Notwendigkeit eines weltweiten, funktionierenden Kontrollgremiums für den internationalen Walfang überzeugt. In der japanischen Fischerstadt Shimonoseki, in der die Tagung stattfindet, polemisieren japanische Medien und Politiker stündlich gegen den Walschutz, berichtet Volker Homes, WWF-Teilnehmer bei der IWC: Den Bürgern wird hier andauernd weisgemacht, dass Wale den Menschen die Fische wegfressen. Von verfehlter Fischereipolitik dagegen hört man kein Wort. Konstruktive Schritte zum Erhalt der Wale sind vor diesem Hintergrund nur sehr schwer zu erreichen. Als Teilerfolg betrachtet der WWF, dass Island seinen Beobachterstatus beibehalten muss und nicht mit einem Vorbehalt gegen das Walfang-Moratorium als Voll-Mitglied in die IWC zurückkehren kann. Aus Protest über diese Entscheidung hat Island die Konferenz bereits verlassen. Auch konnte ein Antrag Japans auf eine zusätzliche Jagdquote für 50 küstennahe Minkwale durch so genannte indigene Küstengemeinschaften Japans erfolgreich abgelehnt werden. |