Überflüssige Gentech-Nahrung
Quelle: Greenpeace
(26.04.2002) Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland lehnen nach Erkenntnissen der Verbraucher-Zentrale Hessen (VZH) den Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln ab. Zudem seien gentechnisch veränderte, mit Vitaminen oder sekundären Pflanzenstoffen angereicherte Nahrungsmittel überflüssig, sagte VZH-Ernährungsexpertin Christiane Schäfer am Mittwochabend bei einer Diskussion der Landesärztekammer in Frankfurt. "In den Industrieländern gibt es keinen Mangel an irgendwelchen Nährstoffen." Die Umstellung der Ernährung könne beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser vorbeugen als eine mit Beta-Karotin angereicherte Tomate.

Ökologische und gesundheitliche Risiken durch Gentechnik wollte Schäfer nicht ausschließen. Wegen der mangelnden Kennzeichnung könnten sich die Verbraucher beim Kauf nicht für oder gegen Gentechnik in Lebensmitteln entscheiden, betonte die Expertin. Damit sind der VZH zufolge mehr als 90 Prozent der Verbraucher nicht einverstanden.

"60 bis 70 Prozent aller in der EU verarbeiteten Lebensmittel haben irgendwo Berührungspunkte zur Gentechnik. Fast nichts davon ist gekennzeichnet", sagte der Leiter des Molekular Biologischen Zentrums der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe, Prof. Klaus-Dieter Jany. In der EU würden derzeit jedoch ausschließlich Lebensmittel angeboten, die isolierte Produkte aus gentechnisch veränderten Organismen enthielten. Als Beispiele nannte Jany Glutamat oder das Lab-Enzym in Käse.