| Invasion fremder Tierspezies auf dem Müllweg |
| Zivilisations-Abfälle wie Plastik "verladen" artfremde Organismen und bedrohen Antarktis |
| Quelle: Pressetext Deutschland |
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(26.04.2002) Eine Studie des British Antarctic Surveys hat ergeben, dass
immer mehr Tierarten in fremde Ökosysteme eindringen. Zunehmend nutzten Tierarten dabei als Transportmittel den
"Müllweg", wie die Forscher im Fachblatt Nature berichten. Für Tiere, die in der Antarktis beheimatet
sind, könnte dies zu einem Problem werden.
"Viele Meeresorganismen wie Schnecken, Muscheln und Moostierchen", hält David Barnes vom British Antarctic Survey fest, "siedeln sich auf im Meer treibendem Plastikmüll an und treiben so neuen Lebensräumen entgegen." Laut dem irischen Zoologen bevorzugen die meisten Arten Zivilisationsmüll gegenüber Holz, Vulkangestein und Bimstein, wie sie bereits seit Mio. Jahren für die Kolonisation neuer Habitate genutzt werden. Barnes nennt das Beispiel der Larven. "Larven können keine neuen Gebiete besiedeln, die sich von ihrem gewöhnlichen Lebensraum stark unterscheiden". Besiedelten sie allerdings Plastik, erfolge dort die Metamorphose in das Erwachsenenstadium. "In diesem Stadium könnten sie auch unter härteren Lebensbedingungen überleben", so Barnes, der Treibgut, das an Küsten von 30 Inseln angespült wurde, untersuchte. Die Gebiete reichten vom Nordpolarmeer bis zur antarktischen Halbinsel. Der Zoologe schätzt, dass menschliche Abfälle, häuptsächlich Plastikabfall aus der Fischerei, zwischen 20 und 80 Prozent des Treibgutes darstellen. Obwohl rund um die Antarktis, aufgrund der geringen menschlichen Besiedlung, nur wenig Treibgut vom Menschen stammt, ist der Anteil durch die geringe Bewaldung als natürliches Treibgut dennoch sehr hoch. Laut Aussage des Forschers, hat sich die Ausbreitung einiger Arten durch den Zivilisationsmüll in einigen Zonen verdoppelt, in der Antarktis und Arktis gar verdreifacht. Wie Barnes gegenüber BBC berichtet, "wird das Eindringen in fremde Ökosysteme durch die Klimaerwärmung gefördert." Steigen die Wassertemperaturen, falle die bisherige Hauptbarriere. Das Forscherteam um Barnes will die Auswirkungen der erhöhten Migration weiter untersuchen. |