| WestLB-Pipeline: Umweltproteste verschärfen sich - Konzerne auf dem Rückzug |
| Quelle: Rettet den Regenwald e.V. |
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Ecuadors angeblich hoch profitable neue Ölpipeline, die so genannte OCP, sieht sich nach Informationen der
"Energy Intelligence Group" mit zunehmenden Problemen konfrontiert. Das 1.1 Milliarden Dollar schwere Projekt
bleibe trotz fortschreitender Bauarbeiter höchst umstritten.
"Während die Regierung enthusiastisch davon spricht, die Pipeline biete dem Land nach ihrer Fertigstellung nächstes Jahr weitreichende Möglichkeiten, steht das ambitionierte Projekt vor wachsenden Protesten von Ökologen, die den Fortgang behindern könnten", schreibt Juan Pablo Toro in einem aktuellen Beitrag der "Energy Intelligence Group". Umweltgruppen kämpften vehement gegen die Bauarbeiten an der Pipeline, die durch das Mindo-Naturschutzreservat führen soll. Vertreter des OCP-Konsortiums forderten daher, den Bau der Pipeline zu beschleunigen und eine Fertigstellung für das erste Quartal 2003 anzustreben - statt Juli 2003, wie ursprünglich geplant. Unabhängige Experten bestätigen, die Bauarbeiten könnten durch die anhaltenden Proteste verzögert werden und verweisen darauf, dass Umweltschützer vor kurzem die Hälfte der Esperanza Farm gekauft haben, über deren Grundstück die Pipeline verlaufen soll. Vor wenigen Tagen waren Demonstranten von der Polizei zum zweiten Mal gewaltsam von dem Gelände entfernt worden. Zu den Umweltprotesten kommen inzwischen weitere Probleme, die die Erlöse aus dem OCP-Projekt betreffen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert, 80 Prozent der staatlichen Einnahmen müßten in die Rückzahlung der horrenden Auslandsschulden von Ecuador fließen, die 14 Milliarden Dollar betragen. Eine neue Haushaltsplanung von Präsident Noboa verfehlt dieses Ziel – und führte dazu, dass der IWF einen geplanten 240 Millionen-Dollar-Kredit eingefroren hat. Ein weiteres Problem stellt den möglichen Rückzug von Konzernen aus dem OCP-Konsortium dar. Anfang des Jahres hatte bereits das US-Unternehmen Kerr-McGee seine vier Prozent OCP-Anteile verkauft. Der argentinische Konzern Perez Companc, der ursprünglich 500 Millionen Dollar in Ecuador investieren und bis zu 60.000 Barrel Öl täglich fördern wollte, plant angeblich eine drastische Kürzung der Investitionen oder gar einen kompletten Rückzug aus dem Projekt. Grund soll der massive wirtschaftliche Druck sein, dem das Unternehmen derzeit in Argentinien ausgesetzt ist. Der spanische Repsol-Konzern machte ebenfalls einen Rückzieher. Die geplante Steigerung der Ölförderung in Ecuador von 60.000 auf 110.000 Barrel am Tag könnte scheitern, hieß es. Das mehr produzierte Öl sollte durch die OCP-Pipeline transportiert werden. Damit nicht genug: Auch die kanadische EnCana könnte 250 Millionen Dollar Investitionen zurück halten, weil sie sich derzeit mit der Regierung über Steuerzahlungen streitet. Nach Angaben des früheren ecuadorianischen Energieministers Jorge Pareja hätte eine Investitionskürzung durch die drei Konzerne enorme Auswirkungen auf die Pipeline: Statt der geplante 350.000 Barrel täglich würde sie nur noch 200.000 am Tag transportieren. Das Projekt wäre völlig überdimensioniert. |