Klimawandel verursacht Pinguinsterben
Quelle: Greenpeace
Akuter Nahrungsmangel hat unter den Magellan-Pinguinen auf den Falkland-Inseln ein Massensterben ausgelöst. Umweltschützer berichten, dass bereits zahllose verendete Vögel von Fischerbooten geborgen worden seien. Ursache für die Hungerkatastrophe könnte die globale Klimaerwärmung sein: Wissenschaftler vermuten, dass geschmolzene Eisberge aus der Antarktis die Wassertemperaturen in Teilen des Südozeans stark gesenkt haben. Dadurch sei die Planktonproduktion gehemmt und als Folge die Nahrungskette unterbrochen worden.

In Tiefen unter 50 Metern seien die Temperaturen in diesem Jahr um knapp ein Grad gesunken. "Das ist ein Gegeneffekt der Erwärmung in der Antarktis", erklärt Sasha Arkhipkin, Fischereiwissenschaftler auf den Falkland-Inseln. "Die Probleme könnten sich in Zukunft noch verschärfen." Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen sei die Zahl der Kalmare vor den Falkland-Inseln drastisch gesunken und den Magellan-Pinguinen so eine ihrer Hauptnahrungsquellen ausgegangen.

Die etwas kleineren Felsenpinguine sind ebenfalls vom Temperatursturz im Meer betroffen. Die Tiere leiden an Hunger, weil sie kaum noch kleine Garnelen, ihre Lieblingsspeise, finden. Als Folge hat sich die Brutperiode der Felsenpinguine in diesem Jahr um mehr als einen Monat nach hinten verschoben. Zu Beginn dieses Jahres brach in der Antarktis bereits die Population der Adéliepinguine zusammen. Im Ross-Meer hatte sich ein Eisberg von der vierfachen Größe des Saarlands vom Festlandeis gelöste und war in drei Teile zerbrochen. Die gigantischen Eismassen deckten im Frühjahr riesige Wasserflächen an der antarktischen Küste zu und brachten so die Planktonproduktion in der darunterliegenden Wassersäule zum Erliegen. Die Adéliepinguine fanden daraufhin nicht mehr genug Nahrung.