| Das Grün der Ozeane zeigt globale Erwärmung an |
| Quelle: bild der wissenschaft online |
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(30.04.2002) Je grüner ein Ozean schimmert, desto mehr Chlorophyll bilden seine Mikroorganismen. Via Satellit beobachten nun US-Wissenschaftler das Aufblühen des Phytoplanktons im Nordatlantik. Das Wachstum dieser winzigen Grünalgen, die die Grundlage der Nahrungskette im Ozean bilden, konnten die Forscher so großflächig analysieren. Aus der Farbe der Ozeane lässt sich sowohl auf die Lebensbedingungen der Algen und den Nährstoffgehalt, als auch auf die Temperaturen, beeinflusst durch die globale Erwärmung, schließen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Science" (Vol. 296, S. 730).
"Aus dem Weltraum lässt sich die Frühlingsblüte der größten Grünfläche auf der Erde im Nordatlantik über rund 2000 Kilometer beobachten", sagt David Siegel, Geografieprofessor an der University of California in Santa Barbara. Über die Grünfärbung des Ozeans konnten sie erkennen, dass sich die Algenblüte mit rund 20 Kilometern pro Tag gen Norden ausbreitet. Durch diese Beobachtungen mit dem 'Sea-viewing Wide Field of View Sensor' (Sea WiFS)wollen die Forscher den für das Erdklima wichtigen Kohlenstoff-Kreislauf besser verstehen. Phytoplankton speichert bei seinem Wachstum Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid. So bekannt dieser Prozess ist, so unklar sind die genauen Vorgänge innerhalb der Nahrungskette und der weitere Verbleib der Algen nach deren Absterben. Große Mengen an Kohlendioxid könnten dauerhaft gespeichert werden, sinken die Mikroalgen auf den Grund der Ozeane bevor sie bei ihrem Zerfall das Treibhausgas wieder freisetzen. Solange der Ablauf dieser "Biologischen Pumpe" nicht eindeutig geklärt ist, bleiben die Ozeane ein unsicherer Faktor in Klimamodellen, die die Auswirkungen der globalen Erwärmung vorhersagen sollen. Auch deutsche Forscher vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven schätzen das Phytoplankton als riesigen Speicher für Kohlendioxid. Da in den Ozeanen der südlichen Hemisphäre deutlich weniger Biomasse gebildet wird, steigerten sie in einem Pilotprojekt die Algenbildung durch eine Düngung der Meeres mit Eisensulfat. Rapide stieg darauf das Wachstum der Grünalgen an. Doch bevor diese sehr günstige Methode zur Speicherung des Treibhausgases großflächig angewandt werden kann, müssen die AWI-Forscher noch die Folgen dieses Eingriffs in das Leben der Ozeane gründlicher abschätzen. Die Kosten für die Speicherung von Kohlendioxid durch die Eisen-Düngung lägen rund um das Hundertfache unter klassischen Aufforstungs-Projekten an Land. |