Schweiz erteilt Gentech-Kaffee eine Absage
Quelle: Greenpeace
Die wichtigsten Kaffeehändler der Schweiz haben sich klar gegen die Einführung von gentechnisch veränderten Kaffeesorten ausgesprochen. Die wegweisende Entscheidung kam als Reaktion auf die Kampagne "Aufwachen - es riecht nach Gentechkaffee", die im letzten Herbst von den Entwicklungsorganisationen "Swissaid" und "Erklärung von Bern" ins Leben gerufen worden war. Die Gegner des Gentech-Kaffees befürchten, dass Millionen Kleinbauern und Kaffeepflücker ihre Existenzgrundlage verlieren werden, falls sich die gentechnisch manipulierten Sorten auf dem Markt durchsetzten sollten.

Die Gentech-Kaffebohnen könnten den Kaffeeanbau auf der Welt schon in wenigen Jahren von Grund auf verändern. Den Entwicklern des gentechnisch manipulierten Kaffees ist es mit einem gezielten Eingriff ins Erbgut gelungen, den Reifungsprozess der Kaffeefrüchte vollständig zu blockieren. Die erwünschte Folge: Kirschen des bereits patentierten Gentech-Kaffees können nur dann ausreifen, wenn sie mit dem sonst natürlich vorkommenden Pflanzenhormon Äthylen behandelt werden. Weil so die letzte Phase der Fruchtreifung auf ganzen Plantagen zum gleichen Zeitpunkt eingeleitet werden könnte, wird auch eine maschinelle Ernte der Kaffeesträucher möglich.

Den Kaffee-Anbauländern droht nun eine soziale Katastrophe: Riesige Monokulturen mit Gentech-Kaffee könnten zahllose Kleinbauern in den Ruin treiben und Erntemaschinen Millionen Kaffeepflücker in die Arbeitslosigkeit drängen. Nur wenn sich die gentechnisch veränderten Kaffeesorten nicht auf dem Weltmarkt durchsetzten, besteht Hoffnung. Alternativen für die Verbraucher gibt es längst: Die meisten Supermarktketten bieten fair gehandelten Kaffee an, der den Kaffeebauern ein ausreichendes Einkommen und langfristige Lieferverträge garantiert.