Chemieunfall im Regenwald
Quelle: Greenpeace
(30.04.2002) Eine unbekannte Menge Schwefelsäure ist in den brasilianischen Rio Madeira geflossen und könnte dort für dauerhafte Schäden sorgen. Die Säure befand sich in Containern an Bord eines Schiffes, das letzte Woche bei Manicoré im Bundesstaat Amazonas sank. Das Schiff war nach Rio Branco, der Hauptstadt des Bundesstaates Rondônia, unterwegs. Die Schwefelsäure war für medizinische Anwendungen gedacht.

Die hochreaktive und stark korrosive Säure könnte sich über ein weites Flussgebiet verteilen. Der Rio Madeira fließt noch durch einen Großteil des Bundesstaates bevor er in den Amazonas mündet. Für Menschen und Flusslebewesen ist die Säure auch in geringen Konzentrationen noch giftig. Brasiliens größter Fernsehsender Globo TV zeigte bereits Bilder von sterbenden Fischen aus der Region, die von dem Säureunfall betroffen ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt, Schwefelsäure könne Kehlkopf- oder Lungenkrebs auslösen.

Die 45.000 Einwohner von Manicoré leben zu einem großen Teil vom Fischfang. Die örtlichen Gesundheitsbehörden sind besorgt, sie könnten das Gift über ihre fischreiche Nahrung zu sich nehmen. Bislang wurden noch keine Notfälle bekannt. Allerdings dauert es oft mehrere Tage bis Nachrichten von ablegenenen Orten andere Kommunen erreichen.