| Gen-Lachs - Der Streit um den "Frankenfisch" |
| Quelle: Greenpeace |
|
Die US-Lebensmittelbehörde
(FDA) prüft zurzeit die
Zulassung von gentechnisch
manipuliertem Lachs. Obwohl
nach Aussage der
Biotechnologiefirma "Aqua
Bounty Farms" frühestens 2004
mit der behördlichen
Entscheidung gerechnet wird,
ist in den USA schon jetzt ein
Streit um den so genannten
Frankenfish entbrannt. Der
Bundesstaat Maryland hat als
erster gesetzlich festgelegt,
dass Gen-Fische zwar gezüchtet
werden dürfen, aber es von den
Fischfarmen keinerlei
Verbindung zu natürlichen oder
öffentlichen Wasserwegen geben
darf.
Dem Senat Kaliforniens liegt ein Gesetzentwurf vor, der den Import, Transport, Besitz und die Freisetzung von Gen-Fischen mit einer Strafe von bis zu 50.000 Dollar ahnden will. Mit einem anderen Entwurf soll die Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Fische eingeführt werden. So viel Ablehnung schafft Solidarität unter den Gentech-Unternehmen. George Gough, Lobbyist für eine der größten Gen-Pflanzenschmieden, Monsanto Co., warnte deshalb, dass ein Anti-Gen-Fisch-Gesetz einen Präzedenzfall schaffen könne. "Ist die Tür erst einmal zugefallen, könnten wir vielleicht niemals den Schlüssel wiederfinden, um sie erneut zu öffnen." Die Frankenfish-Gegner sehen die Gefahr, dass einige der Gen-Lachse in die Wildbahn entkommen werden. Schon heute entwischen bei den herkömmlichen Lachsfarmen in schöner Regelmäßigkeit Herrscharen an Zuchtfischen. Da in den Körpern der Gen-Lachse fremde Wachstumsgene für eine beschleunigte Größen- und Gewichtszunahme sorgen, gehen Experten davon aus, dass Wildlachse die Turbo-Artgenossen bei der Fortpflanzung vorziehen werden. Das könnte dazu führen, dass die Wildpopulation ausstirbt. Zu diesem Ergebnis kam zum Beispiel eine Studie der Purdue-Universität in Indiana aus dem Jahre 1999. Die Genforscher von Aqua Bounty versuchen die Einwände zu entkräften und verweisen darauf, dass ausschließlich unfruchtbare Weibchen gezüchtet würden, die sich in der freien Wildbahn gar nicht fortpflanzen könnten. Jurassic Park lässt grüßen. |