Dramatischer Rückgang von Kalmaren im Südatlantik
Quelle: Pressetext Deutschland
Asiatische Fischfangflotten, die nach Tintenfisch im Südatlantik jagen, müssen in diesem Jahr dramatische Einbußen hinnehmen. In guten Jahren fangen japanische, taiwanesische und südkoreanische Fangflotten rund 250.000 Tonnen. Heuer waren es knappe 10.000 Tonnen. Die Fangsaison ist aber in wenigen Wochen zu Ende. Wissenschaftler vermuten, dass der starke El Nino an der katastrophalen Situation schuld ist. Das berichtet das British Antarctic Survey (BAS) und das Wissenschaftsmagazin Science.

Der fliegende Tintenfisch (Ilex argentinus) wird nur ein Jahr alt. Er beginnt sein Leben nahe der Rio Plata-Mündung in Südamerika. Die Tiere wandern danach über 1.000 Kilometer südlich in die Gründe rund um die Falkland Inseln, wo das subpolare Meer für reiche Nahrung sorgt. Dort werden die Tiere seit Jahren kommerziell gefischt. Danach wandert der adulte Kalmar wieder zurück nach Norden, wo er laicht und stirbt.

Nun haben Wissenschaftler des BAS den Grund für die ausbleibende Menge an Kalmaren entdeckt. Üblicherweise herrschen in den Gewässern, wo die Tintenfische laichen, Temperaturen um 14 Grad. Die jungen Kalmare wandern dann in großer Zahl Richtung Süden. In Jahren wo die Wassertemperaturen höher sind (18 Grad), überleben weniger Jungtiere. Dann wandern entsprechend weniger Tiere zu den Falkland Inseln. "Im Juni und Juli 2001 war das Wasser rund um die Mündung des Rio Plata um 1,5 Grad wärmer als im Jahr zuvor", so die Forscherin Claire Waluda vom BAS. "Da die Fangquote offensichtlich mit der Wassertemperatur zusammenhängt, kann sie in Zukunft besser vorhergesagt werden." Der Schaden für die leeren Netze beträgt rund 25 Mio. Dollar.

Kommentar:
Wann werden die Herren Wissenschaftler wohl endlich feststellen, daß solch dramatische Veränderungen auf die gnadenlose Überfischung durch die riesigen Fangflotten zurück zu führen sind und nur begrenzt auf Wetterphänomenen beruhen?
Solange die jungen Kalamare in ihren Futtergründen maßlos abgefischt werden, bleiben nur wenige Tiere übrig, die für Nachwuchs sorgen können. Ohne menschliche Eingriffe waren die Kalamare trotz El Nino schließlich nie ernsthaft bedroht.